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Warnemünde Platz für große Pötte schaffen

Ortsbeirat stimmt einstimmig den Werfterweiterungen in Warnemünde zu

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Die Neptunwerft will eine bereits geplante Halle noch um 40 Meter erweitern lassen. Damit wird sie insgesamt rund 180 Meter lang.

Warnemünde. Es herrscht Freude im Ortsbeirat Warnemünde. Gleich über zwei Werfterweiterungen wurde gestern beraten. Während die Nepun-Werft den ersten Entwurf ihrer Halle noch erweitern will, planen auch die MV Werften in Rostock den Neubau einer riesigen Werkhalle. Mit überwältigender Mehrheit hat der Ortsbeirat beiden Vorhaben zugestimmt. „Es sind zwei für Warnemünde sehr wichtige Bauanträge“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel (CDU). Dass beide Vorhaben in einer Sitzung behandelt werden, ist laut Prechtel reiner Zufall. „Die Werften haben ein Zeitproblem, sie müssen bauen, denn sie haben schon jetzt eine lange Auftragsliste.“

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Ortsbeirat stimmt einstimmig den Werfterweiterungen in Warnemünde zu

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Den Plänen für eine Halle der Neptun-Werft wurde bereits vor rund einem Jahr zugestimmt. Gestern wurde noch einmal über eine Erweiterung um 40 Meter beraten. Damit bekommt die Halle eine Gesamtlänge von gut 180 Metern. An der Höhe von rund 60 Metern würde sich nichts ändern. „Die Schwimmteile, die wir hier bauen, sollten ursprünglich 120 Meter lang werden“, sagt Werft-Chef Raimon Strunck. Die Schiffsteile sollen an die Meyer-Werften in Papenburg (Niedersachsen) und Turku (Finnland) geliefert werden. Doch in Papenburg wolle man größer bauen, die Bauelemente sollen nun 140 Meter lang werden. „Damit wir die Schiffsteile weiterhin in der Halle bauen können, muss sie zur Pier hin verlängert werden.“ Man könnte dann nicht nur wetterunabhängig arbeiten, es gebe auch weniger Lärm-, Schmutz- und Geruchsemissionen für Warnemünde. Bei den Mitgliedern des Ortsbeirats trifft das auf offene Ohren. Sie nehmen den Antrag einstimmig an. Als nächstes will die Neptun-Werft eine neue Containeranlage errichten. Die bestehende soll als Anlieferungsfläche genutzt werden. Doch darüber soll in der nächsten Ortsbeiratssitzung entschieden werden.

Auch die MV Werften planen Großes. „Wir wollen hier große Schiffe bauen und 80 Prozent davon sollen in Warnemünde entstehen“, sagt der Projektleiter Rico Gindler. Doch die bisherigen Kapazitäten würden dafür nicht ausreichen. Deswegen wollen sie einen rund 390 Meter langen Neubau mit einer Höhe von rund 25 Meter errichten. Die Werkhalle soll insgesamt eine rund 2,5 Hektar große Fläche bieten.

Mit der Halle verdopple die Werft ihre Kapazitäten. „Etwa ein Drittel der Belegschaft soll in der Halle arbeiten – also rund 180 bis 200 Menschen“, verkündet der Projektleiter. „Wir wollen im Prinzip mit den Bauarbeiten im Spätherbst beginnen. Unser Ziel ist es, sie am 23. Juli 2018 feierlich in Betrieb zu nehmen“, sagt er zuversichtlich. Dabei richte man sich durchaus auf schwere Arbeiten ein.

„Wir haben Altlasten im Boden, also muss der Boden ausgetauscht werden.“ Da die Werft im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen wurde, rechnet man auch noch mit solchen Funden. „Wir wollen die Halle auf 3000 Baupfähle stellen. Sie sollen nicht gerammt, sondern gebohrt werden, damit es nicht zu laut ist.“ Schließlich wolle man es sich mit den Warnemündern nicht verscherzen. Wieder stimmt der Ortsbeirat einstimmig zu.

„Dass Warnemünde zu einem Herzstück der Werftindustrie wird, kann uns nur mit Freude und stolz erfüllen“, sagt der Beiratsvorsitzende. Gerade nachdem die Werften in den vergangenen Jahren gekränkelt hätten, sei es nun ein positives Zeichen für den Wirtschafts- und Lebensstandort. Für Rostock und die Umgebung entstehen mehr Arbeitsplätze in der Werft, auch mehr Zulieferer würden benötigt.

Dennoch ist sich Prechtel bewusst, dass das nicht nur Vorteile mit sich bringt. Es wird bezahlbarer Wohnraum benötigt, und auch die Verkehrszahlen steigen mit dem Aufschwung. „Dieser Problematik wird man sich gern stellen.“

Für Prechtel sei die Zustimmung des Ortsbeirates zu diesen großen Vorhaben fast schon ein historischer Moment. „Die beiden Vorhaben haben ein gemeinsames Bauvolumen von rund 38 Millionen Euro.“

Gerade erst hatte der Ortsbeirat dem Werftbecken zugestimmt, welches ein Volumen von rund 70 Millionen Euro habe. „Damit haben wir in den letzten Monaten ein Bauvolumen von mehr als 100 Millionen Euro verabschiedet. Für einen kleinen Ort wie Warnemünde ist das einmalig.“

Johanna Hegermann

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