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Erste Messungen: Luft im Seebad trotz der Kreuzfahrer sauber

Warnemünde Erste Messungen: Luft im Seebad trotz der Kreuzfahrer sauber

Das erste Jahresergebnis der Luftgütemessstation in Hohe Düne zeigt: Beim Einlaufen der Kreuzfahrtschiffe nimmt die Verunreinigung zu, aber im Jahresdurchschnitt ...

Warnemünde. Das erste Jahresergebnis der Luftgütemessstation in Hohe Düne zeigt: Beim Einlaufen der Kreuzfahrtschiffe nimmt die Verunreinigung zu, aber im Jahresdurchschnitt betrachtet, verpesten die Luxusliner die Luft nicht.

 

OZ-Bild

Schwarzer Rauch kommt aus dem Schornstein.

Ergebnisse sind öffentlich

5 Luftgütemessstationen berteibt das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Rostock, eine seit Ende 2014 auf Hohe Düne.

Sie wurde aufgrund vieler Beschwerden über die Luftbelastung durch den Schiffsverkehr und die Kreuzfahrtschiffe am Kai errichtet. Gemessen werden Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Schwebstaub.

Alle Werte sind öffentlich zugänglich.

• Internet:

www.lung.mv-regierung.de

Die Messstation war aufgrund der vielen Beschwerden über die Belastung der Luft aus den Schornsteinen der Kreuzfahrtschiffe Ende 2014 auf dem Gelände der Wasser- und Schifffahrtsdirektion errichtet worden. Meinolf Drüeke vom Betreiber der Messstation, dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie, stellte die ersten Ergebnisse auf der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend vor — und erntete die unverhohlene Skepsis vieler Warnemünder.

„Die Auswertung der Daten hat ergeben, dass bei allen überwachten Schadstoffkomponenten die Grenzwerte sicher eingehalten werden“, sagte Drüeke. Beispiel Schwefeldioxid: Gemessen wurde ein Jahresmittelwert von 2 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der Grenzwert liege bei 20 Mikrogramm. Ebenso das Verhältnis beim höchsten Stundenmittelwert: 18 gemessen, 350 sind erlaubt.

Drüeke betonte, dass die auf Hohe Düne gemessenen Werte sich nicht wesentlich von den Werten der anderen Messstationen in Mecklenburg-Vorpommern unterscheiden. Sie seien sogar deutlich niedriger als die Werte der Messstellen an den Rostocker Straßen, Am Strande und am Holbeinplatz.

Ortsbeiratsmitglied Mathias Ehlers fasste die Skepsis vieler in einer Frage zusammen: „Wenn die Messwerte so sehr in Ordnung sind: Bilden sich die Warnemünder ihr Problem nur ein?“

Luftgütespezialist Drüeke räumte daraufhin ein, dass es sich um „flächendeckende Messungen“ handele. „Für einzelne Beschwerdefälle ist unsere Technik gar nicht ausgelegt“, sagte er. Man könne allerdings an den Messungen eines Tages jede einzelne Vorbeifahrt eines Schiffes ablesen. Berechne man jedoch wieder den Durchschnitt aus allen Spitzenwerten und den Messungen eines Tages, sei man wiederum weit entfernt von den Grenzwerten. „So ist nun mal das Verfahren“, sagte Drüeke. Er versprach, an der Sache dranzubleiben. In einem nächsten Schritt werde sein Amt beispielsweise den anfallenden Ruß auffangen und chemisch auf die Inhaltsstoffe untersuchen. Auch daraus könnten sich weitere Maßnahmen ableiten.

„Der Ruß ist tödlich“, konterte die Warnemünderin Magdalena Flemming. Sie wische die schwarzen Partikel täglich von ihren Fensterscheiben, ihr Geruch sei unerträglich.

Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus, er selbst wohnt am Alten Strom, mahnte zur Sachlichkeit. „Wir sind in dieser Sache schon ein deutliches Stück weitergekommen, aber es geht nicht alles von heute auf morgen.“ Wichtig sei, dass dem „subjektiven Empfinden nun objektive Messergebnisse gegenübergestellt“ werden könnten.

Ortsbeiratschef Alexander Prechtel stellte sicherheitshalber noch einmal klar: Alle Warnemünder wollten diese Schiffe, aber in Sachen Luftgüte und Lärm müsse sich etwas tun. Die Messungen seien „kein Anlass, die Situation beruhigt zur Kenntnis zu nehmen.“

Von Klaus Walter

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