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Diedrichshagen Gegen Wohnungsbau keimt Widerstand

Grüne setzen für die Landschaftsschutzgebiet ein / Initiative denkt an Bürgerbegehren

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Wenn mehr Dampf in die Sache kommt, starten wir ein Bürgerbegehren.Karsten Ziegler „Warnemünde soll schöner werden“

Diedrichshagen. „Massive wirtschaftliche Interessen“ sieht Karsten Ziegler, Vorsitzender der Initiative „Warnemünde soll schöner werden“, hinter den Bestrebungen der Stadtverwaltung, im Landschaftsschutzgebiet „Diedrichshäger Land“ künftig Wohnbebauung zu ermöglichen. Eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes wird derzeit in der kommunalpolitischen Gremien diskutiert. Der Warnemünder Ortsbeirat hatte das Vorhaben mit nur einer Gegenstimme in seiner jüngsten Sitzung bereits zurückgewiesen.

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Grüne setzen für die Landschaftsschutzgebiet ein / Initiative denkt an Bürgerbegehren

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Der Chef der Bürgerinitiative machte deutlich, dass die Stadt noch nicht nach anderen Standorten für Wohnbebauung gesucht habe. Wie auch bereits Ortsbeiratsmitglied Professor Dieter Neßelmann (CDU) deutlich gemacht hatte, könnte neue Häuser auch am Elmenhorster Weg gebaut werden, so Ziegler. Die Stadt allerdings setze darauf, ostseenahe Bauplätze anzubieten. Sie will damit verhindern, dass Bürger in andere Gemeinden abwandern oder gar nicht erst nach Rostock kommen. Ziegler kritisiert besonders, dass man in ein Landschaftsschutzgebiet eingreifen wolle. Dies sei für ihn nicht zu verstehen. „Wenn sich die Warnemünder darauf einlassen, dann wird nach und nach das gesamte Landschaftsschutzgebiet bebaut werden. „Je weniger davon verbleibt, desto weniger rechtfertigt es einen Schutz“, so Ziegler. Gleichzeitig macht er deutlich, dass die Grundstücke dort nicht für alle Familien erschwinglich sein werden. Er ging davon aus, dass der Quadratmeter um die 220 Euro kosten wird.

Das können sich junge Familien nicht leisten. Ziegler hält der Rostocker Politik vor, ähnlich Fehler schon in Warnemünde gemacht zu haben: „Am Molenfeuer gibt es nach meiner Erkenntnis schon Probleme, Wohnungen zu verkaufen.“ Und: „Man muss die Fehler, die man in Warnemünde gemacht hat, nicht in Diedrichshagen wiederholen.“ Einerseits fragt sich Ziegler nun, wo das Engagement der Naturschutzverbände bleibt, schließlich gehe es doch um ein Landschaftsschutzgebiet. Ziegler will nun die weitere Entwicklung abwarten, weiß aber schon, „wenn die Sache richtig Dampf bekommt, dann werden wir ein Bürgerbegehren organisieren.“

Gestern wandten sich auch Bündnis 90/Grüne in der Rostocker Bürgerschaft gegen das Projekt, bei dem die 350000 Quadratmeter Bauland werden sollen. „Dieses Vorhaben ist von einem großen Maß an Ignoranz gegenüber Naturschutz und Landschaftsbild geprägt. Hier wird Luxus-Wohnen in Ostseenähe für nur Wenige auf Kosten der Allgemeinheit angestrebt," kritisiert Andrea Krönert, grüne Vertreterin im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Bislang habe die Stadt positive Ansätze einer flächensparenden Innenentwicklung gezeigt. Genau das Gegenteil wäre das Wohngebiet im Diedrichshäger Land. Dies hätte auch finanzielle Folgen für die Stadt, die erhebliche Kosten für die Infrastruktur zu tragen hat. Weil eine attraktive Busanbindung gar nicht finanzierbar sein werde, werde die Verkehrsbelastung in Warnemünde steigen. Am Ende wird die Hansestadt Rostock die Unterhaltung der Straßen in dem neuen Wohngebiet finanzieren müssen. Und das würden viele Meter Straße für wenig zusätzliche Einwohner sein, so Krönert von den Bündnisgrünen, die ebenfalls befindet, dass das Landschaftsschutzgebiet nach und nach für den Wohnungsbau verbraucht werden würde.

Alexander Prechtel (CDU), Vorsitzender des Warnemünder Ortsbeirates, kann die Reaktionen verstehen. „Es werden bestimmt noch viel mehr Warnemünder sein, die sich dagegen aussprechen“, sagte Prechtel gestern. Schließlich gehe es bei dem Vorhaben nicht um sozialen Wohnungsbau, sondern um Wohnen in der gehobenen Klasse. Wenn jetzt behauptet werde, es gehe um einige wenige Grundstück, so Prechtel, – die Rede ist von 140 pro Jahr – dann müsse man sehen, wie schnell die Fläche dafür verbraucht sei und es neue Begehrlichkeiten gebe.

Wenn man jetzt das Tabu breche und zustimme, werde das Landschaftsschutzgebiet nach und nach aufgegeben, auch wenn dies angesichts des rechtlichen Schutzes nicht einfach sei, sagt Alexander Prechtel.

Michael Schißler

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