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Warnemünde Junge Warnemünder pflanzen Linde

Pflanzaktion zum Tag des Baumes / Lücke am Alten Strom wieder geschlossen

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Gärtner Ralf Schadlibbe und Erhard Lindtner binden den Stamm der Linde an.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Großer Bahnhof gestern Mittag am Alten Strom vor dem Haus Nummer 118: Grünamt, Umweltsenator, Gartenbaubetrieb, Warnemünde-Verein, Vertreter der Initiative „Warnemünde soll schöner werden“ und rund 20 Mädchen und Jungen der Jugendgruppe „Möwe“ — sie alle sind gekommen, um zum Tag des Baumes 2016 einen Baum zu pflanzen, der zudem auch noch zum Baum des Jahres 2016 gekürt wurde, die Winterlinde. Mehr Symbolik geht nicht. Oder doch?

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Pflanzaktion zum Tag des Baumes / Lücke am Alten Strom wieder geschlossen

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Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) findet noch einige symbolische Gedichtzeilen und Liedertexte, die auf die Bedeutung der Bäume verweisen, als der die Begründung für die Pflanzaktion gibt. Im letzten Winter habe an genau jener Stelle eine rund 100 Jahre alte Winterlinde gefällt werden müssen, weil sie nicht mehr standsicher gewesen sei. Nun solle die Lücke schnell geschlossen werden, sagt der Senator. Und Winterlinde — bei rund zehn Zentimetern Hagelschicht am Morgen in Warnemünde, das habe ja vielleicht auch etwas zu bedeuten.

Vor allem aber hält er fest an der Symbolik, dass „der junge Baum nun in einer Reihe mit den älteren stehe“ — und verweist so geschickt auf die Sponsoren: Je zwanzig Euro haben neun Warnemünder Jugendliche gespendet, die in diesem Jahr Jugendweihe oder Konfirmation haben. Praktisch im Vorgriff auf die erwarteten Geldgeschenke, vor allem aber „um etwas für die Natur zu tun“, wie Janne Arp (13) sagt. „Das war eine Idee von Franka Hänsel, und wir waren gleich alle damit einverstanden“, erzählt sie. Also griffen die Jugendlichen beherzt ins Taschengeld-Portemonnaie und legten zusammen 180 Euro auf den Tisch.

Rund 500 Euro legten die Mitglieder der Initiative „Warnemünde soll schöner werden“ oben drauf. „Ganz einfach, weil Warnemünder schöner werden soll“, wie Gastronom Mathias Hirsch, Mitglied der Initiative unter dem Dach des Warnemünde-Vereins, sagt. Rund 30 Bäume hat die Initiative der Warnemünder Geschäftsleute bereits durch Spenden finanziert. Die Pflanzung von Bäumen am Markt, am Kirchenplatz und im Kurpark seien bereits unterstützt worden.

Der Rest des Geldes stammt aus städtischen Baumpflanz-Mitteln. „Es ist ein etwas größerer Baum als sonst bei Neuanpflanzungen üblich. Er ist schon rund zwölf Jahre alt“, sagt Grünanlagenplaner Frank Claus vom Rostocker Amt für Stadtgrün. Dass man sich für die insgesamt 2000 Euro teure Variante entschieden habe, sei dem besonderen Standort an der beliebtesten Flaniermeile des Landes geschuldet.

Rund 75 bis 110 Bäume, in der Regel „eine Nummer kleiner“, pflanzten die Mitarbeiter seines Amtes und die beauftragten Firmen jährlich im Frühjahr in Rostock nach, dieselbe Anzahl noch einmal im Herbst. „Das ist gut angelegtes Geld“, findet Claus.

Genauso denken auch die jungen Sponsoren. „Wir werden uns das ganze Leben lang daran erinnern, wenn wir hier vorbeigehen“, sagt Julia Pfannenstiel (14). „Und vielleicht treffen wir uns in 60 Jahren ja hier einmal alle wieder.“ — „Mann, dann bin ich fast 75“, sagt einer der Jungen. „Ob ich dann noch auf der Welt bin?“

Der Baum sollte es schon noch sein. Damit er anwächst und die feinen, neuen Haarwurzeln nicht immer wieder durch die Bewegungen im heftigen Seewind abreißen, fixieren Ralf Schadlibbe und Erhardt Lindtner vom Grünanlagenbau Nord den Stamm der jungen Linde an Stäben. „Das ist wichtig“, erklärt Lindtner den Jugendlichen, die ihm dabei zur Hand gehen.

Häufiger Stadtbaum

Die Winterlinde (Tilia cordata), Baum des Jahres 2016, ist eine der häufigsten Stadtbaumarten der Gegenwart. Sie blüht etwas später als die Sommerlinde (Tilia platyphyllos), die bereits 1991 zum Baum des Jahres gekürt wurde.

Die großkronige Baumart erreicht Höhen bis zu 25 Meter und kann bis zu 1000 Jahre alt werden. Das weiche Holz ist bei Bildhauern und Drechslern beliebt. So finden sich in der mittelalterlichen Sakralkunst häufig Figuren aus Lindenholz.

Alle Lindenblüten können für Tee verwendet werden, der wohlschmeckend ist und bei fieberhaften Erkrankungen, schmerzstillend, krampflösend und entzündungshemmend wirkt.

Von Klaus Walter

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