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Kap Hoornier lässt Welt der Großsegler lebendig werden

Warnemünde Kap Hoornier lässt Welt der Großsegler lebendig werden

Der Rostocker Kapitän Ernst Weitendorf (1883-1975) war auf den großen Segelschiffen zu Hause. Er fuhr als Bootsmann, Offizier und Kapitän über die Weltmeere.

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Kapitän auf großen Segelschiffen: Ernst Weitendorf.

Quelle: Heimatmuseum

Warnemünde. Der Rostocker Kapitän Ernst Weitendorf (1883-1975) war auf den großen Segelschiffen zu Hause. Er fuhr als Bootsmann, Offizier und Kapitän über die Weltmeere.

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Der Rostocker Kapitän Ernst Weitendorf (1883-1975) war auf den großen Segelschiffen zu Hause. Er fuhr als Bootsmann, Offizier und Kapitän über die Weltmeere.

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Zum Abschluss seiner Karriere übernahm er 1951 die in Warnemünde gebaute „Wilhelm Pieck“, das Segelschulschiff der DDR. Jetzt hat sein Enkel, er heißt ebenfalls Ernst Weitendorf, die Erinnerungen seines Großvaters im Rostocker Hinstorff-Verlag neu herausgegeben. Das Buch ist gerade erschienen.

„Ich war in meiner Jugend oft in Warnemünde und bin heute immer noch mit unserem Segelboot auf Nord- und Ostsee unterwegs“, benennt der pensionierte Beamte Ernst Weitendorf (70) seine Verbindung zur Seefahrt. Der Bremer verwaltet den Nachlass seines Großvaters. Als der Hinstorff-Verlag die dritte Auflage der Erinnerungen von Ernst Weitendorf „Aus dem Logbuch meines Lebens“ vorbereitete, suchte und fand Lektor Henry Gidom den Kontakt zum Enkel.

„Wir konnten das Buch so mit Bildern und Dokumenten aus dem Nachlass ergänzen und haben auch unveröffentlichte Passagen aus dem Originalmanuskript aufgenommen“, berichtet Henry Gidom. Er erzählt, dass er ganz fasziniert gewesen war, als er die Weitendorf-Erinnerungen zum ersten Mal gelesen hatte. Ihm sei sofort klar gewesen, dass eine neue und überarbeitete Auflage interessierte Leser finden werde. Der Hinstorff-Verlag war bereit dazu. Darüber freut sich der Herausgeber des Buches, Enkel Ernst Weitendorf. Er stand als Junge, so erzählt er, bei einem Besuch in der DDR zusammen mit seinem Großvater auch auf den Decksplanken der „Wilhelm Pieck“.

„Er hat das Kommando ab 1951 vier Jahre lang gehabt, danach hat er sich in sein Haus in Gehlsdorf zurückgezogen und seine Erinnerungen aufgeschrieben“, erzählt Weitendorf.

Und sein Großvater konnte viel berichten, schließlich gehörte er zu den legendären Kap-Hoorn-Seglern. Er erzählt auch, dass sich der Kapitän 1951 mit 68 Jahren eigentlich schon zur Ruhe gesetzt hatte. Doch als die Frage kam, konnte er nicht nein sagen. Er wollte die „Wilhelm Pieck“ nur ein Vierteljahr lang einfahren. Es wurden vier Jahre. Die erste Auslandsfahrt der sonst jungen Besatzung führte übrigens ins benachbarte Polen.

Ernst Weitendorf besuchte anlässlich der Buch-Präsentation auch das Warnemünder Heimatmuseum. Als Leihgabe überreichte er Museumschefin Kathrin Möller für die aktuelle Ausstellung „Über sieben Meere — Warnemünder Kapitäne im 19. Jahrhundert“ die Kapitänsmütze seines Großvaters.

„Das bereichert unsere Ausstellung, die Mütze wird einen guten Platz bekommen“, sagt Kathrin Möller. Da die „Wilhelm Pieck“ ein Warnemünder Schiff sei, sei auch sein Kapitän irgendwie ein Warnemünder, schlussfolgert sie. Jedenfalls mache Weitendorf den Warnemünder Kapitänen alle Ehre. Das Warnemünder Heimatmuseum hat das Hinstorff-Buch auch mit Bildmaterial zum Stapellauf auf der Warnow Werft und zur Schiffsübergabe unterstützt.

Segelschulschiff der DDR

Die Schonerbrigg wurde 1951 auf der Warnow Werft als erster Schiffsneubau der DDR in Niet- und Schweißtechnik gebaut. Namensgeber war der damalige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck.

Gedacht war das Schiff als Geschenk des Landes Mecklenburg an Pieck. Er gab es an die Jugendorganisation der DDR weiter, damit es als Ausbildungsschiff genutzt wird. 1990 übernahm die Stadt Greifswald das Schiff, das 1991 in „Greif“ umbenannt wurde.

Von Thomas Sternberg

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