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Elke Kleemann: „Mein Mann war ein Malender“

Warnemünde Elke Kleemann: „Mein Mann war ein Malender“

Galerie Tölle am Georginenplatz eröffnet Ausstellung zu Ehren von Christoph Kleemann (1944 – 2015)

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Elke Kleemann (l.) und Galeristin Anke Tölle bereiten die Ausstellung vor.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Viele Rostocker kennen ihn: Christoph Kleemann, Studentenpfarrer, Sprecher des Runden Tisches, kommissarischer Oberbürgermeister der Wendezeit, Bürgerschaftspräsident, Sozialkundelehrer oder Chef der Rostocker Stasi-Unterlagenbehörde und Roman-Autor. Aber nur wenige kennen den Maler Christoph Kleemann. Aus Anlass seines ersten Todestages zeigt die Galerie Anke Tölle am Warnemünder Georginenplatz ab morgen eine Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen von Christoph Kleemann.

OZ-Bild

Galerie Tölle am Georginenplatz eröffnet Ausstellung zu Ehren von Christoph Kleemann (1944 – 2015)

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„Mein Mann war ein Malender“, sagt Elke Kleemann. Anders habe sie ihn nie kennengelernt. Dass es bisher noch nie eine Ausstellung mit den Bildern ihres Mannes gab, habe wohl nur einen einzigen Grund.

„Er glaubte, seine Bilder seien nicht gut genug, um sie vorzuzeigen“, erzählt die Witwe.

Auch jetzt scheint Elke Kleemann zumindest noch im Stillen und hin und wieder zu zweifeln, ob eine Ausstellung das Richtige sei, ob ihr Mann es wirklich gewollt hätte. Von allein wäre er wohl nie darauf gekommen, glaubt sie. Doch Freunde, Bekannte, Kinder, Enkel – und schließlich die Warnemünder Malerin und Galeristin Anke Tölle hätten ihre Zweifel zerstreut. Elke Kleemann: „Jetzt denke ich:

Es ist ihm zu Ehren, in Erinnerung an meinen Mann. Das ist gut, und ich mach’ das jetzt.“

Anke Tölle hat den Zeitpunkt für die Ausstellung bewusst gewählt. „Es ist November, die Zeit des Gedenkens, mit Volkstrauertag und Totensonntag“, sagt sie. Und weil sie mit dem ersten Todestag Christoph Kleemanns zusammenfalle, gebe es einen guten Grund, an ihn zu erinnern und seine nur wenigen Menschen bekannte Seite zu zeigen. „Es sind gute Bilder. Vielfältig, oft akribisch“, sagt die Galeristin und betont: „Es ist keine Verkaufsausstellung.“ Es sei eine Ausstellung zur Erinnerung.

Erste Bilder der Schau stammen aus dem Jahr 1956. Es gibt Urlaubsbilder mit Landschaften, Bilder der Region, die Rostocker Altstadt mit der Petrikirche, Rügen; verschiedene Tageszeiten, unterschiedliche Jahreszeiten, mal Öl, mal Kohle, mal Kreide. „Nie ist mein Mann ohne seinen Skizzenblock aus dem Haus gegangen“, erzählt Elke Kleemann. Sie erinnert sich an manche Stunden des Wartens, die eigentlich ein Strandspaziergang werden sollten. „Wenn er sagte: ,Du, Elke, ich bleib’ hier mal sitzen’ , dann wusste ich Bescheid.“

Kleemann malte. Fünf Stunden blieb er einmal in der Bretagne sitzen, ein Ölbild ist entstanden. Später, als er 2009 in den Ruhestand ging, besuchte er Malkurse, auf Rügen, in der Toscana. Und er schrieb – nicht nur seinen Roman „Hans im Glück oder Die Reise in den Westen“, der im März 2015 erschien. Viele Gedanken hat Kleemann festgehalten, wie diesen: „Die Dankbarkeit sind die Schuhe, mit denen wir über das Wasser laufen lernen.“ Anke Tölle: „Es ist eine Ausstellung mit vielen Worten und Bildern geworden – in Erinnerung an ein facettenreiches Leben.

Ausstellung: 29. Oktober bis 4. Dezember, Galerie Tölle, Georginenplatz

Pfarrer, Lehrer, Präsident

Christoph Kleemann wurde 1944 in Meißen geboren, studierte Theologie in Rostock, arbeitete unter anderem als Vikar in Dresden, als Jugendpfarrer in Meißen und war ab 1976 Studentenpfarrer in Rostock. 1989 war Kleemann Mitbegründer des Neuen Forums, wurde 1990 amtierender Oberbürgermeister, später Präsident der ersten frei gewählten Bürgerschaft. Ab 1994 arbeitete er als Lehrer und von 1999 bis 2009 als Leiter der Außenstelle Rostock der Stasi-Unterlagen-Behörde. Kleemann starb 71-jährig am 28. Oktober 2015 an den Folgen seines Krebsleidens.

Klaus Walter

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