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Lärm am Strom: Stadt sucht nach Lösung

Warnemünde Lärm am Strom: Stadt sucht nach Lösung

In dieser Woche haben erste Gespräche zwischen Anwohnern und Gastronomen stattgefunden

Warnemünde. Seit einigen Monaten gibt es Streit am Alten Strom von Warnemünde. Lange Öffnungszeiten, Musik bis spät in die Nacht und laute Gäste: Anwohner sind genervt von den Gastronomen. Auch mit einer Klage habe man bereits gedroht. Damit die Situation nicht eskaliert, versucht die Politik den Streit zu schlichten.

Ein Anwohner, der seinen Namen nicht nennen wollte, stört sich massiv an den Geräuschen der umliegenden Gastronomien. „Hier wird manchmal richtig Randale gemacht“, sagt er. Seine Lebensqualität sei durch den anhaltenden Lärm, der schon am Nachmittag beginne und bis abends anhalte, eingeschränkt. „Ich weiß, dass sich das Leben und die Zeit am Alten Strom geändert haben, aber das dürfen die Bewohner sich nicht gefallen lassen.“ Seit vor sechs Monaten das Lokal Seehund neu eröffnet wurde, sei es besonders schwierig geworden.

Gastronom Adam Schwertfeger kann es nicht ganz nachvollziehen. „Es soll hier angeblich so schlimm sein wie am Ballermann. Das stimmt nicht“, sagt der Seehund-Betreiber. Man sei den Anwohnern auch schon entgegengekommen und würde zur Nachtruhe die Musik ausschalten. Doch noch immer sei der Streit nicht beigelegt. „Wir können die Außengastronomie nicht abschaffen, wir leben davon“, betont der Unternehmer. Eine Klage wäre für ihn der „Super-Gau“. „Im schlimmsten Fall müssen wir wohl dann um 22 Uhr unsere Gastronomie schließen“, sagt Schwertfeger.

„Wir wollen nicht, dass es hier abläuft wie in Boltenhagen“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel (CDU). Dort hat ein Gericht vor kurzem ein Veranstaltungsverbot im dortigen Kurpark erwirkt. „Das wäre der Untergang von Warnemünde“, sagt auch Schwertfeger. „Wir müssen eine klare politische Entscheidung treffen, wie wir miteinander umgehen“, ergänzt Ortsbeirats-Chef Prechtel.

Genau deshalb hat es in dieser Woche ein erstes Gespräch zwischen den Beteiligten gegeben. Ordnungssenator Chris Müller (SPD) hat zwischen den Fronten vermittelt. „Die Diskussion war sehr offen, engagiert aber natürlich auch kontrovers. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Erwartungshaltungen aller Beteiligten liegen nun auf dem Tisch“, sagt er. Nun gehe es darum, einen Vorschlag zu entwickeln, durch welche Maßnahmen die Beeinträchtigungen der Anwohner minimiert werden könnten, ohne den Alten Strom als gastronomischen Standort übermäßig einzuschränken. Er ist sich bewusst, dass das schwierig wird. „Wenn der eine schlafen und der andere feiern will, ist man nicht wirklich nah beieinander“, so Müller. Ohne den guten Willen der Anwohner und eine klare Haltung der Gastronomen sei das nicht möglich.

Auch Anwohner Detlef Thomaneck hat an der Runde teilgenommen. „Es gibt eine klare gesetzliche Grundlage; wenn die Nachtruhe nicht eingehalten wird, müssen Veränderungen von außen herbeigeführt werden“, sagt der 69-Jährige. „Auch wir Anwohner wollen keine Boltenhäger-Verhältnisse“, betont er. Doch sich den Lärm gefallen lassen, sei auch keine Option. Ob er, wenn sich nichts ändert, gegen die Gastronomen klagt? „Ich schließe generell nichts aus, aber jetzt werde ich abwarten.“

Johanna Hegermann

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