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Hightech für das Benfica-Stadion

Warnemünde Hightech für das Benfica-Stadion

Firma Meißner hat nach Fußball-Arenen in Deutschland auch das „Estadio da Luz“ mit Tontechnik ausgestattet.

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Sabine und Sven Meißner vor ihrem Geschäft in der Mühlenstraße. Seit mehr als 60 Jahren gibt es den Familienbetrieb.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Es sind die neuen Geschäftsfelder, die der 1948 gegründeten Firma Meißner aus Warnemünde den wirtschaftlichen Erfolg sichern. Allein mit dem Verkauf und der Reparatur von Fernsehern und Waschmaschinen wäre es wohl eng geworden. Doch der heutige Firmenchef Sven Meißner (46) setzte mit der Wende auf die Installation von Beschallungs- und Konferenztechnik. Und er rüstet sogar ganze Stadien aus.

Sein jüngstes Referenzobjekt ist das Wohnzimmer von Benfica Lissabon. Meißner hat die Beschallungstechnik im „Estadio da Luz“ installiert. „Wir waren schon überrascht, als wir gefragt worden sind“, sagt Sven Meißner. Doch der gute Ruf, den sich die Firma in anderen Stadien erarbeitet hatte, war bis nach Lissabon gedrungen. In schwindelerregender Höhe von mehr als 50 Metern wurden die schweren Lautsprecher montiert. „Ohne die beiden Alpinisten aus Brasilien, die uns der Verein zur Verfügung gestellt hat, hätten wir das nicht hinbekommen“, berichtet Meißner. Insgesamt wurden 110

Soundsysteme unterm Stadiondach und 654 Lautsprecher an Balkonen und Logen angeschlossen. Mit drei Mann aus Warnemünde hat der Chef in Lissabon gearbeitet. Im Ostseebad hat Sabine Meißner (43) die Stellung gehalten, denn dort gab es viele laufende Aufträge. „Ohne meine Frau geht nichts“, stellt Sven Meißner klar.

Zu dem Job in Lissabon sind sie gekommen, weil die Meißners schon 1993 im Ostseestadion die Beschallungstechnik eingebaut haben. Beim Neubau des Stadions waren sie wieder mit dabei. „Die Technik läuft immer noch gut“, sagt Meißner, der Hansa-Mitglied und bekennender Fußballfan ist.

Weil das in Rostock gut geklappt hat, bekam Meißner auch den Zuschlag für das WM-Stadion in Hannover, dann für das Stadion in Magdeburg und für das in Dresden, das für die Frauen-Weltmeisterschaft fit gemacht wurde. Und es folgte die Arena in Mainz, die nach den strengen Fifa-Richtlinien eingerichtet wurde. Der Ritterschlag war dann Lissabon.

2012 gab es erste Gespräche. Es wurden mehrere Stadien besichtigt, im Sommer 2014 wurden dann die Verträge perfekt gemacht. Der Zeitdruck war hoch, denn zum Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen am 9. Dezember musste alles fertig sein. Eine Woche vorher war es geschafft.

15 Mitarbeiter beschäftigt der Familienbetrieb in dritter Generation. Und sie alle fliegen am 26. April von Hamburg aus nach Lissabon, um sich das Spitzenspiel Benfica gegen den FC Porto anzusehen. „Es ist ein Dankeschön für alle, die hier gearbeitet haben, als wir weg waren“, so Sven Meißner.

Welche Dimensionen manche Heim-Aufträge haben, wird schon bei der Aufzählung der letzten größeren Projekte deutlich: der neue Spa-Bereich im Hotel Neptun, das Hanse-Hotel, das neue Audi-Zentrum, der Neubau einer Tischlerei in Lambrechtshagen, das Strandresort in Markgrafenheide, das Schwimmbad im Aja-Resort und die neuen Wohnhäuser in der Wokrenter Straße. Elektro-Technik, Beleuchtung, Brandmelder oder Notbeleuchtung standen einzeln oder kombiniert auf der jeweiligen Auftragsliste.

Trotz der attraktiven Aufträge sei es nicht leicht, neue Fachkräfte zu gewinnen, erzählt Sven Meißner. Es gehe nicht nur darum, eine Lampe aufzuhängen, das Kabel müsse dort erst mal hin. Es müsse auch gebohrt und gestemmt werden, und Baustellen seien oft nicht der Wunsch der jungen Leute. Doch er freue sich, dass es wieder zwei Lehrlinge in der Firma gebe.

Drei Generationen haben die Firma aufgebaut
Der Firmengründer war Axel Meißner. Der Meister im Metallflugzeugbau und Funktechnik bei den Heinkel-Werken richtete 1947 in einem Hinterhofschuppen eine Werkstatt ein und reparierte und verkaufte Rundfunkempfänger. 1948 erfolgte der Eintrag in die Handwerkerrolle. 1986 geht er als Ehrenobermeister in den Ruhestand und Sohn Wilhelm Meißner übernimmt. 2011 wird dessen Sohn Sven Meißner zum Obermeister der Innung gewählt und übernimmt ein Jahr später von seinem Vater den Staffelstab.

 



Thomas Sternberg

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