Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Handel wappnet sich für Herbstflaute

Warnemünde Handel wappnet sich für Herbstflaute

Geschäfte haben nach Saison-Ende erste Einbußen / Ab November gilt Bäderregelung nicht mehr

Voriger Artikel
Neuauflage: Reiseführer über Seebäder
Nächster Artikel
Seefahrtschule seit 25 Jahren unter Wismarer Flagge

Jörg Zagermann verkauft zwei Mützen an Robert Jummrich aus Sachsen-Anhalt. Schon Ende Oktober will Zagermann seinen Stand am Warnemünder Bahnhof für die Wintermonate schließen.

Quelle: Fotos: Johanna Hegermann

Warnemünde. Während der Wind ordentlich durch das Seebad pfeift, zieht in den Geschäften langsam Flaute ein. Ein laues Lüftchen weht zwar noch, doch die Urlaubssaison ist vorbei und die Händler in Warnemünde müssen sich auf die ruhige Nachsaison vorbereiten. Ab November gilt dann auch nicht mehr die Bäderregelung. Für viele Geschäfte ein herber Einschnitt.

OZ-Bild

Geschäfte haben nach Saison-Ende erste Einbußen / Ab November gilt Bäderregelung nicht mehr

Zur Bildergalerie

Es sei kein einfaches Jahr für den Handel in Warnemünde gewesen, ist sich Dietmar Vogel vom Handels- und Gewerbeverein Warnemünde sicher: „Hotellerie und Handel haben gleichermaßen unter dem Wetter gelitten.“ Nun sind die Saison und die Ferien zu Ende und im Herbst und Winter kommen weniger Urlauber nach Warnemünde. Dietmar Vogel sieht einen Grund darin, dass das Seebad vor allem als Ort für den Sommerurlaub wirbt. Er gibt dafür der Stadt eine Mitschuld. „Die Bürgerschaft soll nicht darüber reden, ein neues Theater zu bauen“, kritisiert er. Stattdessen solle man lieber über die Saison verlängernde Maßnahmen nachdenken. „Und jetzt müssen wir uns wieder mit der Bäderregelung herumschlagen“, ergänzt er aufgebracht. Denn ab November müssen auch die Geschäfte in den Ostseebädern am Sonntag geschlossen bleiben.

„Der Sonntag fehlt uns“, sagt Birgit Schalowski, Filialleiterin des Bekleidungsgeschäfts „baltic mare“ in Warnemünde. Doch sie weiß auch, dass es zwei Seiten der Medaille gibt. „Natürlich ist es für die Arbeitnehmer ärgerlich, am Sonntag zu arbeiten“, räumt sie ein. Doch hierbei gehe es auch um Arbeitsplätze. Schließlich sei der Sonntag einer der umsatzstärksten Wochentage. „Da ist das Geschäft manchmal sogar stärker als am Sonnabend.“ Auch sie wäre dafür, dass jedes Geschäft eigenverantwortlich über seine Öffnungszeiten entscheiden solle.

Über das aktuelle Geschäft könne sie sich allerdings nicht beschweren. „September und Oktober gehören sogar zu unseren umsatzstärksten Monaten“, sagt Birgit Schalowski. Doch das variiere von Jahr zu Jahr. „Man kann den Kunden nicht mehr kalkulieren.“ Langsam werde es im Laden ruhiger, doch mit einer richtigen Flaute rechne sie erst im Januar.

Anna Brede vom Laden „Dit & Dat“ sieht dem Winter gelassen entgegen. Ab November gibt es hier verkürzte Öffnungszeiten. „Über den Oktober kann ich mich nicht beschweren“, sagt Anna Brede. Schließlich verkaufe sie regionale Geschenkartikel und Lebensmittel. „Die kann man nicht so schnell im Internet bestellen.“ Auch sie weiß, dass die Geschäfte im Herbst und Winter einbrechen. Doch die Ruhe und die freien Sonntage sieht sie auch als Chance: „Ich finde das ganz angenehm. Diese Zeit braucht man auch, um sich zu erholen“, erklärt Anna Brede. Das sei jedoch nur möglich, wenn man in der Hochsaison genug eingenommen habe. „Man zehrt dann von den vorherigen Monaten.“

Das Saison-Ende geht auch an Jörg Zagermann nicht spurlos vorbei. „Den Unterschied spürt man sofort.“ Der Händler verkauft am Bahnhof ganz unterschiedliche Produkte. Doch nicht die Sonnenbrillen, sondern die Regenschirme seien in diesem Jahr der Renner gewesen. Doch sobald weniger Urlauber in Warnemünde sind, nehmen auch die Verkaufszahlen ab. „Im Winter ist hier gar nichts mehr los“, sagt Zagermann. Er schließt daher Ende Oktober für die Wintersaison seinen Stand und wird unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin seine Waren anbieten.

Johanna Hegermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Neukloster
Freuen sich über den Erfolg: Nicole Appelt (Mitte) mit den Coaches des Arbeitvermittlungsprojektes Jutta Wilinski (l.) und Dagmar Schulz

Leo-Projekt vermittelt Langzeitarbeitslose / 7 von 16 Teilnehmern haben Arbeit gefunden

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Warnemünde

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Sozialwohnungen für Rostock

Firma aus Schleswig-Holstein baut an drei Standorten / Stadt verteidigt frühere Abrisse