Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Lärm führt zu handfestem Krach

Warnemünde Lärm führt zu handfestem Krach

Anwohner und Gastronomen am Alten Strom bringen Streit um die zumutbare Höhe des Geräuschpegels vor den Ortsbeirat

Voriger Artikel
Blick in den Sternenhimmel
Nächster Artikel
Mit viel Wind im Segel zum Erfolg

Die Idylle am Alten Strom täuscht: Zwischen Anwohnern und Gastronomen gibt es Streit um zu- und unzumutbaren Lärm.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Etliche Anwohner am Alten Strom klagen über Lärmbelästigung. Einen von ihnen, Detlef Thomaneck, der oben auf der „Schanze“ wohnt, ist jetzt der sprichwörtliche Kragen geplatzt. „Die Zustände sind teilweise unhaltbar, sie sind für die Anwohner nicht mehr zumutbar“, sagte er vor dem Warnemünder Ortsbeirat, der das Thema Lärmbelästigung auf die Tagesordnung gesetzt hatte.

Klare Gesetzeslage

Die Immissionsrichtwerte sind nach dem Schutzanspruch der Nachbarschaft gestaffelt. Außerhalb von Gebäuden in Mischgebieten tagsüber 60 Dezibel und ab 22 Uhr 45 Dezibel. In allgemeinen Wohngebieten tagsüber 55 und ab 22 Uhr 40 Dezibel. Ein Föhn lärmt mit rund 70 Dezibel.

500 Außenplätze gebe es inzwischen am Alten Strom, so Thomaneck, die aus seiner Sicht nachts oft für unerträglichen Lärm sorgten. Die Musik durchdringe förmlich das Mauerwerk seines Hauses. Gebe es kein Einlenken der Gastronomen, behalte er sich rechtliche Schritte vor, so der sichtlich aufgebrachte Anwohner.

Es sei gut, dass das Problem „mit aller Deutlichkeit angesprochen wird“, sagte Alexander Prechtel (CDU), Vorsitzender des Ortsbeirates. Es müsse eine Lösung gefunden werden, denn eine Klage hätte, wie das Beispiel Boltenhagen zeige, gute Chancen und große Auswirkung auf das öffentliche Leben. In Boltenhagen hat die Gemeinde beispielsweise alle Musikveranstaltungen abgesagt. Hintergrund ist die Klage eines Anwohners. Er hatte überhöhte Immissionswerte festgestellt, die in einem Gutachten bestätigt wurden.

Der von Detlef Thomaneck unter anderem angesprochene Hotelier und Gastronom Klaus Schwertfeger verwies vor dem Ortsbeirat darauf, dass das gesellige Leben für die Urlauber oft erst um 22 Uhr anfange. Er vermute, dass es bei den vermeintlichen Belästigungen gar nicht so sehr um laute Musik, sondern um Stimmengewirr und Gläserklappern ginge – normale Gastronomiegeräusche eben.

Ganz so sei es nicht, erwiderte Dagmar Koziolek, Leiterin der Abteilung Immissionsschutz im Rostocker Umweltamt. Am Tage werden bei allen gastronomischen Einrichtungen zwar die Immissionswerte eingehalten, so die Abteilungsleiterin. Doch überall dort, wo es Außengastronomie gebe, „werden die Werte am Alten Strom nachts komplett nicht eingehalten“, sagte Dagmar Koziolek. In Berlin gebe es abends eine Sperrzeit, in Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland nicht. Darum gelte es, die Anwohner zu schützen und die Außengastronomie zu erhalten. „Wir müssen alle gemeinsam nach einer Lösung suchen“, forderte die Amtsfrau.

Andreas Bechmann, Abteilungsleiter Gewerbeangelegenheiten, informierte, dass es 25 Gaststätten am Alten Strom gebe. Offizielle Beschwerden über erhöhten Lärm habe es bei seinem Amt eine im Jahr 2015 und eine im Jahr 2016 gegeben. Das sei nicht viel. Trotzdem sei das Problem da. Auch er appellierte an Anwohner und Gastronomen, eine gemeinsame Lösung zu suchen. „Ansonsten gibt es nur Verlierer“, benannte Bechmann die Konsequenz.

Thomas Sternberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stephan Latzko soll die Ziele des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Stralsund umsetzen.

Stephan Latzko arbeitet als Klimaschutzmanager in Stralsund. Zuvor hatte er diesen Posten beim Landkreis inne. Die OZ sprach mit dem 43-Jährigen über seine Aufgaben.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Warnemünde

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
„Ich möchte Papa mal die Meinung sagen“

Außergewöhnliche Philosophie-Runde in Kröpelins Grundschule zum Thema „Mut“