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Plakat-Aktion gegen neue Pläne für die Mittelmole

Warnemünde Plakat-Aktion gegen neue Pläne für die Mittelmole

Bürger und Vereine sehen das Flair Warnemündes gefährdet

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Gestern starteten Michael Parsch, Heiko Schulze und Frank Martens die Plakataktion zum Mittelmolenbeschluss.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. Die Bürgerinitiative Alter Fährhafen, der Handels- und Gewerbeverein Warnemünde und der Tourismusverein Rostock und Warnemünde haben gestern ihr neues Plakat vorgestellt, mit dem sich die drei Organisationen dagegen wehren wollen, dass der bislang bestehende Bürgerschaftsbeschluss zur Bebauung der Mittelmole verwässert wird.

„Die Plakate haben wir in einer Auflage von 500 Stück drucken lassen“, sagte Heiko Schulze, Sprecher der Bürgerinitiative Alter Fährhafen, „sie werden nun ab dem kommenden Montag in den Schaufenstern der Warnemünder Geschäfte ausgehängt werden.“ Zusätzlich verteilen der Handels- und Gewerbeverein und die Bürgerinitiative noch einmal 5000 Flyer, in denen sie sich gegen die neuen Überlegungen für die Bebauung der Mittelmole aussprechen.

„Wir wollen das Thema breit in die Öffentlichkeit bringen“, sagte Heiko Schulze, der damit rechnet, dass über die vor einiger Zeit bekannt gewordenen Pläne der Stadtverwaltung, nun doch auf der Mittelmole Hochhäuser entstehen zu lassen, nach der Bundestagswahl intensiver diskutiert werden wird. Frank Martens, Vorsitzender des Tourismusvereins Rostock und Warnemünde, betonte gestern, dass der Handels- und Gewerbeverein dabei gewesen sei, als das Strukturkonzept diskutiert worden sei, in dem dann auch die Bebauung der Mittelmole festgelegt wurde. „Da haben sich alle Interessen gefunden, deswegen ist es nun nicht zu verstehen, warum das nun offenbar nicht mehr gelten soll.“ Martens hatte sich zuvor schon kritisch zu den neuen Überlegungen geäußert, aus der Sicht der Touristiker müsse das Flair von Warnemünde erhalten bleiben, mit einer Hochhausbebauung sei dies nicht gegeben.

Auch Schulze äußerte sich in diese Richtung: „Der Beschluss der Bürgerschaft dazu aus dem Jahr 2014 ist schon ein Kompromiss gewesen.“ Zudem bemängelte der Sprecher der Bürgerinitiative, dass es lediglich einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung der Mittelmole gegeben habe. Die „entscheidende Frage, was will der Ort an dieser Stelle“, sei gar nicht gestellt worden. Michael Parsch, Vorstandsmitglied im Handels- und Gewerbeverein, wusste darauf gestern eine Antwort zu geben: „Auf der Mittelmole sind nur Geschäfte, Gaststätten und Veranstaltungsräume sinnvoll“, sagte er, „für Dauer- oder Ferienwohnen ist die Mittelmole nicht geeignet“. Dafür seien angesichts der Kreuzfahrtschiffe, die in diesem Bereich festmachen, „die Umweltbelastungen einfach zu hoch“. Während die Bürgerinitiative, Handels- und Gewerbeverein und der Tourismusverein zum Widerstand gegen die Aufweichung des alten Bürgerschaftsbeschlusses mobilisieren, wird das Thema auch im Seebad diskutiert.

Heike Schmidt, Bäckereiverkäuferin, konstatierte, „Warnemünde verliert immer mehr von seiner Ausstrahlung“ und, wie sie an ihren Kunden feststellen kann, „auch mehr Einheimische.“ Vom „ursprünglichen Warnemünde gibt es immer weniger.“

Thorsten Krause ist in Warnemünde aufgewachsen, hat es aber nun in Richtung eines benachbarten Seebades verlassen. „Ich finde eine solche Bebauung der Mittelmole nicht gut“, sagte Krause. Man mache nun die gleichen Fehler wie an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein, „zu viele haben hier einfach die Dollarzeichen im Auge.“ Warnemünde verliere seine Atmosphäre.

Auf eine kurze Formel brachte Volker Schnabel, Inhaber der Warnemünder Trödelecke, seine Meinung: „Die spinnen.“ Es werde wohl „ziemlich gruselig mit fünf Hochhäusern auf der Mittelmole.“ Schnabel meinte, dass auch in seiner Heimat Frankfurt am Main schon schlimme Bebauungspläne über die Köpfe der Anwohner hinweg durchgesetzt worden seien.

Bürgerschaftsbeschluss vom 1. Oktober 2014

Laut Beschluss der Rostocker Bürgerschaft vom 1. Oktober 2014 hat sich die Stadtverwaltung bei den Planungen für die Mittelmole an strenge Vorgaben zu halten. Festgeschrieben ist unter anderem, dass es nur 300 Wohneinheiten auf der Mittelmole geben darf. Die Gebäudehöhe darf nur drei oder maximal vier Geschosse betragen. Eine Wohnbebauung im südlichen Teil zwischen Gleisen und Altem Strom ist nicht gestattet. Auch „großzügige Freiflächen“ sind festgelegt.

Die Stadtplanung hat diesen Beschluss, nach dem die Planungen genau unter diesen Kriterien fortzusetzen waren, als „Prüfauftrag“ missverstanden.

Michael Schißler

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