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Mehr Kreuzfahrer bringen mehr Abgase

Hohe Düne/Warnemünde Mehr Kreuzfahrer bringen mehr Abgase

Anwohner aus Hohe Düne will Umweltschutz bei neuem Mehrzweckhafen gesichert wissen

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Viele Kreuzfahrtschiffe erzeugen auch jede Menge Abgase. Im August 2016 gab es sogar einen Fünffachanlauf.

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Hohe Düne/Warnemünde. Um die Beschaffenheit der Luft im Bereich Hohe Düne und Warnemünde sorgt sich Jürgen Brandt aus Hohe Düne, wenn jetzt der Mehrzweckhafen im alten Werftbecken entstehen soll.

OZ-Bild

Anwohner aus Hohe Düne will Umweltschutz bei neuem Mehrzweckhafen gesichert wissen

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Brandt, der sich schon seit Jahren dafür einsetzt, die Luftbelastung durch die Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde zu verringern, hat nun einen Brief an den Präsidenten der Rostocker Bürgerschaft geschrieben und darin im Vorfeld der kommenden Bürgerschaftsentscheidung zum Mehrzweckhafen im Seebad seinen Standpunkt verdeutlicht.

„Drei große bis fünf mittelgroße Kreuzfahrtschiffe können gleichzeitig in dem neuen Hafen liegen“, sagt Brandt, „die Luftqualität würde sich verschlechtern, wenn die Hilfsdiesel zehn bis 16 Stunden, aber auch über Nacht laufen, um die Schiffe mit Strom zu versorgen“.

Brandt räumt ein, dass es an den Messstationen in Warnemünde und Hohe Düne bislang noch keine Überschreitungen der Grenzwerte für Schadstoffe gegeben habe, „allerdings ist die Belastung im Jahresmittel in Hohe Düne mit Stickoxiden deutlich höher als in Warnemünde“, dies erkläre er sich mit der vorherrschenden westlichen Windrichtung, so Brandt. Er wies gleichzeitig darauf hin, dass eine Unterschreitung der Grenzwerte nicht bedeute, dass keine Gesundheitsgefährdung bestehe. Vor allem besorgt Brandt, dass nach neuen medizinischen Erkenntnisse die feineren Partikel des Schiffsdiesels gefährlicher seien als die gröberen Partikel des früher verwendeten Schweröls.

Christian Hardt, Sprecher von Rostock Port, meinte gestern, dass man bei den Planungen für den Mehrzweckhafen mit anderen Ämtern am Tisch sitze, wie es jedoch später mit der Betreibung aussehe, könne er noch nicht sagen. Generell auf die Kreuzfahrtschifffahrt in Warnemünde bezogen, sagte Hardt, dass man nun schon die Schadstoffbelastung ständig im Blick habe.

Ob es möglich sei, die Anläufe von Kreuzfahrtschiffen mit hohem Schadstoffausstoß durch eine erhöhte Liegegebühr zu reduzieren, ließ der Fachmann dahingestellt: „Wie will man das kontrollieren?“

Sogenannte Power-Bargen, die Strom für im Hafen liegende Schiffe produzieren, hält Jürgen Brandt für sinnvoll, sie könnten den Schadstoffausstoß der Schiffe während der Liegezeit verringern. Hardt allerdings machte hier die Einschränkung, dass solche Angebote auch von den Reedereien genutzt werden müssten, „um sie dann auch refinanzieren zu können“.

Von der Wirtschaftlichkeit von Landstromanlagen war Brandt selbst nicht überzeugt. Die Anschlüsse kosten nach seinen Angaben bis zu zehn Millionen Euro, „sind aber in Warnemünde dann nur für ein halbes Jahr nutzbar.“

Brandt treibt auch die Sorge um, dass eventuell durch eine höhere Schadstoffbelastung durch die Kreuzfahrtschiffe der Status als Seebad nicht mehr gerechtfertigt sein könnte. Deswegen sei es notwendig, bei der Planung des Mehrzweckhafens auch die Verringerung der Schiffsabgase zu berücksichtigen.

Debatte beginnt

Die Bürgerschaft wird in ihrer Aprilsitzung eine Grundsatzentscheidung zum Werftbecken treffen. Bislang hat sich der Ortsbeirat in Warnemünde dafür ausgesprochen, einen Mehrzweckhafen entstehen zu lassen. Dort sollen sowohl Frachter als auch Kreuzfahrtschiffe anlegen können. Diese Variante passt nach den jetzigen Überlegungen am besten zu den städtebaulichen Vorgaben im Strukturkonzept in Warnemünde. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf rund 70 Millionen Euro, rund 27 Millionen davon werden für die Beseitigung der Altlasten gebraucht.

Michael Schißler

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