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Ein Naturschauspiel am Radelsee

Markgrafenheide Ein Naturschauspiel am Radelsee

Hunderte Kraniche sammeln sich täglich im Schutzgebiet bei Markgrafenheide, von hier fliegen sie weiter gen Süden

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Hunderte Kraniche rasten derzeit in der Radelseeniederung.

Quelle: Foto: Karsten Peter

Markgrafenheide. Es ist ein wahres Spektakel, das sich momentan jeden Abend in der Radelseeniederung abspielt. Hunderte Kraniche versammeln sich mit viel Radau am See, um hier ihre Nacht zu verbringen. „Die Herbstrast und ihr Zug bis nach Frankreich und Spanien hat begonnen“, sagt Stefan Kroll.

OZ-Bild

Hunderte Kraniche sammeln sich täglich im Schutzgebiet bei Markgrafenheide, von hier fliegen sie weiter gen Süden

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Spektakel bis Ende Oktober

700 Kraniche wurden am vergangenen Sonntag in der Radelseeniederung in Markgrafenheide gezählt. Momentan werden die Tiere Deutschlandweit von Helfern einmal die Woche gezählt.

Noch bis Ende Oktober sind die großen Vögel an ihrem Schlafplatz von einem Beobachtungsturm zu sehen. Danach fliegen sie weiter nach Frankreich und Spanien.

Weitere Infos: www.kraniche.de

Eigentlich ist Kroll der ehrenamtliche Storchenbetreuer. Doch da diese Zugvögel bereits alle ausgeflogen sind, hat er sich dem nächsten Tier gewidmet. Einmal wöchentlich klettert er auf den Beobachtungsturm Markgrafenheide, um hier die Kraniche zu beobachten. „Neulich habe ich 1400 gezählt und am vergangenen Sonntag waren es 700“, erzählt er begeistert. Diese Zählungen gibt es derzeit überall in Deutschland.

Am Radelsee haben die Vögel ihren Schlafplatz eingerichtet. „Tagsüber suchen sie wahrscheinlich in Rabenhorst und Bartenshagen nach Nahrung“, schätzt Kroll. Bei klarem Himmel könne man daher häufig Kranichformationen auch über das Stadtgebiet und über die Warnow fliegen sehen. Und zum Abend hin fliegen sie wieder in Scharen ins Naturschutzgebiet.

In Mecklenburg-Vorpommern brüten jährlich ungefähr 4000 Kranichpaare. „Zurzeit sammeln sich die Kraniche stark in MV, um weiterzuziehen“, erklärt der Vogel-Experte. Die Tiere, die jetzt hier campieren, seien größtenteils bereits aus Skandinavien angereist. „Auf dem Weg nach Süden suchen sie sich immer wieder solche Rastplätze wie am Radelsee.“ Wie lange die einzelnen Tiere an einem Ort verweilen, sei jedoch schwer nachzuvollziehen. „Einige bleiben ein paar Tage, andere ein paar Wochen. Das ist sehr spontan und individuell“, erklärt der Rostocker.

„Vor zehn Jahren war die Radelseeniederung kein Ort für Kraniche“, erinnert sich Stefan Kroll. Seitdem habe es zahlreiche Naturschutz-Maßnahmen gegeben. „Nun hat die Flachwasserzone die richtige Höhe, damit sie darin übernachten können.“ Denn die Vögel schlafen nicht an Land, sondern im Niedrigwasser.

Der Platz selbst ist nicht zugänglich, da das Gebiet unter Naturschutz steht. „Man darf die Tiere auf keinen Fall stören, sie sind dafür sehr anfällig“, warnt Kroll. Doch am Bootsverleih an der Warnemünder Straße in Markgrafenheide gebe es einen Beobachtungsturm, von dem aus man einen guten Blick auf das Schauspiel habe. „Momentan kann man das jeden Abend sehen, das ist auch für Touristen interessant“, schätzt er. An anderen Orten habe sich schon ein Kranich-Tourismus entwickelt, in Markgrafenheide sei es noch ein Geheimtipp.

Kroll schätzt, dass die Tiere noch bis Ende Oktober ihren Rostocker Schlafplatz nutzen werden. Doch vielleicht müsse man nicht auf alle im Winter verzichten. „Mittlerweile ist das Wetter so mild, dass ein Teil der Vögel in Norddeutschland bleiben kann.“ So habe man im vergangenen Januar erstmals rund 500 Kraniche in Rostock gezählt. Wie es in diesem Jahr wird, kann Kroll noch nicht sagen.

„Wenn es Schnee und Eis gibt, können sie schnell die Winterflucht antreten.“

Johanna Hegermann

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