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Autofahrer fürchten um ihre Garagen

Warnemünde/Lütten Klein Autofahrer fürchten um ihre Garagen

Verein fordert Bestandsschutz von der Stadt / 6700 solcher Stellplätze gibt es im Stadtgebiet

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Helrath Geier vor seiner Garage am Warnemünder Weidenweg. Den Komplex hat der Ingenieur in den 70er Jahren mitgeplant, ab dem Jahr 2020 könnte die Stadt das Areal für andere Zwecke beanspruchen.

Quelle: Foto: Thomas Niebuhr

Warnemünde/Lütten Klein. Garagen, die im Verein zum Verkauf oder zur Vermietung gemeldet werden, sind praktisch nach einer halben Stunde wieder vergeben, berichtet der Vorsitzende Helrath Geier. „Der Bedarf ist da.“ Rund 6700 Besitzer sind im Rostocker Garagenverein organisiert, doch deren Zahl könnte zukünftig sinken, weil einige Flächen für andere Zwecke wie Wohnungsbau benötigt werden.

„Garagen sind nach wie vor gefragt“, sagt Helrath Geier. Das Problem: Die Gebäude gehören zwar den jeweiligen Garagennutzern, sie stehen jedoch auf gepachteten Flächen. Die gehören vor allem der Stadt und dem kommunalen Wohnungsunternehmen Wiro, aber auch Privateigentümern. „Bei der Suche nach neuen Wohngebieten in Rostock verschwinden nicht nur Kleingärten, sondern auch Garagen“, fürchtet Helrath Geier. In diesem Jahr habe der Verein bereits Flächen an der Bleicher- und im Bereich Thierfelder Straße abgegeben.

Aktuell müssten sich weitere acht bis zehn Garagenbesitzer in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt darauf einstellen, ihren Stellplatz zu verlieren, teilt Stadtsprecher Ulrich Kunze mit. Die Fläche würde für die Erweiterung eines Schulcampus’ an der Elisabethwiese benötigt. Kündigungen wurden aber bisher noch nicht ausgesprochen. Kunze schließt für die Zukunft nicht aus, dass im Zuge der Diskussion über den neuen Flächennutzungplan andere Standorte betroffen sein könnten.

Bedarf größer als das Angebot

Genau das bringe Unruhe, so Geier. Genau wie die Tatsache, dass die Eigentümer nach einer Kündigung den Abriss der Garagen selbst bezahlen „dürfen“. „Es müssen Wohnungen gebaut werden, dagegen kommen wir nicht an“, aber der Garagenverein wehrt sich gegen Stimmen aus der Stadt, dass seine Art der Unterbringung des Autos heute überflüssig sei und ohnehin nur noch von älteren Leuten genutzt werde. „Bei uns sind 30 Prozent mit Motorrädern von jungen Leuten belegt“, berichtet Torsten Koszinski, der Verantwortliche für das Objekt im Rahnstädter Weg. „Der Bedarf ist größer als das Angebot.“ Gestern trafen sich die Verantwortlichen der großen Garagenkomplexe in der Stadt, um über die aktuelle Situation zu sprechen. Statt Anlagen zu schleifen sollte die Stadt eher noch neue Flächen anbieten, fordert Helrath Geier für den Verein. Die Warnemünder, die ihren Wagen in der Anlage am Weidenweg stehen haben, hätten doch gar keine andere Möglichkeit, ihr Fahrzeug anderswo im Ort abzustellen, sagt er.

Er selbst hat dort wie rund 590 andere Rostocker seine Garage, als Ingenieur der Warnowwerft plante er ab 1973 die Anlage mit 592 Unterstellmöglichkeiten für Autobesitzer mit. Schon 2015 sollte die Fläche geräumt werden, aktuell hat der Komplex bis Ende 2020 Bestandsschutz. „Die Garagenbesitzer haben das Gelände veredelt“, sagt Geier. Das sei vorher nur eine Müllkippe gewesen.

Probleme durch E-Mobilität

Unabhängig vom Verlust möglicher Flächen sieht Helrath Geier noch ein Problem auf den Verein zukommen: die Elektromobilität. „Das wird zunehmen und dem müssen wir uns stellen.“ Zwar gebe es in den Anlagen durchaus Flächen für Ladesäulen, doch die baue niemand, wenn er nicht mindestens eine Laufzeit von zehn Jahren garantiert bekomme. Um Autos oder Fahrräder direkt in den Steckdosen der Garagen aufzuladen, müssten Einzelzähler installiert und die teilweise veralteten elektrischen Anlagen erneuert werden. „Das kann der Verein allein nicht leisten. Dafür sollte es eine Förderung vom Land geben“, wünscht sich der Vorsitzende.

Verteilt in ganz Rostock

6700 Mitglieder zählt der Rostocker Garagenverein. Jeder ist Eigentümer einer Garage. Diese Unterstellmöglichkeiten befinden sich an 63 verschiedenen Standorten im gesamten Stadtgebiet. Große Komplexe gibt es zum Beispiel in Warnemünde mit 592, in Schmarl mit 767 oder in der Nobelstraße mit 500 Garagen. Die Gebäude, die in der Regel dem Garagenbesitzer gehören, stehen meist auf Flächen, die der Stadt, dem städtischen Wohnungsunternehmen Wiro oder privaten Eigentümern gehören.

Thomas Niebuhr

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