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Diedrichshäger Moor soll wieder lebendig werden

Warnemünde Diedrichshäger Moor soll wieder lebendig werden

15 Jahre dauerten die Planungen für die Renaturierung des Areals zwischen Warnemünde, Diedrichshagen und Lichtenhagen / Naturschützer kritisiert Torf-Abbau

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Hero-Umweltingenieur Knut Bartsch und Oberbauleiter Holger Kleist auf der Moorbaustelle. Fotos (3): Klaus Walter

Warnemünde. Im Diedrichshäger Moor bewegt sich was. Westlich der Stadtautobahn vor Warnemünde arbeiten sich Bagger durchs Terrain, Lastzüge fahren tiefschwarze Erde ab. Doch weder Wohnungen noch Hotels werden hier gebaut, wie die Gerüchteküche noch immer behauptet. „Es ist die ,ökologische Aufwertung des Diedrichshäger Moors‘, so heißt das Vorhaben, das die Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock als Ausgleichsmaßnahme für Bauaktivitäten im Seehafen durchführt“, erläutert Hero-Sprecher Christian Hardt.

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15 Jahre dauerten die Planungen für die Renaturierung des Areals zwischen Warnemünde, Diedrichshagen und Lichtenhagen / Naturschützer kritisiert Torf-Abbau

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Drei Millionen Euro investiert die Hero im Vorgriff auf den gesetzlich vorgeschriebenen Grünausgleich für künftige Bauvorhaben im Hafen. Dabei wird das Moor nicht „wiedervernässt“, nicht überflutet, wie bei klassischen „Renaturierungsprojekten“. Dieses Vorgehen würde Kleingärten und Wohnhäuser in Warnemünde unter Wasser setzen. Deshalb wird stattdessen in einigen Bereichen — einbezogen ist knapp ein Viertel des 45 Hektar großen Areals — der Moorboden so weit abgetragen, bis der Grundwasserspiegel wieder erreicht ist. Dabei entstehen Landschaftsbereiche mit Senken und Höhen, mal mehr, mal weniger mit Wasser gefüllt, Lebensraum für verschiedene Pflanzen und Tiere. Den Torf, der dabei abgetragen wird, nutzen Landwirte aus der Region. „Das Vorgehen ist Ergebnis von rund 15 Jahren Planung“, erläutert Hero-Umweltingenieur Knut Bartsch. So lange beschäftige sich das Umweltamt der Hansestadt mit der Erarbeitung verschiedener Varianten und der Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile. „Das Amt hat sich auch mit allen kritischen Stimmen auseinandergesetzt, die gerade jetzt wieder lauter werden“, sagt der Umweltingenieur. Am Ende aber seien Seehafen und ausführende Firmen nur diejenigen, die das Projekt jetzt umsetzen. Bartsch: „Nachdem es alle Genehmigungsprozeduren durchlaufen hat.“

Trotzdem: Der Naturschutzbund Nabu läuft Sturm. „Die Maßnahme führt nicht zur ökologischen Aufwertung, sondern zum Moorverschleiß“, sagt Annette Pommeranz vom Rostocker Nabu. Vor allem kritisiert sie den Abtransport des Torfs „quer durch Mecklenburg“, was schlecht für die CO2-Bilanz sei.

Der Torf werde — unter Einbeziehung der Landwirtschafts-Fachberatung (LMS) — an Bauern aus der Region verteilt, berichtet Bartsch. Derzeit in Retschow und Hanstorf. In der hügeligen Region, deren bergige Kuppen besonders von Erosion betroffen seien, liege der Mergel blank. Mit Hilfe des Torfs werde wieder Ackerboden daraus.

Torf hilft Bauern in der Region

7000 Kubikmeter Torf und Erde sollen bis Ende April aus dem Diedrichshäger Moor ausgebaggert und abgefahren werden. Von Juli bis September sind es weitere 30000 Kubikmeter Erde, die abgefahren werden. Diese Prozedur wiederhole sich in den beiden nächsten Jahren.

Nutzer des Torfs sind Landwirte in der Region, derzeit in Retschow und Hanstorf bei Bad Doberan. Die Landwirtschaftsberatung LMS ist eingeschaltet.

3 Millionen Euro bezahlt die Rostocker Hafenentwicklungsgesellschaft für das Projekt der Stadt.

Von Klaus Walter

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