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Friedhofskultur ändert sich

Warnemünde Friedhofskultur ändert sich

Nur fünf Prozent aller Beerdigungen auf den Rostocker Friedhöfen sind Erdbestattungen

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Professor Thomas Klie auf dem Neuen Friedhof in Rostock, der zunehmend durch neue Bestattungsformen sein Gesicht verändert.

Quelle: Universität/ Julia Tetzke

Warnemünde. Sonntag ist Volkstrauertag, und Senator Holger Matthäus (Grüne) ist bei der Kranzniederlegung im Warnemünder Stephan- Jantzen-Park dabei. Manches ist dann und auch am folgenden Totensonntag wie immer, doch die Friedhöfe der Stadt verändern sich. „Die Trauerkultur hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt“, stellt Professor Thomas Klie, praktischer Theologe an der Universität Rostock, fest.

Auch wenn die Freigabe der Friedhofspflicht in Mecklenburg-Vorpommern gerade vom Landtag abgelehnt wurde, müssen sich die Träger von Friedhöfen den veränderten Wünschen stellen.

„Erdbestattungen haben deutlich abgenommen, betragen nur noch fünf Prozent, Schwerpunkt ist die Urnenbestattung“, bestätigt Ute Fischer-Gäde, Leiterin des Amtes für Stadtgrün. Darum werde, so die Amtsleiterin, gerade eine neue Friedhofskonzeption erarbeitet. Die Stadt müsse sich den veränderten Bestattungsformen stellen. Eine Folge sei dabei, dass Gemeinschaftsanlagen im Gegensatz zum klassischen Urnengrab eine größere Fläche erfordern. „Auf dem Neuen Friedhof ist die Aschestreuwiese als besondere Bestattungsform einmalig in Deutschland und gilt weiterhin als erhaltenswert“, sagt die Amtsleiterin. Neben dem Ort als letzte Ruhestätte stehen alle Rostocker Friedhöfe auch als Parkanlage zur Verfügung. Dabei sei, so Fischer-Gäde, der parkähnliche Charakter von den Bestattungsflächen zu trennen. Im Einklang mit Denkmal- und Naturschutz sei das Freiraumkonzept ein Baustein des öffentlichen Grüns.

Der Theologe Klie weist darauf hin, dass das Verstreuen der Asche auf einer anonymen Grabstätte oder auch die Seebestattung nicht rückgängig zu machen sei. „Es fehlt dann ein Ort, an dem man trauern kann“, sagt er.

Die Rostocker Theologen wollen auf einer dreitägigen Tagung zum Thema „Friedhofspflicht und Friedhofsflucht“ über die gesellschaftlichen und kirchlichen Chancen und Herausforderungen der veränderten Friedhofskultur diskutieren.

Wt / Tst

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