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Ein starkes Boot für starke Helfer

Warnemünde Ein starkes Boot für starke Helfer

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat gestern die „Nimanoa“ in Dienst gestellt

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Viele Zuschauer hatten sich eingefunden, als Heike Götz die Nimanoa auf dem Alten Strom in Warnemünde taufte.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Warnemünde. Ihr neuestes Seenotrettungsboot hat die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gestern in Warnemünde auf den Namen „Nimanoa“ getauft. Das Boot ist für die Seenotrettungsstation in der Nähe von Damp in Schleswig-Holstein bestimmt. Den Namen erhielt das Schiff von TV-Moderatorin Heike Götz. Sie ist die „Bootschafterin“ der DGzRS.

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Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat gestern die „Nimanoa“ in Dienst gestellt

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Mit der Taufe des neuen Schiffes, das auf der Gehlsdorfer Tamsen Werft gebaut wurde, setzt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ihr Neubau- und Umstationierungskonzept fort. Darauf hatte auch Gerhard Harder, Vorsitzender der Gesellschaft, hingewiesen. „Wir haben 60 Schiffe, 20 davon sind Kreuzer wie die ,Arkona’, die anderen haben eine Größe wie der Täufling“, sagte Harder. Das „oberste Ziel bei der Erneuerung ist es, dass wir die besten und sichersten Schiffe für unsere Leute bauen lassen“, sagte der Vorsitzende. Das habe seinen Grund: „Wenn andere reinkommen, dann fahren wir raus und retten.“ Angesichts der Lebensdauer der Schiffe müsse man alle zwei Jahre ein neues bauen.

Während der Wendezeit seien jedoch innerhalb von vier Jahren 24 Schiffe in Dienst gestellt worden, entsprechend hoch sei nun der Ersatzbedarf. Auf der Rostocker Werft Tamsen Maritim werden deswegen insgesamt acht Boote gebaut. Die „Nimanoa“ ist das zweite Schiff dieser Reihe, eines wurde bereits vor zwei Jahren in Dienst gestellt. Die Arbeit an diesen Booten sei eine technische Herausforderung, sagte Christian Schmoll, Geschäftsführer der Werft.

„Dies ist ein guter Moment für die Hansestadt Rostock“, betonte Oberbürgermeister Roland Methling, der ein Grußwort bei der Taufe sprach. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sei die erste Organisation gewesen, die nach der Wende die schnelle Einheit vollzogen und entlang der mecklenburg-vorpommerschen Küste die Seenotrettung in die Hand genommen habe. Methling wies auch darauf hin, dass die Gesellschaft jährlich 40 Millionen Euro aufwende, um die Seenotrettung zu organisieren. Um diese Arbeit zu unterstützen, sei auch die Hansestadt Rostock förderndes Mitglied der DGzRS.

Diesem Beispiel folgte auch der Förderverein des Leuchtturms Warnemünde. Sein Vorsitzender Klaus Möller überreichte im Anschluss an die Bootstaufe eine Spende in Höhe von 500 Euro.

Gerhard Harder hatte zuvor deutlich gemacht, dass sich die Seenotretter seit 153 Jahren aus Spenden finanzieren. Es gebe sogar Menschen, die ganze Schiffe bezahlen, sagte Harder. Die „Nimanoa“ sei zu einem großen Teil aus der zweckgebundenen Erbschaft eines Ehepaares bezahlt worden, dessen Wunsch folgend sei das Boot auf seinen jetzigen Namen getauft worden.

„Bootschafterin“ Heike Götz erläuterte in ihrer Taufrede, dass Nimanoa eine Gestalt aus der mikronesischen Mythologie ist. Dieser Gestalt wird die Fähigkeit zugeschrieben, Reisende auf See stets an ihr Ziel gelangen zu lassen. Den Namen hatte die Segelyacht des Ehepaares getragen, das auch eine Atlantiküberquerung unternommen hatte.

Für Heike Götz geht die Tätigkeit als „Bootschafterin“ der DGzRS ihrem Ende entgegen. Sie hatte die Rettungsorganisation auch zum Teil in ihrer Berichterstattung in der Landpartie berücksichtigt.

Mehrfach hatte sie an Fahrten auf Seenotkreuzern teilgenommen und dabei festgestellt: „Das sind tolle Leute“, die ihr ans Herz gewachsen seien. Neuer „Bootschafter“ wird im kommenden Jahr der Schauspieler Till Demtrøder sein. Er ist vielen in Norddeutschland aus seiner Rolle in der TV-Serie „Großstadtrevier“ bekannt.

Mit 18 Knoten zum Schiffbrüchigen

Freiwillige Seenotretter werden das neue Boot „Nimanoa“ auf der Station Damp (Schleswig-Holstein) nutzen. Die „Nimanoa“ ersetzt dort das Seenotrettungsboot Karl van Well.

Die „Nimanoa“ hat eine Länge von 10,10 Metern, ist 3,61 Meter breit und hat einen Tiefgang von 0,96 Metern. Angetrieben wird das Schiff über einen Propeller, der Motor leistet 380 PS, die Geschwindigkeit ist 18 Knoten, das entspricht etwa 33 Kilometer in der Stunde. Das Schiff ist als Selbstaufrichter konstruiert und aus Aluminium.

Insgesamt werden in diesem Jahr sechs neue Schiffe von der DGzRS in

Dienst genommen. Darunter zwei Seenotrettungskreuzer, einer davon für die Station Greifswalder Oie, und vier Seenotrettungsboote, eins davon ist die „Nimanoa“.

Michael Schißler

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