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Eheverbrechen nichts für Falschspieler

Warnemünde Eheverbrechen nichts für Falschspieler

An der Kleinen Komödie gibt es am 7. Oktober rabenschwarzen Humor aus der Ehe

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Ulf Perthel spielt den Kriminalschriftsteller Gilles, der sein Gedächtnis verloren hat. Seine Frau Lisa hilft ihm bei der Suche nach seinen Erinnerungen – allerdings nicht ganz uneigennützig – auf die Sprünge.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. Man hat nicht allzu oft in seinem Leben die Möglichkeit zu erfahren, wer man eigentlich ist. Das geht nur, wenn man sein Gedächtnis verloren hat. So geht es dem Kriminalautor Gilles, der sich gemeinsam mit seiner Frau auf die Suche nach seinen vermissten Erinnerungen macht. Das tut das Ehepaar in der Komödie „Kleine Eheverbrechen“, die jetzt Beatrice Boca als Ehefrau Lisa und Ulf Perthel als Gilles unter der Leitung von Peter Dehler gerade proben.

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An der Kleinen Komödie gibt es am 7. Oktober rabenschwarzen Humor aus der Ehe

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Am Mittwoch tastete sich dann Gilles durch den Zuschauerraum der Kleinen Komödie auf die Bühne und anschließend durch die Dialoge mit seiner Frau Lisa, die ihm den Weg zurück zeigen wollte. Dabei musste Gilles dann erfahren, dass „er eine intellektuelle Sprungfeder“ hatte – in seinem Lesesessel – und dass für ihn stets Krümel „die Tränen des Brotes waren“. Und insgesamt stellt er fest: „Das Leben mit mir ist die Hölle“, gleichwohl gefällt ihm seine Wohnung weniger gut als seine Frau, der er nicht glaubt, dass es seine Frau ist, zumal er sich fühlt wie ein „erwachsenes Neugeborenes“.

Die Komödie des französischen Dramatikers Èric-Emmanuel Schmitt ist rabenschwarz und geht flott über die Bühne. Das allerdings liegt auch daran, dass Peter Dehler hier und da das Stück gekürzt und so Tempo hineingebracht hat. Das wird schon gleich zu Beginn deutlich, im Dialog geht es Schlag auf Schlag, auch als Ehefrau Lisa ihrem Mann erläutert, dass er nicht eifersüchtig war und mit ihr gern durch Boutiquen gebummelt ist „und vier bis fünf Stunden“ an ihrer Seite in Schuhläden aushielt, kann der Zuschauer schon schmunzeln, weil der Krimiautor Gilles eine gänzlich andere Wunschvorstellung von sich hat.

„Da will sich dann die Ehefrau einen neuen Mann bauen“, sagt Peter Dehler, der von sich sagt: „Stücke mit Paaren machen mir Spaß“, schließlich habe er da selbst schon Einiges erlebt – und das schlägt sich dann in seiner Inszenierung wohl auch etwas nieder. Gleichwohl muss sich Dehler an die Kleine Komödie gewöhnen, der Mann hat früher beispielsweise die Störtebeker-Festspiele gemacht. Aber gerade die Räume machten es möglich, „Interaktionen zu provozieren“ und sehr nahe dran zu sein. Diese Nähe hat nach Dehlers Auffassung ihre Tücken: „Auf so einer kleinen Bühne gibt es kein Falschspiel“. Der Zuschauer sehe, „wenn er der Figur nicht glauben kann“. Die Nähe sei eben wie im Film, aber da könne man eine Szene noch einmal drehen, sagt dann auch Ulf Perthel, der gemeinsam mit Beatrice Boca und Peter Dehler ein Team bildet, dessen Humor auf dem gleich Niveau liegt. „Denn eine Komödie auf die Bühne zu bringen ist schwierig“, sagt Beatrice Boca. Über das Stück selbst mag das Trio dann nicht mehr viel sagen, schließlich soll die Spannung bleiben. Aber doch wird klar: „Es ist ein Verwirrspiel und es geht um einen Schuldigen.“ Wie das immer so ist in der Ehe, fügt Ulf Perthel hinzu: Sieht man einen Mann und eine Frau vor dem Standesamt stehen, fragt man sich, wer wohl der Mörder sein wird.“ Antworten gibt es in „Kleine Eheverbrechen“, die am 7. Oktober Premiere in Warnemünde haben.

Neue Stücke im Seebad

Mit Non(n)sense ist die Kleine Komödie in die neue Theatersaison eingestiegen. Damit gab es erstmals an der Bühne des Seebades Musiktheater. Das Musical fand guten Widerhall und ist eine von insgesamt vier Neuproduktionen für die Kleine Komödie. An zweiter Stelle folgt jetzt „Kleine Eheverbrechen“. Im Januar steht eine weitere Premiere bevor, dann wird „Novecento“ aufgeführt, und die Geschichte eines Ozeanpianisten kommt auf die Bühne. „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ wird im April zu sehen sein. Geschildert wird der Generationenkonflikt.

Michael Schißler

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