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Forscher müssen sich Naturschutz beugen

Markgrafenheide Forscher müssen sich Naturschutz beugen

Drei große wissenschaftliche Projekte laufen rund um Hütelmoor und Heiligensee / Alle warten auf den Durchbruch der Ostsee

Markgrafenheide. Das Areal um die Moore Heiligensee und Hütelmoor in der Rostocker Heide ist spannend für die Wissenschaft. Gleich drei größere wissenschaftliche Projekte laufen dort. Doch das 540 Hektar große Areal ist ein Naturschutzgebiet. Da dürfen auch Wissenschaftler nicht alles, müssen sich an klare Regeln halten.

 

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Der kanadische Umweltphysiker Fereidoun Rezanezhad stärkt „Baltic Transcoast“.

Quelle: Thomas Rahr
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Angelika Stoll ist im Forstamt für den Naturschutz zuständig. Der gilt für alle im Wald.

Quelle: Ove Arscholl
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Der kanadische Umweltphysiker Fereidoun Rezanezhad stärkt „Baltic Transcoast“.

Quelle: Thomas Rahr

„Es war ein komplizierter Prozess mit vielen Kompromissen, denn das Gebiet hat einen hohen Schutzstatus“, sagt Angelika Stoll, die im Stadtforstamt für den Naturschutz zuständig ist. Das Amt ist die Untere Naturschutzbehörde. „Der Naturschutz und der Forscherdrang lassen sich nicht immer vereinen“, so Angelika Stoll. So ist klar, dass die Wissenschaftler im Mai und Juni zur Brut- und Aufzuchtzeit der Vögel einen Bogen um das Naturschutzgebiet machen müssen. Auch wenn der Vogelzug einsetzt, ist es tabu.

Das größte Projekt ist das Graduiertenkolleg „Baltic Transcoast“ der Universität Rostock und des Ins- tituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Es läuft seit Jahresanfang und bis 2020.

Ziel des jährlich mit rund einer Million Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Kollegs ist das Erforschen des Austausches von Wasser und Nährstoffen an der Grenze zwischen Land und Meer. Es soll geklärt werden, welchen Einfluss vom Land eingetragene Nährstoffe auf die Entstehung von Treibhausgasen und damit für den Klimawandel haben.

Der Sprecher des Graduiertenkollegs, Professor Bernd Lennartz, hat gerade über eine namhafte Verstärkung informiert: Der kanadische Umweltphysiker Fereidoun Rezanezhad ist ein Experte für Transportprozesse von Wasser und Nährstoffen im Moorkörper.

„Wir haben in unserem Forschungsvorhaben ein starkes Team vereinen können, das für die besonders brennenden Fragen, insbesondere des Klimawandels an der Ostseeküste, Antworten geben wird“, ist Lennartz überzeugt. „Hier in Rostock gibt es bereits kurz nach dem Start des Projektes tolle Forschungs-Ansätze“, sagt der 41-jährige Kanadier, der an der Uni Heidelberg promovierte.

Mehr als 30 Prozent der Treibhausgase in Mecklenburg-Vorpommern kommen als Kohlendioxid aus entwässerten Mooren. Deswegen sind die Wiedervernässungen eine wichtige Option zur Verbesserung der Klimabilanz, hat Gerald Jurasinski von der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät zum Auftakt der Forschungen festgestellt. Die letzte Flutung hat es vor rund 20 Jahren gegeben.

„Wir und vor allem die Wissenschaftler warten bei Rosenort seit einigen Jahren auf den Durchbruch der Ostsee“, sagt Angelika Stoll. Bei der nächsten Wintersturmflut könnte es passieren. Denn nach den Deichbauten für Markgrafenheide wurde der Küstenschutz östlich des Heideortes auf einem Abschnitt von fast drei Kilometern aufgegeben. Dort gibt es wieder natürliche Küstenausgleichsprozesse.

Renaturierung im Moor

540 Hektar groß ist das Naturschutzgebiet Heiligensee und Hütelmoor am nördlichen Rand der Rostocker Heide. Den Schutzstatus erhielt es bereits 1957. Trotzdem wurden ab 1975 Flächen durch ein Schöpfwerk entwässert, das Grünland umgebrochen und Gräser angesät. Seit 1990 wird versucht, diese Eingriffe rückgängig zu machen. Das Moor wurde wieder mit Wasser aufgefüllt.

Thomas Sternberg und Wolfgang Thiel

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