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Warnemünde Galerie will Kunst und Leben einen

Ulrike-Sabine Möller eröffnet alle sechs Wochen eine neue Ausstellung /Zahlreiche Künstler

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Sabine-Ulrike Möller stellt derzeit Bilder von Frank Borisch aus. Seit 31 Jahren wechselt sie alle sechs Wochen die Ausstellungen in ihrer Galerie – und sorgt dabei dafür, dass „Kunst zu etwas Normalem“ wird. FOTOS (2): MICHAEL SCHISSLER

Warnemünde. Eines wollte Ulrike-Sabine Möller nie: „Das Heer der mittelmäßigen Künstler vergrößern.“ Das hat sie erfahren, als sie in Greifswald Kunsterziehung studiert hat – „da sind wir mit allen Kunstrichtungen in Berührung gekommen und dabei erkennt man sich und seine Fähigkeiten dann selbst“, sagt sie, deswegen eröffnete sie – nach vielen Zwischenstationen – die erste Galerie im Seebad Warnemünde, die gibt es nun mittlerweile seit 31 Jahren.

OZ-Bild

Ulrike-Sabine Möller eröffnet alle sechs Wochen eine neue Ausstellung /Zahlreiche Künstler

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Der Betrieb steht auf dem festen Fundament der Erfahrungen, die Ulrike-Sabine Möller nach ihrem Studium gesammelt hat. Beispielsweise als Verbandssekretärin der Bildenden Künstler in Magdeburg. „Dort habe ich damals auch eine Galerie im Verbandsbüro eingerichtet“, erzählt die Frau, die aus einem kleinen Dorf bei Lübz (Ludwigslust-Parchim) stammt. Zwei Räume in der ehemaligen Bank nutzte sie für Ausstellungen und nannte sie „Galerie Himmelreich“. Diese Galerie gibt es noch heute, erzählt sie, „nur ist sie in einer anderen Straße zu finden.“

Die Aktivitäten der Kunstfreundin indes gefielen der DDR-Führung nicht sonderlich gut, so dass sie ihren Posten als Verbandssekretärin verlassen musste. Bis dahin „war ich in allen Ateliers zu Hause“

und das blieb Ulrike-Sabine Möller auch noch, als sie Bezirksdirektorin für alle Kunsteinrichtungen des Bezirkes Rostock wurde. „Allerdings habe ich gleich gesagt, dass ich diese Arbeit nur mache bis zum Aufbau meiner eigenen Galerie.“

In dieses Vorhaben setzte die Kunstfreundin dann auch jede Menge Kraft. „Ich habe der so genannten Gewerberaumlenkung dafür zehn bis 15 Objekte in Warnemünde vorgeschlagen“, erinnert sie sich.

Darunter auch die jetzigen Räume Am Strom. „Untergebracht waren dort damals eine Schneiderei und ein Eisverkauf des Konsum“. Die Räumlichkeiten waren nicht die erste Wahl für die Galeristin. „Mir wäre das Gebäude der heutigen Kurbibliothek lieber gewesen“, sagt sie, „das war außerhalb des Rummels und ich hätte noch einen Skulpturenpark an die Galerie anschließen können, aber heute bin ich natürlich dankbar, direkt am Strom zu sein.“ Wie sie noch über weitere Entwicklungen froh ist: „Ich wollte nie mit meinem Mann Peter zusammenarbeiten – jetzt tue ich es.“ Außerdem wollte die Galeristin nie an ihrem Arbeitsplatz leben – heute tut sie es. „Die Galerie ist ja sozusagen unser Wohnzimmer“.

Bis das allerdings so gemütlich wurde, wie es heute ist, war viel Arbeit notwendig. „Nach der Wende mussten wir neu anfangen“, sagt Ulrike-Sabine Möller, die im Jahr 1986 die erste Galerie in Warnemünde eröffnete. Es waren damals unsichere Zeiten. In der Wendezeit gab es Auseinandersetzungen mit der Treuhand, bei der sie von der Hansestadt Rostock unterstützt wurde. Die Galeristin ging auch wirtschaftliche Risiken ein, „um das zu machen, was ich am besten kann: Mittler zwischen Künstler und Publikum zu sein“.

Dabei hat sie es mittlerweile zu einer gewissen Meisterschaft gebracht. „Ich kenne hunderte Künstler und es kommen bestimmt wöchentlich 20 Bewerbungen von Künstlern, die bei mir ausstellen wollen“, sagt die Warnemünderin, die alle sechs Wochen eine neue Schau eröffnet. Mehr als 100 Künstler vertritt Ulrike-Sabine Möller mittlerweile ständig. „Eigentlich müsste ich diese Zahl verringern“, meint sie. Aber vielleicht braucht die Frau, die sich vorgenommen hat, Menschen zu zeigen, „dass Kunst etwas Normales ist“ und „Mensch und Kunst zusammengebracht werden müssen“, das gar nicht, denn ihre Geschäftsidee geht auf. „Ich habe immer angewandte Kunst mit bildender Kunst kombiniert“.

So bietet die Galerie Möller denn auch Schmuck und Keramik an, im Angebot sind auch preiswerte Grafiken und Kunstpostkarten. „Damit kann man die Schwellenangst der Kunden und Besucher verringern“, sagt die Galeristin und schafft sich damit auch wirtschaftlich die Basis, Werke von Künstlern auszustellen, die sie selbst interessieren.

Mit ihrer Galerie gehört Ulrike-Sabine Möller in Warnemünde zu den festen Größen, auch im Tourismus. Stammkunden kommen nach Warnemünde, um Fisch zu kaufen und um einen Blick in die Galerie Möller zu werfen.

Landschaftsbilder und alternativer Schmuck

Zwei Künstler stellen derzeit in der Galerie Möller in Warnemünde aus. Frank Borisch zeigt Landschaftsmalereien und Grafiken – überwiegend Ostseelandschaften. Borisch greift dabei auf seine Wurzeln in der Dresdener Malschule zurück. Sein umfangreiches malerisches Werk umfasst auch Stillleben, Interieurs und Stadtlandschaften. Es sind Bilder mit farbig verhaltenen Nuancen verwandter Töne. Kontrastreiche Farbakkorde sind selten. Ausgenommen das „Nach dem Sturm“ ein Bild aus seinen Anfangsjahren 1989, das mehr dem malerischen Zeitgeist entsprach.

Schmuck aus alternativen Materialien stellt Nora Fiege aus. 1981 geboren, studierte sie Mode- und Textildesign an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und in Norwegen, wurde 2009 zur Meisterschülerin ernannt. Nora Fiege lebt in Berlin. Die Schmuckkollektion besteht aus retro-reflektierendem Glaskugelgewebe, das in England für die Feuerwehr entwickelt wurde.

Die Schauen sind bis zum 11. Juli zu sehen. Am 13. Juli zeigen Künstler der Galerie „Die dagelassenen“ ihre Werke, Heike Rosner wird mit „Geschichten aus Papier“ zu erleben sein.

Michael Schißler

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