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Hohe Düne und Markgrafenheide sind wildschweinfrei

Markgrafenheide Hohe Düne und Markgrafenheide sind wildschweinfrei

Wenn es an den Ortsrändern derzeit auch ganz anders aussieht: Seit mehr als zwei Jahren sind die Ortskerne von Markgrafenheide und Hohe Düne wildschweinfrei.

Markgrafenheide. Wenn es an den Ortsrändern derzeit auch ganz anders aussieht: Seit mehr als zwei Jahren sind die Ortskerne von Markgrafenheide und Hohe Düne wildschweinfrei. Dort war das Pilotprojekt zur Wildschwein-Bekämpfung gestartet worden: Wildschwein-Forscher der Universität Rostock hatten im Auftrag der Hansestadt und des Schweriner Landwirtschaftsministeriums in und um Rostock die Gewohnheiten der Schwarzkittel erkundet mit dem Ziel, sie von Parks, Straßen, Gärten und Feldern fernzuhalten. Jetzt haben die Forscher um Dr.

 

OZ-Bild

Wildschwein-Forscher Dr. Hinrich Zoller legt einer Bache ein Halsband mit Sender um.

Quelle: privat

Heinrich Zoller auch ein Projekt im Freistaat Sachsen gestartet. Aus ganz Deutschland erhält der Biologe derzeit Anfragen zu „seinem“ Wildschwein-Forschungsprojekt.

„Wildschweine vermehren sich explosionsartig und richten große Schäden an“, sagt Zoller. Er kennt sich auch als Waidmann mit den Gepflogenheiten der Wildschweine bestens aus und gehört in Deutschland mit zu den ersten Forschern, die sich intensiv mit Wildschweinen im städtischen Bereich beschäftigen.

Zollers Theorie: Es sind vor allem die Bachen, die immer wieder an die gleichen Plätze zurückkehren und dieses Ritual an die Frischlinge weitergeben. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Schäden in Markgrafenheide offenbar auf wenige Rotten zurückzuführen sind. Sie haben längst die natürliche Scheu vor dem Menschen verloren. Das Nahrungsangebot im Stadtteil ist ausreichend, der Jagddruck sehr gering. Um ihnen einen Sender am Hals zu befestigen, hatte Zoller zunächst mit seinem kleinen Team um Markgrafenheide herum Fallen aufgestellt, in die Wildschweine gelockt und narkotisiert wurden. Der Sender verrät den Forschern viel über die Tagesverstecke und Verhaltensweisen der Tiere.

In diesem Jahr werden Wildschweine in weiteren Stadtteilen von Rostock mit Sendern ausgestattet. „Je mehr Daten wir über die Routenverläufe und die Gewohnheiten der Schwarzkittel gewinnen, desto leichter können wir Strategien zum gezielten Jagen entwickeln“, sagt der Forscher.

Sein Projekt ist auch im Freistaat Sachsen auf großes Interesse gestoßen. Seit Jahresbeginn leitet er auch hier ein Forschungs-Vorhaben, um der Wildschwein-Plage in zunächst drei Gebieten Herr zu werden.

Die beträchtlichen Schäden in der Landwirtschaft, eine gestiegene Zahl von Wildunfällen, aufgewühlte und somit kaputte Deichanlagen sind nur die eine Seite der Medaille. „Es gibt die Sorge, dass die Afrikanische Schweinepest, die gegenwärtig in Ostpolen grassiert, auch nach Deutschland rüberschwappt“, sagt Zoller. „Das wäre fatal, zumal es auf absehbare Zeit keinen Impfstoff gibt", konstatiert der Rostocker Biologe. Hinrich Zoller ist Berater des Friedrich-Löffler-Instituts auf der Insel Riems, das beispielsweise die Schweinepest, ihren Verlauf und die Ausbreitung erforscht.

Von Wolfgang Thiel

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