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Madsen: Strand-Toiletten sind nicht zum Geldverdienen da

Warnemünde Madsen: Strand-Toiletten sind nicht zum Geldverdienen da

Möbelhändler und Aktiv-Beach-Sponsor Claus Ruhe Madsen hält ein leidenschaftliches Plädoyer für unternehmerisches Engagement zum Wohl der Urlauber und Badegäste

Warnemünde. „Es geht nicht darum, sich eine goldene Nase zu verdienen.“ Zweimal sagte Claus Ruhe Madsen, Möbelhändler und Sponsor des Sportstrand-Abschnittes „Aktiv Beach“, diesen Satz, als er am Dienstagabend dem Warnemünder Ortsbeirat sein Konzept einer öffentlichen Strand-Toilette vorstellte. „Es geht nur darum, dass sich unsere Gäste wohlfühlen", betonte Madsen in Richtung Ortsbeirat und Stadtverwaltung.

 

OZ-Bild

Grauenhafter Zustand: So präsentierte sich die Toilette am Warnemünder Bahnhof mitten in der Saison viele Wochen lang.

Quelle: Klaus Walter
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Es geht nur darum, dass sich unsere Gäste wohlfühlen.“ Claus Ruhe Madsen, Sponsor Aktiv Beach

Quelle:
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Grauenhafter Zustand: So präsentierte sich die Toilette am Warnemünder Bahnhof mitten in der Saison viele Wochen lang.

Quelle: Klaus Walter
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Es geht nur darum, dass sich unsere Gäste wohlfühlen.“ Claus Ruhe Madsen, Sponsor Aktiv Beach

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„Toilettenkonzept für das Seebad Warnemünde“ – so stand es als Punkt 8 auf der Tagesordnung der Ortsbeiratssitzung und fand viele aufmerksame Zuhörer. Der Grund für das Interesse ist klar: Warnemünde hat zu wenige öffentliche Toiletten. Und die vorhandenen sind entweder mit eher kuriosen Schließmechanismen versperrt, werden nur zu bestimmten Zeiten betrieben (Notdurft von 10 bis 17 Uhr; davor oder danach ist nicht) oder sie sind – siehe Toilette am Bahnhof – wochenlang schlichtweg „unbenutzbar“.

Madsen, der am Sportstrand eine Strandversorgung betreibt, versuchte zum Ende der vergangenen Saison, gegenzusteuern. Natürlich auch, um Gäste zum längeren Verweilen zu bewegen. „Wer eine Toilette sieht, kauft vielleicht eine Tasse Kaffee mehr", räumt der Geschäftsmann ein. Dass es dabei aber nicht darum gehe, sich mit der Toilette „eine goldene Nase zu verdienen“, belegte er mit Zahlen: Anschaffung der Toilette 22700 Euro, Nutzung über acht Jahre, dazu Verbrauchsmaterial 1500 Euro, Personalkosten für 140 Tage bei 9 Euro Lohn, Wartung, Reparaturen – am Ende mache das Kosten von 22385 Euro jährlich. Nehme er für die Benutzung 50 Cent (netto 42 Cent), müsste seine Toilette 53298 zahlende Besucher haben. „Ein Unding“, sagte Madsen. Der allerbeste Tag der Saison habe 300 Euro gebracht. Es habe aber viele Tage mit weniger als drei Euro gegeben. Warum er sich trotzdem engagiere? „Es geht einzig und allein darum, dass sich unsere Gäste wohlfühlen.“

Madsens Ansage an die Verwaltung hat einen Grund. „Unternehmer brauchen Unterstützung“, sagte er. Langfristige Verträge für die Strandnutzung und ständige Anschlüsse für Wasser, Strom und Abwasser sollte die Kommune bereitstellen, wünschte er sich. Allein das Stromkabel, dass er jährlich ein- und wieder ausbuddeln müsse, koste 17000 Euro pro Jahr. Zu teuer.

Ortsbeiratschef Alexander Prechtel dankte Madsen für seinen Vortrag – und seinen Einsatz. Der Beirat fordere jedoch dieses finanzielle Engagement auch von der Stadtverwaltung. „Die Stadt hat Einnahmen durch den Tourismus, sie muss diese auch zweckgebunden dafür ausgeben“, sagte er. Andere Gemeinden, darunter Kühlungsborn und Graal-Müritz machten es vor: mit ganzjährig benutzbaren, kostenlosen und sauberen öffentlichen Toiletten.

Klaus Walter

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