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Automaten messen ab Januar alle Wetterdaten

Warnemünde Automaten messen ab Januar alle Wetterdaten

Wetterbeobachtung endet nach 184 Jahren / Deutschlands einziges Dünenmessfeld bleibt erhalten / Sensoren speisen Daten ins Netz

Warnemünde. Aus und vorbei. Nach 184 Jahren endet in Rostock die meteorologische Wetterbeobachtung, die es seit 1945 in Warnemünde gibt. Dass Automaten ab 1. Januar 2017 die Warnemünder Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ersetzen, war lange angekündigt worden, nun läuft für sie das letzte Halbjahr. Die sieben Mitarbeiter aus der Seestraße, die in Schichten arbeiten, bekommen innerhalb des DWD einen anderen Arbeitsplatz.

 

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Das Dünenmessfeld, dahinter die DWD-Villa.

Quelle: Thomas Sternberg

„Die Wetterbeobachtung läuft weiter, nur eben vollautomatisch“, sagt Sabine Neumann, die zusammen mit Rudolf Kemnitz die Wetterstation leitet. Schon jetzt funktionieren fast alle Messungen automatisch. Sensoren auf dem Hof und dem Dach der Wetterstation sowie im Dünenfeld füttern mit ihren Daten die Automaten. Die Windgeschwindigkeit wird auch auf dem Dach der früheren Fabrikanten-Villa von Conrad Lehment gemessen.

Drehen die Sensoren allerdings mal an der Uhr und schicken völlig schiefe Messungen ins virtuelle Wetternetz, genügte bisher ein Blick aus dem Fenster, um zu erkennen, ob das so sein kann. „Jetzt gibt es Programme, die im Hintergrund laufen und Werte von Sensoren, die Fragen aufwerfen, prüfen“, erklärt Sabine Neumann.

Zu den Aufgaben der Warnemünder Wetterfrösche gehörte bisher auch die Beobachtung von Wolkenart und -höhe oder der Bedeckungsgrad am Himmel. Einiges davon kann tatsächlich schon die Technik.

Bei der geplanten Umstrukturierung bleibt das Messfeld in den Dünen auf jeden Fall erhalten. Es läuft bereits seit 2007 vollautomatisch. Es heißt Automatische Meteorologische Datenerfassungsanlage (Amda) und ist das einzige Dünen-Messfeld, das es in Deutschland gibt. Auf diesem Messfeld werden Minimum- und Maximaltemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur in der Erde bis zu einer Tiefe von fünf Metern sowie die Sonnenstrahlung gemessen. Dort wird sogar die exakte Wolkenhöhe per Laserstrahl ermittelt. Auch die Sichtweite wird erfasst. Ein Lichtstrahl misst über viele Kilometer metergenau die Entfernung. Die exakte Sichtweite ist für die Seefahrt und den Wassersport eine wichtige Information. Sie kam früher von den Wetterbeobachtern. Außerdem ist die Station nach wie vor in das bundesweite Sturmwarnnetz des DWD integriert.

In Warnemünde wird auch exakt die Radioaktivität gemessen, die vom Himmel zur Erde sinkt. Diese Überwachung gibt es seit 1991 auf dem Hof der Wetterstation und bisher hat es keine Abweichungen von den Normalwerten gegeben. Es ist ein Messvorgang, der vorerst noch nicht vollautomatisch läuft.

Initiative der Universität

Wetterbeobachtungen gibt es in Rostock seit 1832. Die Initiative ging vom Physikalischen Institut der Universität aus. 1879 verlegte man die meteorologische Station nach Barnstorf. Ihre Aufgaben übernahm dann später die Universitäts-Luftwarte.

Auf dem Flugplatz Hohe Düne gab es von 1914 bis 1918 und von 1922 bis 1945 eine mit Meteorologen besetzte Wetterwarte. 1946 startete die Meteorologische Station Warnemünde. 1951 kam die Seewetterdienststelle hinzu.

Thomas Sternberg

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