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Feuerquallen in der Ostsee: Die Plagegeister sind wieder da

Warnemünde Feuerquallen in der Ostsee: Die Plagegeister sind wieder da

Bis zu 15 Betroffene pro Tag wenden sich mit der Bitte um Hilfe an die Rettungsschwimmer der Wasserwacht / Ihr Tipp: Abreiben mit Sand, kühlen mit Wasser

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Rettungsschwimmer Johannes Schröder (33) war gestern Wachleiter auf Rettungsturm 1 am Warnemünder Strand.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Sie sind wieder da: die Feuerquallen. Ganz gemeiner Weise treten die Plagegeister gleich zu Beginn der Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern deutlich öfter in Erscheinung. Von einer Plage mögen die Rettungsschwimmer am Warnemünder Strand zwar noch nicht sprechen, da haben sie schon mehr erlebt. Aber immerhin: „10 bis 15 Badegäste pro Tag machen derzeit Bekanntschaft mit den Feuerquallen und bitten uns um Hilfe“, sagt Rettungsschwimmer Johannes Schröder (33), gestern Wachleiter auf dem Rettungsturm 1 am Warnemünder Strand. Alle Hilfesuchenden sind mit den Nesselzellen der „gelben Haarqualle“ (Cyanea capillata) in Kontakt gekommen, die von Küstenbewohnern und Urlaubern gleichermaßen Feuerqualle genannt wird. Und das zu Recht.

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Bis zu 15 Betroffene pro Tag wenden sich mit der Bitte um Hilfe an die Rettungsschwimmer der Wasserwacht / Ihr Tipp: Abreiben mit Sand, kühlen mit Wasser

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Wer die oftmals sogar völlig frei in der See schwimmenden und bis zu zwei Meter langen Tentakeln der glibberigen Meeresbewohner berührt, verspürt zunächst ein Brennen, etwa so stark wie bei der Berührung einer Brennnessel. Doch zurück am Strand, wenn der kühlende Effekt des Seewasser nachlässt, geht es je nach Körperregion mitunter richtig zu Sache.

„Das kann recht schmerzhaft sein“, sagt Barbara Hentzsch vom Warnemünder Institut für Ostseeforschung (IOW). Die Nesselkapseln der gelben Haarqualle haben eine höhere Durchschlagskraft als die der eher harmlosen Ohrenquallen. „Das Gift kann allergische Reaktionen und Hautrötungen hervorrufen“, sagt Barbara Hentzsch. „Anfassen sollte man die Quallen also nicht und im Wasser nach Möglichkeit einen gebührenden Abstand halten.“ Gelbe Haarquallen seien normalerweise im Oberflächenwasser der Ostsee eher selten. Sie gelangten aber durch Wind bedingten Auftrieb von salzreichem Tiefenwasser auch schon mal in die Badebereiche.

Rettungsschwimmer Manfred Oewers (66) bringt viele Jahre Erfahrungen mit den unangenehmen Meeresbewohnern mit. Seinen Beobachtungen zufolge tauchen die gelb-roten Biester häufig dann auf, wenn die Ostsee über 19 Grad warm wird, es kurz zuvor einen Sturm gegeben hat und dann ablandiger Wind einsetzt. „Gefährlich ist nicht die Qualle an sich“, sagt Manfred Oewers. „Aber ihre Tentakeln haben es in sich.“ Der Haken an der Sache: Man sieht sie nicht oder kaum, sie können auch losgelöst vom Tier im Wasser treiben und wenn man sie bemerkt, ist es meist schon zu spät. Trotzdem helfe es, deutlich Abstand zu halten, wenn man Feuerquallen beim Baden sieht oder im Spülsaum bemerkt.

Oft seien es Kinder, die nach der Berührung von besorgten Eltern zu den Rettungstürmen gebracht werden, wie Manfred Oewers erzählt. Manche weinten bitterlich. Helfen können die Rettungsschwimmer aber nur mit Hausmitteln: „Abreiben mit trockenem Seesand, kühlen mit Seewasser“, heißt das bewährte Rezept. Mit dem Sand werden die Nesselzellen von der Haut gerieben, ein nasses Handtuch um die Stelle gewickelt, lindert den Schmerz. „Nach einer halben Stunde ist meist alles vergessen“, sagt der Rettungsschwimmer. Was gar nicht geht: Süßwasser oder Desinfektionsmittel. Sie sorgten dafür, dass noch nicht explodierte Nesselzellen ihr Gift abgeben können.

Ohrenqualle häufigste Art an der Ostsee

98 Prozent Wassergehalt – damit gehören Quallen zu den Tieren, die am wenigsten eigene Körpersubstanz besitzen, um sich von ihrer Umwelt abzugrenzen. Häufigste Quallenart an den Ostseestränden ist die Ohrenqualle (Aurelia aurita). Wie alle Quallen durchläuft sie jedes Jahr einen Zyklus mit einem festsitzenden (als Polyp) und einem frei schwebenden (als Qualle) Entwicklungsstadium. Quallenfutter besteht aus kleinsten Meerestierchen, dem Zooplankton. Um ihre Nahrung zur Mundöffnung transportieren zu können, lähmen Quallen ihre Beute mit dem Gift ihrer Nesselkapseln, die an ihren Tentakeln sitzen und bei Berührung „explodieren“. Gelbe Haarquallen, auch Feuerquallen genannt, sind eher selten. Tauchen sie auf, ist „Abstandhalten“ angesagt.

Klaus Walter

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