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Algen, Müll und tote Tiere: Hotel soll für Sturm-Reste zahlen

Hohe Düne/Markgrafenheide Algen, Müll und tote Tiere: Hotel soll für Sturm-Reste zahlen

Aufräumarbeiten kommen schleppend voran / Größte Verschmutzung in Hohe Düne

Hohe Düne/Markgrafenheide. Eine Woche, nachdem Sturmtief „Axel“ die Ostseeküste im Griff hatte, sind seine Spuren an Rostocks Stränden nicht verschwunden. Besonders stark hat es Hohe Düne erwischt. „Der Strand sieht schlimm aus. Es gibt schon Beschwerden von Gästen“, sagt Michael Kage, Leiter Technik und Housekeeping in der Yachthafenresidenz Hohe Düne.

Rund fünf bis sechs Meter vom Wasser entfernt liegen nicht nur Algen und Schilf, sondern auch Flaschen, Plastiktüten und -eimer oder verbrannte Baumstämme. Daher hat das Hotel in Hohe Düne die Tourismuszentrale um Hilfe gebeten. „Auch wenn die Yachthafenresidenz vertraglich verpflichtet ist, ihren Strandabschnitt in Eigenleistung zu pflegen, hat die Tourismuszentrale aufgrund der besonderen Situation selbstverständlich ihre Unterstützung angeboten“, sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. Doch ein Gespräch über Art und Umfang der Unterstützung habe das Hotel abgelehnt.

Das stellt Kage jedoch anders dar: „Es hieß, dass der städtische Bauhof uns zwar mit einem Traktor unterstützen könnte, aber für die Entsorgung müssen die Hotels selbst aufkommen.“ Das mache jedoch die höchsten Kosten aus. „Es handelt sich hier um Sondermüll. Das würde uns voraussichtlich weit über 200 000 Euro kosten“, so Kage. Schon im vergangenen Jahr habe das Hotel seinen Strandabschnitt für rund 60000 Euro säubern lassen. „Damals war allerdings ein sehr viel kleinerer Abschnitt betroffen, und der angeschwemmte Unrat musste nicht gesondert entsorgt werden. Nun ist der komplette Strand verschmutzt, das können wir nicht bewältigen“, erklärt Kage. Doch man müsse schnell etwas unternehmen.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass das den Urlaubern gefällt“, sagt auch Uwe Röhrich kopfschüttelnd. Am Strand von Hohe Düne geht der Anwohner fast täglich mit seinem Hund spazieren. Doch nicht nur fürs Auge sei die Verschmutzung eine Zumutung. „Wenn die Sonne scheint, fängt es an zu stinken“, sagt Röhrich. „Das hier Dreck angespült wird, passiert ja mehrmals im Jahr, aber es scheint immer schlimmer zu werden.“ Seit dem Ausbau der Mole würde es diesen Strandabschnitt häufiger treffen. „Ich glaube, das liegt an einer veränderten Strömung“, vermutet Röhrich. Entsetzt sei er über die Überreste eines toten Hundes, die an Land gespült wurden. „Kein schöner Anblick.“

Der Sturm habe bisher keine Auswirkungen auf den Tourismus gezeigt, ist sich Tourismus-Chef Fromm sicher. „Aktuell werden die öffentlichen Strandabschnitte von Treibsel und Schmutz befreit, um so wieder für unsere Gäste einen unbeschwerten Strandbesuch in Hohe Düne und Markgrafenheide zu ermöglichen.“ Außerdem seien andere Hotels von diesem Thema nicht betroffen.

Und tatsächlich: Wenige Kilometer weiter zeichnet sich ein ganz anderes Bild. „Wir sind mit recht wenig Schäden davongekommen“, sagt Anne Schlücker, die Hotelleiterin des Strandresort Markgrafenheide. Zwar wurde Unrat angeschwemmt und der Strand habe sich verschmälert, doch es sei kein Vergleich zu den angespülten Massen in Hohe Düne. Auch Hanna Kopplow von der Pension Strandnest kann dem nur zustimmen. „Es liegt ein bisschen Strandhafer herum, aber Plastik ist weit und breit nicht zu sehen.“

„Das sieht jetzt richtig naturbelassen aus, da sind die Vögel auch glücklich, wenn ein paar Muscheln angespült wurden“, sagt Dirk Niendorf vom Dünenhotel vergnügt. Nur der anliegende Strandaufgang 23 wurde zugeschüttet und ist seit dem Sturm schlecht begehbar. „Die Düne dort wurde abgetragen“, erklärt Niendorf. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern haben sie gestern begonnen, den Aufgang mit Spaten und Schaufel wieder freizuräumen. Er packt lieber selbst an, als abzuwarten. „Entscheidend ist, was die Urlauber sagen.“

Johanna Hegermann

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