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Mariken seggt: Plattdütsch läwt

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Marita Bojarra alias Mariken ist Knurrhahnpreisträgerin des Jahres 2016

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Freut sich über die hohe Ehre: Marita Bojarra alias Mariken wurde mit dem Knurrhahnpreis 2016 ausgezeichnet. FOTO: KLAUS WALTER

Warnemünde „Dor kümmt Mariken rut“ steht in plattdeutschen Landen für „Da geht die Sonne auf“. Alle großen Heimatdichter haben ihr Mariken – Fritz Reuter, John Brinckman, Rudolf Tarnow.

Und ob jung oder schon reif an Jahren: Wohl immer ist diese Figur von gutem Gemüt, scharfem Verstand und – vor allem – von feinsinnigem Witz. Auch Warnemünde hat sein Mariken: Marita Bojarra (63).

Sie hat es geschafft, unter diesem Namen mit weißer Haube, Schürze, plattdeutschem Humor und viel Charme die Herzen der Warnemünder zu erobern. Jetzt ist sie für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Knurrhahnpreis 2016 geehrt worden, der jedes Jahr von der Knurrhahnrunde unter dem Dach von Warnemünde und Leuchtturmverein vergeben wird.

Marita Bojarra stammt aus Parchim – weitab von Warnemünde, aber immerhin der Heimatstadt von Rudolf Tarnow. „Mit Platt bin ich aufgewachsen“, erzählt sie. Wie fast immer in dieser Zeit galt irgendwann auch in ihrer Familie die Devise: De Deern kümmt tau Schaul, da ward Hochdütsch sproken. Doch in den Ferien fuhr sie immer zur Verwandtschaft nach Parchim, und die unterhielt sich weiter auf Platt. Zum Glück: Denn als Kindergärtnerin, später als Horterzieherin, lebte die Mundart mit Marita Bojarra fort. Vor allem: Sie gab ihre Begeisterung für ihre Muttersprache an die Kinder weiter.

1991 gründete sie die Plattsnacker in Evershagen, 1994 verteilte sie die „Verfatung von dat Land Mäckelborg-Vörpommern“ – die Landesverfassung auf Platt – in der Rostocker Innenstadt. Damals gab es sie schon, die Figur Mariken. „Das Kostüm durfte ich mir aus dem Theaterfundus ausleihen“, erzählt sie. Der Warnemünder Grafiker Hansi Parczyk riet ihr noch zu anderen Schuhen – fertig war die Kultfigur Mariken. Bis dahin war Marita Bojarra hin und wieder im kleinen Kreis als „Kollegin Wehzeh“ mit platt- und hochdeutschen Sketchen aufgetreten – mit einem immerhin einstündigen Programm.

Doch Mariken gewann die Oberhand, profilierte sich. Sie führte mit Reiseleitern Touristen durch Warnemünde, schaffte es bis in die „Große Hafenrundfahrt“ des NDR-Fernsehens. Mariken tauchte immer öfter auf, wurde allgegenwärtig. Ob Stromerwachen, Warnemünder Woche, Shantychor-Treffen – Mariken verteilte kleine Zettel mit plattdeutschen Lebensweisheiten und gab jedem auch mündlich einen passenden Spruch mit. 23 Jahre lang gibt es die Mariken jetzt. Marita Bojarra lacht: „Ich bin also volljährig.“

„Plattdütsch läwt“ wird sie wohl immer sagen und die Sprache weitergeben. An die kleinen Warnemünder. Gar nicht lange her, da war sie mit einer Gruppe der Kita „Strandmuschel“ im Heimatmuseum. Den Lütten Platt beibringen, spielerisch, mit viel Spaß und dem Wissen der Erzieherin – das ist Mariken.

Preis für ehrenamtliches Engagement

Der Knurrhahnpreis wird seit 1999 alljährlich an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement für das Gemeinwohl in Warnemünde verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern zählen Bäckermeister Christian Kempcke, Lehrer und Autor Günter Liebenberg, Moderator Horst Marx, Autor und Einzelhändler Andreas Buhse, der Chor „Sing man tau“, Sonntagsschulbegründer Gerhard Lau, Konzertveranstalter Jörg Bludau und andere.

Klaus Walter

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