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Für’s Ökokonto: Hafen erweitert Moorlandschaft

Warnemünde Für’s Ökokonto: Hafen erweitert Moorlandschaft

Renaturierung der Fläche zwischen Warnemünde und Lichtenhagen wird früher fertig / Tiere und Pflanzen bekommen einen neuen Lebensraum / Hero zahlt drei Millionen Euro

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Auf der Baustelle: Jens Scharner (v.l.), kaufmännischer Geschäftsführer der Hero, Holger Kleist, Hero, Bauunternehmer Hartmut Strelow, Theresia Rüth von Inros Lackner, Hero-Umweltingenieur Knut Bartsch und Stefan Hlawa vom Amt für Stadtgrün und Naturschutz.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Wie für diesen Tag bestellt, zieht ein Fischreiher einen Kreis über das Diedrichshäger Moor, landet und lässt es sich gut gehen. In einem Jahr soll das 45 Hektar große Areal Rückzugs- und Rastraum für viele Vogelarten und und Heimstatt für seltene Pflanzen werden. Doch noch bestimmen Bagger und schwere Transportfahrzeuge das Geschehen. Für rund drei Millionen Euro lässt die Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero) das Moor ökologisch aufwerten. Die Arbeiten werden deutlich früher fertig als geplant.

„Die Bodenabfuhr und die landwirtschaftliche Verwertung des Torfs ist bis zum Sommer 2017 abgeschlossen“, informiert Hero-Umweltingenieur Knut Bartsch. 90000 Kubikmeter Torf werden aus dem Gebiet herausgehoben. 50000 Kubikmeter sind bereits abgefahren. Der Torf kommt zu landwirtschaftlichen Betrieben in Lichtenhagen, Retschow, Rethwisch, Ivendorf, Hanstorf und Brookhusen, die alle im Landkreis Rostock liegen.

Die Renaturierung ist ein Vorgriff auf den gesetzlich vorgeschriebenen Grünausgleich für zukünftige Bauvorhaben im Seehafen. Sie wird dem Hafen auf ein Ökokonto gutgeschrieben. Wofür das Guthaben eingesetzt werde, lasse sich noch nicht sagen, so Jens Scharner, kaufmännischer Geschäftsführer der Hero. „Es laufen Prüfverfahren für die Hafenerweiterung bei Peetz und bei Krummendorf“, sagt Scharner. Im Spätherbst könnten erste Ergebnisse vorliegen. Der Hafen müsse langfristig für kommende Generationen vorbereitet werden. „Wenn es politisch gewollt wird, müssen wir einfach über alle Optionen verfügen“, sagt Scharner.

Als gute Tat auf diesem Weg wird das Diedrichshäger Moor wieder ein Feuchtgebiet – ohne den Grundwasserspiegel anzuheben. Hätte man eine klassische Vernässung des Moores durchgeführt, erklärt Stefan Hlawa vom Rostocker Amt für Stadtgrün und Naturschutz, wären die Keller der Warnemünder Häuser vollgelaufen.

„Wir graben uns dem Wasser entgegen“, erklärt Holger Kleist von der Hero das Renaturierungsprinzip. So entstehen Höhen und Senken mit mal mehr und mal mit weniger Wasser. Sie bieten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Genau das, das Abgraben der Oberfläche, kritisiert der Naturschutzbund (Nabu). Es komme so eher zu einem Torfverlust als zu einem Torfgewinn, so der Nabu.

„Was hier jetzt gemacht wird, ist der einzig richtige Weg“, sagt hingegen Stefan Hlawa. Er erinnert daran, dass Warnemünde unter entwässerten Bedingungen gebaut worden sei. Man könne jetzt nicht einfach den Grundwasserspiegel anheben. Die Planungen haben vor 15 Jahren begonnen. Das Planfeststellungsverfahren wurde mit einem Beschluss rechtskräftig beendet.

Hafen legt zu und investiert in Infrastruktur

13,9 Millionen Tonnen gingen im ersten Halbjahr 2016 über die Kaikanten des Rostocker Hafens. Das ist ein Zuwachs von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahrzeitraum.

14 Millionen Euro will der Hafen noch in diesem Jahr investieren. Zu den Projekten gehören unter anderem eine Vorstellfläche für Trailer und Vorbereitungen für eine neue Teilanschlussstelle zur Autobahn 19.

Thomas Sternberg

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