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Flüchtlingskinder ziehen in Heidehof

Markgrafenheide Flüchtlingskinder ziehen in Heidehof

Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik baut Einrichtung für deutsche und syrische Kinder

Markgrafenheide. Der seit Jahren leer stehende „Heidehof“ am Ortsrand von Markgrafenheide bekommt neue Bewohner. Dort ziehen alleinlebende Flüchtlingskinder sowie Rostocker Kinder ein, die nicht zu Hause leben können. Es entstehen 23 Plätze, die zunächst überwiegend Flüchtlingskindern zur Verfügung gestellt werden. Das Haus gehört der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP), die es auch betreiben wird.

Einstiges Armee-Gelände

Das Areal am Ortsrand wurde seit den 30er Jahren militärisch genutzt. Es gab Schießanlagen. Die Marine der Nationalen Volksarmee (NVA) baute dort 16 Munitionsbunker. Aus den Unterkünften für die Soldaten entstand 1995 ein Hotel für behinderte Menschen.

„Bereits im Oktober 2015 ist die Stadtverwaltung auf uns zugekommen und jetzt setzen wir ihren Wunsch um“, sagt Torsten Benz, Geschäftsführer der GGP.

Es sei daran gedacht, so Benz, Rostocker Kinder, die bisher in Einrichtungen im Landkreis betreut werden, in Markgrafenheide unterzubringen. Da im Moment auch alleinlebende Flüchtlingskinder eine vernünftige Bleibe benötigen, werden die dort auch einziehen. „Die Finanzierung ist durch. Wir beginnen jetzt, das Haus zu sanieren, und sind Ende Mai fertig“, benennt Torsten Benz den Zeitplan.

„Ich finde gut, dass in das Haus wieder Leben einzieht, dort Kindern geholfen werden kann“, sagt Jürgen Dudek (Rostocker Bund), Vorsitzender des Ortsbeirates.

Gar nicht gut findet Jürgen Dudek hingegen, dass die Stadtverwaltung sich zu dem Thema bisher ausschweigt. „Ich hätte mir gewünscht, dass man uns als Ortsbeirat im Vorfeld einbezieht, so wie es die Stadtverwaltung zugesichert hat“, sagt Dudek. Bei klaren und rechtzeitigen Informationen hätte man erneut viel Aufregung und manches Gerüchte unter den Bürgern in Markgrafenheide vermeiden können.

Ob die Heidebewohner überhaupt und wenn ja, in welcher Form informiert werden sollen, bleibt offen. Von Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) gibt es dazu auch nach zwei Tagen auf eine OZ-Anfrage keine Aussage.

„Die Informationspolitik der Stadt ist entsetzlich, denn die wollen dort doch etwas umsetzen. Wir hatten andere Pläne, waren in Vorbereitung eines Bebauungs-Planes“, sagt Torsten Benz. Der werde nun beiseite gelegt, die Sanierung könne ohne B-Plan erfolgen.

Die GGP betreibt am Ortsrand von Markgrafenheide schon die „Tagesarbeitsstätte in der Lehmkuhl“. Bekannt geworden ist die Tagesarbeitsstätte unter anderem durch ihre Champignonproduktion in zwei früheren Munitionsbunkern der Nationalen Volksarmee (NVA). Dort arbeiten Menschen, die gehandicapt durchs Leben gehen müssen.

Die frühere Soldatenunterkunft im Eingangsbereich der Anlage hat der Verein „Ohne Barrieren“ 1995 zum Hotel „Heidehof“, als ein Hotel für Behinderte, umgebaut. Der Verein musste das Hotel 2010 aufgeben. Die GGP erwarb es und versuchte, dort verschiedene Projekte zu realisieren. Unter anderem sollten dort auch suchtkranke Frauen und Männer wohnen.

Von Thomas Sternberg

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