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Frischer Wind „Am Alten Strom“

Warnemünde Frischer Wind „Am Alten Strom“

Antje Rausch (31) hat die gastronomische Leitung des Cafés und des Restaurants übernommen

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Antje Rausch (vorn) ist die neue Gastronomie-Chefin im Hotel und Café „Am Alten Strom“.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Gemütlicher soll es werden, noch mehr als jetzt zu Warnemünde passen — Antje Rausch (31) weiß, was sie will. Aber sie werde sich Zeit für die Umgestaltung lassen. „Das Richtige machen, darauf kommt es an. Nicht auf die Schnelligkeit“, sagt die junge Restaurant- und Hotelfachfrau, die am 1. April die gastronomische Leitung des Hotels „Am Alten Strom“

übernommen hat. Das „Café am Strom“ und das Restaurant „Port Royal“ sind jetzt das Hauptbetätigungsfeld der jungen Frau, die ihre Eltern, Helmut und Uta Jahn, aber auch weiterhin in Sachen Geschäftsführung des traditionsreichen Hotels unterstützt.

Antje Rausch scheint die Hotellerie im Blut zu haben. Schon als Schülerin arbeitete sie im Hotel. „Echte Ferienjobs, für fünf Mark Stundenlohn“, erinnert sie sich. „Und auch als Tochter vom Chef habe ich nichts geschenkt bekommen.“

Das wollte sie auch während der Ausbildung nicht. Ihre beiden Berufsabschlüsse als Restaurantfachfrau und Hotelfachfrau erarbeitete sie sich im Warnemünder Hotel Neptun. Dann ging sie für ein Jahr nach Australien — auch dort arbeitete sie in der Gastronomie, um ihr Leben zu finanzieren. Eine lehrreiche, aber harte Zeit: „Drei Jobs waren nötig: für Miete, Kleidung und das eigentliche Leben“, erinnert sich Antje Rausch. Danach wieder Arbeit im Neptun, dann fuhr sie auf Kreuzfahrtschiffen zur See — bevor sie schließlich noch ein Studium in Heidelberg absolvierte: Hotelbetriebswirtin.

Seit März 2014 ist sie wieder in Warnemünde — im Hotel „Am Alten Strom“. „Das hat ganz gut gepasst: Ich konnte meine Schwangerschaftszeit zur Einarbeitung nutzen“, erzählt sie. Denn obwohl ihre Eltern das Haus mit „Leib und Seele“ führen — Helmut Jahn, der das Hotel 1992 übernommen hatte und gewissermaßen aus der DDR-Zeit und dem FDGB-Charme in die moderne Hotellerie führte, ist mittlerweile 74 Jahre alt. Die Schwangerschaft ist längst Geschichte, Sohnemann Till ist drei Jahre alt, und Antje Rausch kennt längst jeden Winkel des Hauses — und jeden der insgesamt 50 Mitarbeiter. Und jetzt bot sich auch eine gute Gelegenheit, sich noch mehr zu engagieren. Das „Café am Strom“ und das Restaurant „Port Royal“ waren bislang verpachtet und quasi eigenständige Betriebe. Jetzt liefen die Pachtverträge aus. „Eine gute Gelegenheit, hier Verantwortung zu übernehmen“, sagt Antje Rausch.

„Nicht warmmachen, sondern richtig kochen“, sagt sie, und: „Nicht Pangasius aus Vietnam, sondern Dorsch von gegenüber.“ — So soll es zugehen in der Gastronomie, mit regionalen Produkten im Vordergrund. Schon jetzt ist vieles neu auf der Speisekarte. Doch auch baulich soll früher oder später einiges passieren. „Da haben wir noch so manche Nuss zu knacken“, sagt die neue Chefin. Das Problem ist die Enge: Mehr Platz zwischen Altem Strom und Kirchenstraße gibt es nicht, und sowohl Steakhaus mit Showküche sowie Café und Hotelgastronomie mit Frühstück, Mittag- sowie Abendessen sollen funktionieren. „Daneben wollen wir aber auch Veranstaltungen durchführen, auch mit Buffets. Das ist auf dem dafür vorhandenen Platz gar nicht so einfach zu lösen“, weiß die junge Frau. Dafür setzt sie aber vor allem auf ein gutes Team — mit jungen und erfahrenen Mitarbeitern, allesamt kreativ und dem Hotel verbunden.

Hotel mit Geschichte

1831 eröffnete der Gastwirt Burmeister ein Hotel Am Strom 60 — 18 Zimmer und ein Stallgebäude für Pferde. 1867 zog das Großherzogliche Nebenzoll- und Telegrafenamt ein, aber fast zeitgleich öffnete W. Banselow eine Gastwirtschaft im Haus Nummer 61. Somit ging die Geschichte der Gastronomie weiter. Eigentümer und Namen der Häuser wechselten, 1905 entstand hier sogar das erste Stahlbetongebäude Mecklenburgs. Der heute wieder sichtbare Turm veränderte die Silhouette am Alten Strom. Auch zur DDR-Zeit wohnten hier Urlauber. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) führte beide Häuser als „FDGB-Erholungsheim Am Alten Strom“.

Von Klaus Walter

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