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Bei Frau Franke ist jeder Gast ein König

Warnemünde Bei Frau Franke ist jeder Gast ein König

Seit 45 Jahren arbeitet die 62-Jährige als Hausdame in Hotel Neptun

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Josefa Franke kümmert sich seit 45 Jahren um das Wohl der Gäste im Hotel „Neptun“. Sie ist dort leitende Hausdame.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. So weit es ihre Arbeit betrifft, hat Josefa Franke ihre eigenen Anschauungen: „Man darf sich nicht so wichtig nehmen, sich nicht in den Vordergrund drängen und man muss organisieren können.“ Die 62-Jährige arbeitet jetzt schon 45 Jahre im Hotel Neptun – seit ihrem 40. Lebensjahr als Leitende Hausdame. Im Laufe der Jahre ist ihr bewusst geworden, „dass meine Mutter dabei eigentlich das große Vorbild war“, sagt Josefa Franke, „denn ich komme aus einem Haushalt mit sieben Kindern, ich war das dritte Kind.“ Da war natürlich in dem Landhaushalt in Elmenhorst Organisation gefragt. Ebenso wie noch heute, denn Josefa Franke und ihr Mann haben das elterliche Anwesen übernommen.

„Ich bin nicht nur Hausdame, ich bin auch Hausfrau, aber im Hotel ist natürlich alles viel größer“, sagt sie, die sich in ihrem Beruf pudelwohl fühlt. „Aber das hat sich erst nach und nach entwickelt“, fügt Josefa Franke hinzu, „ursprünglich wollte ich Bibliothekarin werden“, erzählt die Mutter von zwei Töchtern und Großmutter von sechs Enkelkindern.

Im Hotel hat die gelernte Lebensmittelverkäuferin klein angefangen. „Zuerst habe ich nur im Spätdienst gearbeitet, und den Gästen das gebracht, was sie brauchten, mal ein Duschgel, mal ein Kopfkissen.“ Das hat sich seither jedoch sehr verändert.

Heute leitet Josefa Franke 28 Zimmerfrauen und zwei Zimmerherren an. „Dass wir die Männer haben, ist schön“, sagt die Hausdame, „es gibt immer einmal etwas Schweres zu tragen.“ Im Hotel Neptun gibt es das System der Stammfrauen. „Auf unseren Bettenetagen fünf bis 18 sind 14 Stammzimmerfrauen auf der jeweiligen Etage im Einsatz – und die reinigen nicht nur, sondern wirken auch ganz diskret.

„Wenn eine Kollegin merkt, dass ein Gast Lilien liebt, dann bekommt er statt der Rose eine Lilie aufs Zimmer“, erzählt die Hausdame. Mittlerweile habe sich das System so bewährt, „dass die Stammgäste bereits nach bestimmten Kolleginnen fragen und erst buchen, wenn sie im Dienst sind.“ Und Josefa Franke geht selbst als Wunschermittlerin auf die Gäste zu: „Gäste, die das erste Mal bei uns sind, muss man ansprechen, denn ihre Gewohnheiten kenne ich ja nicht.“

In vielen Unterhaltungen hat sie festgestellt „Neptun-Gäste lieben bei der Matratze den Härtegrad drei, Grad zwei war vielen einfach zu weich“, erzählt die Hausdame, entsprechend hat sie den Matratzenbestand ausgerichtet. Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Aber diese kleinen Aufmerksamkeiten sind nicht die Hauptaufgabe einer leitenden Zimmerdame. „Bei Investitionen muss ich schon mit darauf achten, dass sich Bad oder Zimmer auch leicht und gründlich reinigen lassen“, sagt sie. „Schließlich haben wir die hohen Investitionen hochwertig für die Gäste aufzubereiten.“

Dafür werden Reinigungspläne erstellt: Wann werden die Fenster geputzt, wann die Kopfkissen gereinigt oder der Balkon. Und dennoch steht beim Stammgast „der Sessel in Richtung Mole, weil er es eben so liebt“. Das weiß die Hausdame auch von bekannten Gästen, wie Künstlern, Politikern. „Davon haben wir eine ganze Galerie“, sagt Josefa Franke. „Aber das sind Gäste wie andere auch, und mir ist jeder Gast wichtig. Wer sich den Urlaub in Warnemünde zusammengespart hat, der will ebenso beachtet werden.“ Auch eine wertvolle Erfahrung aus 45 Jahren im Hotel Neptun.

Etwas bedrückt es sie, dass Damen ihrer Stammmannschaft in den Ruhestand gehen – „bis jetzt waren es drei“. Sie müssen ersetzt werden. „Viele Leute wollen nicht mehr im Hotel arbeiten“, sagt Josefa Franke, „ohne meinen Mann und sein Verständnis für meine Arbeit wäre es für mich auch nicht leicht gewesen.“ Aber sie kennt einen Trick, junge Mitarbeiter ins Hotel zu holen: „Einen Kindergarten – wie früher.“ Und die Kinder lernen das Hotel auch gleich kennen.

Wäsche und Waschen

Das Hotel Neptun hat 338 Zimmer und etwa 500 Betten, zu jedem dieser Betten gehört eine 4-fach-Ausstattung an Bezügen. Für ungefähr 45 000 Euro wird jährlich neue Bettwäsche gekauft, das Reinigen kosten im Jahr zwischen 80000 und 100000 Euro. Bislang ist Josefa Franke in ihrer Laufbahn nur ein Bezug gestohlen worden. Er war aus Satin.

Michael Schißler

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