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Kleine Meeresforscher entdecken das Leben in der Ostsee / Forschungsjahr widmet sich der Meeresumwelt

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Familie Nell aus Radeberg ist fasziniert vom Leben in der See.

Warnemünde. Gemeinsam mit den Meeresbiologen des Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) konnten Ferienkinder gestern das Leben in der Ostsee studieren. „Nimm die Küste unter die Lupe“ war der Titel einer Einladung, die das IOW im Rahmen der Aktion „Mein mobiles Küstenlabor“ des Bundesbildungsministeriums ausgesprochen hatte.

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Kleine Meeresforscher entdecken das Leben in der Ostsee / Forschungsjahr widmet sich der Meeresumwelt

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Die Urlauberfamilie Nell aus Radeberg war per Zufall auf das Zelt der Meeresforscher am Strandaufgang 16 gestoßen. Die Nells – Leon (8), Jonas (2) und die Eltern Stephanie und Danilo – waren an ihrem letzten Urlaubstag gerade von ihrem Hotel aus zum morgendlichen Strandspaziergang aufgebrochen, als sie eine ganze Kinderschar mit Keschern, Plastikbechern und Aquarien hantieren sahen. Und wenig später sind auch sie fasziniert vom Leben in der Ostsee, das die kleinen Meeresforscher zur Beobachtung für ein paar Minuten an den Strand gebracht hatten. „Es ist erstaunlich, wie viele kleine Lebewesen es so nah am Strand gibt“, sagt Mutter Stephanie. „Das hatte ich so nicht erwartet.“

Für den Meeresbiologen Sven Hille (42) vom IOW ist das fast schon eine Standardaussage. „Es ist tatsächlich erstaunlich, wie überrascht die Urlauber sind, wenn wir ihnen die Meereswelt am Badestrand vor Augen führen“, sagt er. „Mancher macht schon zehn Jahre lang und länger Urlaub an der Ostsee und weiß gar nicht, mit wem er da Jahr für Jahr baden geht.“

Und das sind etliche: Flunder, Scholle und Steinbutt, Seenarbe, Meerassel, Seepocke, Herzmuschel, Miesmuschel, jede Menge Flohkrebse, allen voran der Strandfloh – fast alles, was sich im tiefen Wasser vor Fressfeinden fürchten müsste oder sich im flachen Wasser wohler fühlt, findet sich im unmittelbaren Badebereich wieder. Und in den kleinen Aquarien und Eimern, die die Urlauberkinder mit den Inhalten ihrer Kescher füllen, zappelt, schwebt und flutscht es nur so hin und her. Nur für ein paar Minuten und bis alle Fragen beantwortet sind – dann werden die Winzlinge zurück in die Ostsee gebracht.

Gerda Brüsch aus Schwaan ist mit ihren Enkeln Lale und Caja am Strand unterwegs. Die siebenjährigen Zwillinge aus Berlin, die zu Besuch bei der Oma sind, kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Meeresbiologe Alexander Darr erklärt ihnen, wie man den fast durchsichtigen Baby-Steinbutt und die kaum größere Baby-Flunder voneinander unterscheiden kann. „Die Flunder ist recht lang gestreckt, der Steinbutt fast rautenförmig“, erklärt er. Aber ob die Flunder wirklich eine ist oder später nicht doch eine Scholle wird? Selbst der Fachmann ist sich da nicht ganz sicher. „Das erkennt man später an der Haut“, sagt er. „Die Scholle ist glatt, die Flunder rau.“

Die bundesweite Aktion „Mein mobiles Küstenlabor“ ist Bestandteil des Wissenschaftsjahres 2016/17 „Meere und Ozeane“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufen wurde. Klar, dass die Warnemünder Ostseeforscher mit von der Partie sind. „Wir wollen erreichen, dass die Kinder das Meer als belebte Welt begreifen, auch wenn kein Schweinswal oder Hering vorbeischwimmt“, sagt Sven Hille, während er immer mehr der kleinen Rucksäcke mit Kescher, Lupe und Forschungsanleitung austeilt. Ganze Kindergartengruppen kommen vorbei und nutzen das Angebot.

Aber auch die Eltern und Erwachsene sind voller Tatendrang dabei. Während Ole (8) aus Zeuthen sich schon längst wieder seinem Burgenbau zugewandt hat, ist Opa Heinz Bellmann (66) noch immer mit der tiefgreifenden Analyse der Meeresumwelt befasst. „Das ist doch völlig verrückt, was hier alles wohnt“, sagt er und resümiert: „Da kann ich doch gar nicht mehr ins Wasser gehen, ohne einen Plattfisch platt zu treten.“

Forschen mit besonderem Blick auf die Ostsee

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) wurde 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrates neu gegründet. Seine Vorgängereinrichtung war das Institut für Meereskunde Warnemünde, welches als Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften das zentrale Meeresforschungsinstitut der DDR war. Heute ist das IOW Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft (WGL).

Seine Grundausstattung wird gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Das Forschungsprogramm des IOW ist auf Küsten- und Randmeere mit besonderer Hinwendung zum Ökosystem Ostsee zugeschnitten. Direktor des IOW ist Professor Ulrich Bathmann.

Klaus Walter

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