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Warnemünde Kraftstoff aus Wasser, Sonne und Luft

Warnemünder Start-up-Unternehmen löst das Energieproblem der Menschheit

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Machen Energie für jedermann an jedem Ort: Nils Methling, Martin Schönhoff, Uta Hermes.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Das Energieproblem der Menschheit lösen? Weg von fossilen Brennstoffen? Immer verfügbare „grüne“ Energie, ohne seltene Erden für teure Akkus, ohne Verbrauch von wertvollen Rohstoffen? Ohne klimaschädliche Abgase? Alles kein Problem. Oder besser: Problem gelöst. Unter dem Namen „Willpower“ bauen derzeit findige Ingenieure der Start-up-Firma „Gensoric“ im Warnemünder Technologiezentrum drei Prototypen künftiger Energielieferanten, die schon bald Einfamilienhäuser, Werkhallen oder Bürogebäude mit Wärmeenergie versorgen könnten. Alles, was die Apparaturen brauchen, sind Kohlendioxid aus der Luft, Wasser und etwas Strom aus der Solar- oder Windenergieanlage.

Stelle dir deinen eigenen Brennstoff aus CO2 her – direkt zu Hause.“Nils Methling, Gensoric

„Gensoric ist eine Ausgründung aus der Uni Rostock. Unser Ziel ist es, auf Basis einer patentgeschützten Technologie das klimaschädliche Kohlendioxid in einen Brennstoff umzuwandeln“, erläutert Gensoric-Entwicklungsleiter Martin Schönhoff. „Im Gegensatz zu bekannten industriellen Verfahren funktioniert das bei uns auch im kleinen Maßstab, sodass dies erstmals im privaten Umfeld, etwa im Keller des Einfamilienhauses, möglich ist.“

Dass Prinzip, dass sich das klimaschädliche Kohlendioxid, das es praktisch im Überfluss gibt, in Methanol umwandeln lässt, ist lange bekannt. Die Gesonric-Ingenieure steuerten jetzt die entscheidende Entwicklung bei: Direkt beheizte Elektroden, die den elektrochemischen Prozess so effektiv gestalten, dass mit geringem Aufwand in kleinen Anlagen beachtliche Mengen des Brennstoffs entstehen.

Aus der Phase der Ideenfindungen ist das Unternehmen längst heraus. „Wir sind mit unserer Idee in das Finale des ClimateColab Wettbewerbs am renommierten Institut für Technologie Massachusetts (MIT) in Boston/USA eingezogen“, erzählt Nils Methling, für Business Development verantwortlich. „Dort haben wir den dritten Platz belegt.“

Dass nun aber tatsächlich Geld zur Verfügung steht, um verschiedene Prototypen ihrer Anlage zu bauen, haben die jungen Ingenieure dem „Horizon 2020“-Programm der Europäischen Union zu verdanken.

„Dort haben wir uns im März beworben und einen Zuschuss von 1,7 Millionen Euro bekommen“, freut sich Methling.

Zwei Jahre haben die Gesoric-Entwickler Zeit, um ihre „Willpower“- Aggregate zu bauen. Die fehlenden 800000 Euro für das 2,5-Millionen-Projekt bringen sie zusammen mit ihren Partnern auf, die mit im Boot sitzen oder Interesse angemeldet haben, darunter das Fraunhofer Institut, verschiedene Stadtwerke, Heizungsanlagenbauer und – in enger Zusammenarbeit – das niederländische Start-up-Unternehmen „Sky Tree“, das eine Anlage zum Entzug des Kohlendioxyds aus der Atemluft in der Internationalen Raumstation ISS entwickelt hat. Schon bei der Antragstellung für das EU-Projekt waren die Niederländer dabei. „Die passen perfekt zu uns, eine junge Firma, die kleine Anlagen auf kleinstem Raum baut.“

Während im Warnemünder Technologiezentrum eifrig gebaut wird, geht die Entwicklung weiter. „Wir sprechen mit allen, die etwas beisteuern können“, berichtet Uta Hermes, die sich um die Geschäftsentwicklung bei Gensoric kümmert. „Elektriker, Klempner, Heizungsbauer – alle, die wissen, wie Heizung funktioniert.“Denn das ist das Ziel: „Zwar ließe sich aus dem Methanol per Brennstoffzelle wieder in Strom zurückverwandeln, aber die höchste Energieausbeute hat man bei der Verbrennung“, sagt Chefentwickler Schönhoff. Eine Sache des Wirkungsgrades. Auch die Solarenergie aus dem Sommer ließe sich als Methanol für den Winter speichern, etwa im alten Heizöltank im Keller. Das Gute daran: „Bei der Verbrennung entsteht nur, was wir vorher reingesteckt haben: Wasser und Kohlendioxid“, sagt Schönhoff. „Und das CO2 nehmen wir wieder, um neues Methanol zu produzieren.“

Grüne Energie für alle

Das Willpower-System wandelt das Treibhausgas CO2 (Kohlenstoffdioxid) mit Hilfe von Wasser und Strom unter normaler Temperatur und dem Umgebungs-Luftdruck in Methanol um, das als Energieträger einsetzbar ist für Heizung und Warmwasserbereitung, als Treibstoff oder zur Elektrizitätserzeugung. Außerdem ist Methanol geeignet, überschüssige elektrische Energie bis zur späteren Nutzung zu speichern.

• Internet: www.willpower-energy.de

Klaus Walter

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