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Kurios: Warnemünde vermisst die Wassertemperatur

Warnemünde Kurios: Warnemünde vermisst die Wassertemperatur

Seit Wochen bleibt die Anzeige der Wassertemperatur vor der Wetterstation Warnemünde schwarz / Der DWD begründet mit „Automatikbetrieb“ und einem fehlenden Sensor

Warnemünde. Baden oder nicht? Im Leben von Urlaubern und Einheimischen spielt die Anzeigetafel des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Warnemünder Seestraße eine wichtige Rolle. Sie gibt nicht nur Auskunft über Luftdruck und -temperatur, Windrichtung und -geschwindigkeit, sondern auch über die Temperatur des Badewassers in der Ostsee. Damit ist es vorbei. Die Anzeige ist schwarz.

 

OZ-Bild

Die Anzeige für die Wassertemperatur der Ostsee an der Informationstafel des Deutschen Wetterdienstes bleibt künftig schwarz.

Quelle: Klaus Walter

Messungen seit 1832

Wetterbeobachtungen gibt es auf Initiative der Universität seit 1832 in Rostock. 1879 verlegte man die meteorologische Station nach Barnstorf. Auf dem Flugplatz Hohe Düne gab es von 1914 bis 1918 und von 1922 bis 1945 eine mit Meteorologen besetzte Wetterwarte. 1946 startete die Meteorologische Station Warnemünde. 1951 kam die Seewetterdienststelle hinzu.

Zuerst beschwerte sich Martina Bunge aus Warnemünde. „Ist der Draht zur technischen Messung, die ja alle anderen Daten anzeigt, gekappt?“, fragte sie. Nicht nur als allmorgendliche Schwimmerin interessiere sie sich für die Wassertemperatur. „Ich sehe auch viele Urlauber, die diesen Messwert kommentieren.“ Von Kindesbeinen an kenne sie es, dass selbst an der kleinsten Badestelle der Bademeister morgens die Wassertemperatur misst und mit Kreide an die Tafel schreibt. Bunge: „Soll unser Ostseebad künftig ohne auskommen oder dahin zurückmüssen?“

Der Vorsitzende der Winterschwimmer „Rostocker Seehunde“, Dietmar Marquardt, spricht ebenfalls von Verlust. Aber nur „persönlich“, denn er schaue immer auf die Anzeige und finde sie „ab sechs Grad richtig schön“. Für den Verein spiele die Tafel keine Rolle. „Wir sind sehr penibel und messen immer selbst“, sagt er. Ergebnis: Die so ermittelte Wassertemperatur weiche grundsätzlich um zwei bis vier Grad von der DWD-Anzeige ab.

Jörg Liebing von der DWD-Abteilung Messnetze und Daten in Potsdam klärt auf: Die Wetterwarte Warnemünde laufe derzeit „im vollautomatischen Betrieb ohne einen Wetterbeobachter“. Einen Sensor für die Wassertemperatur gebe es nicht. Die Temperaturdaten erhielte der DWD von der Besatzung des Seenotkreuzers „Arkona“am Alten Strom. Das bestätigt Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums der Seenotretter am Leuchtturm. Zweimal täglich werde die Wassertemperatur gemessen und im Rahmen einer „Funkversuchsmeldung“, die zur Kontrolle der Technik ohnehin täglich stattfinden müsse, an die Zentrale in Bremen weitergegeben. Von dort gingen die Daten an den DWD.

Nun aber gerät der „vollautomatische“ Betrieb der Warnemünder Wetterwarte ins Stocken. „Diese Werte werden händisch in unsere Datenerfassungsanlage eingegeben und erscheinen dann automatisch an der Anzeigetafel“, erläutert DWD-Mann Liebing. Da in Warnemünde aber niemand mehr sei, „ist das leider nicht mehr möglich“. Etwas Trost spendet der Potsdamer Wetterfrosch dennoch: „Die Wassertemperatur wird künftig im Schaukasten beim Wetterbericht veröffentlicht.“ Auf einem Zettel. Wer den aber aufhängt und ob dies automatisch geschehe, ließ Liebing offen.

Klaus Walter

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