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Markgrafenheide Aufatmen im Erlengrund

Gärten bleiben vorerst erhalten/ Klage der Stadt gegen Gartenfreunde scheiterte vor dem Landgericht

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Froh über das Gerichtsurteil: Norbert Jeschke, Chrisitan Seifert und Reinhard Herhold.

Quelle: Klaus Walter

Markgrafenheide. Die Stimmung ist gut in der Kleingartenanlage Erlengrund in Markgrafenheide. 14 Parzellen in der Albin-Köbis-Straße wollte die Stadt räumen lassen und zog dafür gegen den Verband der Gartenfreunde vors Gericht. Und scheiterte. Der in der Bürgerschaft so bezeichnete „Musterprozess“, der Klarheit im Umgang mit den Kleingärtnern bringen sollte, ist vorerst verloren.

Organisierte Grünpflege

153Gartenvereine gibt es in Rostock unter dem Dach des Verbandes der Gartenfreunde.

40 000 Rostocker bewirtschaften die 15000 Parzellen. Sie bieten Enspannung und sind fester Bestandteil des städtischen Grüns.

„Wir sind froh, dass das Landgericht unserer Argumentation gefolgt ist“, sagt Erlengrund-Vorsitzender Norbert Jeschke. Doch Gartenfreunde-Verbandschef Christian Seifert ist vorsichtig: „Wir wissen noch nicht, wie die Stadt das Urteil aufnehmen wird – sicher wird sie die Urteilsbegründung abwarten und genau prüfen.“

Was war geschehen? 2013 hatte die Stadt Grundstücke der Kleingartenanlagen „Markgrafenheide West“, „Erlengrund“ und „Am Radelsee“ für knapp 770 000 Euro vom Bund gekauft. Zum – so steht es im damaligen Bürgerschaftsbeschluss – „dauerhaften Erhalt ... als Kleingartenanlagen.“ Trotzdem forderte die Stadt knapp ein Jahr später die Räumung von 14 Parzellen. Begründung: Die Flächen sollen verkauft werden. Die Kleingärtner holten sich Rechtsbeistand. Der geplante Flächenverkauf rechtfertige die Kündigung nicht, fand der heraus. Auch nach dem Wiedervereinigungsgesetz seien die Gärten geschützt, da sie schon vor 1990 als solche genutzt wurden.

Dieser Argumentation folgte nun auch das Landgericht. Vergangenen Freitag gab es das Urteil.

Doch die Begehrlichkeiten bleiben groß. Rund 1000 Kleingärten sollen in Rostock in den nächsten Jahren für Wohnungs- und Straßenbau geopfert werden. Und: Liege ein von der Bürgerschaft beschlossener Bebauungsplan vor, hätten die Kleingärtner keine Handhabe, sich dem entgegenzustellen. „Wir sind absolut nicht gegen die Stadtentwicklung“, betont der Gartenfreunde-Vorsitzende. „Aber wir erwarten Offenheit und Transparenz.“ Die habe es im Fall Erlengrund nicht gegeben.

Nur in einem einzigen Schreiben der Stadtverwaltung an den Erlengrund-Vorstand sei im Nebensatz erwählt worden, dass die Flächen für „Wohnungsbau oder Beherbergungsgewerbe“ vorgesehen seien“, erzählt Erlengrund-Vorstandsmitglied Reinhard Herhold. Da hätten viele geglaubt, dass die Flächen dem benachbarten Hotel zugeschlagen werden sollten. „Doch wie gesagt: Einen Bebauungsplan gibt es nicht“, sagt Herhold. Und: Gerade in der Albin-Köbis-Straße werden Wohnungen gebaut: „Mit der Sanierung und Erweiterung der Wohnblöcke dort werden am Ende doppelt so viele Wohnungen entstanden sein wie jetzt.“

Verbandschef Seifert hofft nun sehr auf die Vernunft. „Wir wollen ein gutes Verhältnis zu allen Bürgerschaftsfraktionen“, sagt er. „Und auch zur Stadtverwaltung.“

Klaus Walter

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