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Mit grauen Haaren ein buntes Leben führen

Warnemünde Mit grauen Haaren ein buntes Leben führen

Rheumaliga in Warnemünde ist seit zehn Jahren für chronisch Kranke da / Gruppe ist weiter offen für Hilfsbedürftige und Helfer

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Ob in großer oder kleiner Runde: Die Mitglieder der Warnemünder Rheumaliga lassen es sich gutgehen.

Quelle: Fotos: Brigitte Schneider/klaus Walter

Warnemünde. Seit zehn Jahren gibt es die Rheumaliga in Warnemünde. Zwölf Mitglieder hat die Gruppe derzeit, und das Ziel der Zusammenschlusses klingt nach viel Spaß und Leichtigkeit: Freunde finden, Freude bereiten, Lebensfreude gewinnen. Dahinter steht ein eher ernster Grund: Die chronische Erkrankung ist mit viel Schmerz verbunden, die Therapie, die nie eine vollständige Heilung sein kann, wird von schlimmen Nebenwirkungen begleitet. Nicht selten von Demenz oder gar Krebs.

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Rheumaliga in Warnemünde ist seit zehn Jahren für chronisch Kranke da / Gruppe ist weiter offen für Hilfsbedürftige und Helfer

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„Betroffene mit ihrem Schicksal nicht alleine zu lassen, das ist der Sinn der Gruppenarbeit“, sagt der Warnemünder Günter Hohl (74), der die Selbsthilfegruppe für Rheumakranke seit ihrer Gründung leitet. „Wir setzen dort an, wo die Pillen aufhören zu wirken, wollen zeigen, dass man auch mit grauen Haaren ein buntes Leben führen kann.“ Soll heißen: Patienten zur Selbsthilfe befähigen, Depressionen vermeiden, aktiv bleiben. „Wir sind keine Mediziner“, sagt Hohl. „Aber wir unterstützen die Mediziner, indem wir die Leute in Bewegung halten.“ Eng arbeitet die Selbsthilfegruppe auch mit der Arbeitsgemeinschaft der Rheumakranken, die ihren Sitz im „Gemeinsamen Haus“ in Evershagen hat, und der dortigen Vorsitzenden Gisela Roggenschuh zusammen: Arztvorträge oder Theaterbesuche werden über diese Einrichtung organisiert.

Mindestens einmal monatlich treffen sich die Gruppenmitglieder — zu Theaterbesuchen oder Heimatabenden, zu Feiern, Mal- oder Bastelnachmittagen, sogar zu Wanderungen — wenn auch nur kurz: „Alles, um Schmerzen zu überwinden“, sagt Hohl. Treffpunkt ist jeden dritten Montag im Monat Haus Mühlenblick der Volkssolidarität in der Laakstraße. „Hausdame Gudrun Köster betreut uns immer sehr liebevoll“, lobt Gruppenleiter Hohl. Aber natürlich gibt es auch andere Feste an anderen Orten, wie das Fotoalbum der Selbsthilfegruppe zeigt. Zum Beispiel die Gartenfeste beim Gruppenleiter selbst, der dann auch zur Höchstform aufläuft: zum einen mit den Torten, die der ehemalige Konditormeister selbst herstellt und die dann nicht nur das Prädikat „selbst gebacken“, sondern auch noch „von Meisterhand“

verdienen. Zum anderen wegen seines Faibles für die plattdeutsche Sprache und seinem Hang zum mecklenburgischen Heimatdichter Johannes Tarnow und dessen humorvollen bis deftigen Texten.

„Aber natürlich leisten wir auch gegenseitige Hilfestellung in Notsituationen“, sagt der Gruppenleiter. Zum Beispiel Einkäufe erledigen, wenn die Ältesten der Gruppe, etwa der 86-jährige Reinhard Eichler, bei Schnee und Glatteis nicht mehr sicher unterwegs sein können.

„Und wir sind eine offene Gruppe“, sagt Günter Hohl. „Wir halten unsere Tür offen und sind für alle da, die bei uns mitmachen möchten.“ — „Auch für Männer“, fügt er noch hinzu. Seine Erfahrung sei, dass sich Männer mit der Diagnose eher „zu Hause eingraben“. Doch das führe zu gar nichts. Auch für Günter Hohl selbst ist die Gruppenarbeit ein Teil seiner ganz persönlichen Rheuma-Therapie geworden: „Wer etwas für andere tut, tut damit auch etwas für sich.“

Rheumaliga im Seebad

850 Mitglieder in vier Selbsthilfegruppen hat die Rheumaliga derzeit in der Hansestadt Rostock: in den Stadtteilen Lütten Klein, Südstadt, Evershagen und Warnemünde.

Die Warnemünder Gruppe der Rheumaliga trifft sich an jedem 3. Montag im Monat um 14.30 Uhr im Haus „Mühlenblick“ in der Laakstraße in Warnemünde. Die Türen stehen ausdrücklich allen Hilfesuchenden offen, auch Angehörige und Unterstützer sind willkommen.

Von Klaus Walter

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