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Montag ziehen erste Flüchtlingskinder ein

Markgrafenheide Montag ziehen erste Flüchtlingskinder ein

23 deutsche und ausländische Mädchen und Jungen werden in Markgrafenheide rund um die Uhr betreut

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Der Ortsbeiratsvorsitzende Jürgen Dudek (v.l.), Wolfgang Richter von der GGP, Sozialsenator Steffen Bockhahn, die beiden Einrichtungsleiter der GGP Felix Grabiger und Emanuel Loch sowie mehrere Vertreter von Ortsbeirat und Ortsamt haben sich gestern das neue Heim angesehen.

Quelle: Thomas Sternberg

Markgrafenheide. Das erste der beiden Häuser am Ortsrand von Markgrafenheide ist fertig. Montag ziehen dort acht deutsche und ausländische Jugendliche ein. Aus dem früheren Hotel „Heidehof“ für Menschen mit Behinderungen ist ein Heim für betreutes Jugendwohnen geworden.

„Hier werden Jugendliche wohnen, deren Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind, Jugendliche mit Problemen im gesellschaftlichen Leben oder sich anbahnender psychischer Probleme, Waisenkinder sowie minderjährige Ausländer“, benennt Wolfgang Richter von der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) die Herkunft der Bewohner. Die GGP ist Träger der Einrichtung.

Die Wohngruppen werden sowohl mit Mädchen und Jungen als auch mit deutschen minderjährigen Flüchtlingen gemischt. Der Anteil der Ausländer wird bei rund 50 Prozent liegen. Sie sind im Regelfall zwischen 14 und 18 Jahren alt.

„Die Form des Zusammenlebens ist keine Ausnahme in Rostock, denn es entspricht dem Konzept der Stadt, ausländische Jugendliche nicht allein unterzubringen“, sagt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Das bedeute allerdings einen hohen Aufwand.

„Wir haben hier in beiden Häusern 23 Plätze, die Bewohner werden rund um die Uhr betreut“, sagt Emanuel Loch, Einrichtungsleiter bei der GGP. Auf die 23 Jugendlichen kommen 17 erwachsene, betreuende Personen. Außerdem wird ein Wachdienst eingesetzt.

Die Kosten trägt die Stadt. Zumindestens die, die für die Pflichtaufgabe „Hilfe zur Erziehung“ anfallen. 27 Millionen Euro sind dafür im Haushalt für die gesamte Stadt verankert. Bei den Flüchtlingen überweist der Bund die Kosten an die Länder. In Mecklenburg-Vorpommern kümmert sich der Kommunale Sozialverband (KSV) um die Auszahlungen an die Kommunen. Doch die Stadt sitze, so Bockhahn, auf siebenstelligen Außenständen.

In Markgrafenheide stimmt zumindest die Infrastruktur für die Integrationsaufgabe. Jeder Jugendliche hat ein Einzelzimmer. Daneben gibt es Gemeinschaftsräume und gemeinsame Küchen. „Der Essensplan wird gemeinsam aufgestellt, und die Jugendlichen werden beim Einkaufen von einer Betreuerin begleitet“, sagt Felix Grabiger, ebenfalls Einrichtungsleiter bei der GGP. Und natürlich gelte auch beim betreuten Jugendwohnen die allgemeine Schulpflicht.

Im März begann der Umbau der beiden eingeschossigen Gebäude, und Montag kommen die ersten Bewohner nach Markgrafenheide. „Wir sind von Anfang an einbezogen worden, die Einwohner wurden langfristig informiert“, bestätigt der Ortsbeiratsvorsitzende Jürgen Dudek (Rostocker Bund), dass die GGP stets den Kontakt gesucht hat. Die Gesellschaft betreibt am Ortsrand von Markgrafenheide bereits die „Tagesarbeitsstätte in der Lehmkuhl“. Bekannt geworden ist die Tagesarbeitsstätte unter anderem durch ihre Champignonproduktion in zwei früheren Munitionsbunkern.

Heim war schon Hotel und Unterkunft für Soldaten

Das Areal am Ortsrand wurde seit den 1930er Jahren militärisch genutzt. Es gab Schießanlagen. Die Marine der Nationalen Volksarmee (NVA) baute dort 16 Munitionsbunker. Aus den Unterkünften für Soldaten entstand 1995 ein Hotel für behinderte Menschen.

Der Verein „Ohne Barrieren“ war Träger des Hotels. Er musste es 2010 aufgeben. Die GGP erwarb es und versuchte, dort verschiedene Projekte zu realisieren. Unter anderem sollten dort auch suchtkranke Frauen und Männer wohnen.

Thomas Sternberg

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