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Radler verärgern Passanten

Warnemünde Radler verärgern Passanten

Polizei sind jedoch Hände gebunden: Verbot auf Warnemünder Promenade sei unzureichend gekennzeichnet

Warnemünde. Wenn die Sonne scheint, wird es voll auf der Warnemünder Promenade. Tausende Touristen und Rostocker tummeln sich zwischen Leuchtturm und dem Hotel „Neptun“.

 

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Viele Radler ignorieren das Fahrverbot auf der Promenade – oder wissen davon nichts.

Quelle: Philip Schülermann

Momentan gibt es keine Kontrollen, weil die Beschilderung nicht ausreicht.“Yvonne Hanske,

Polizeisprecherin

Unter ihnen sind auch Fahrradfahrer, die dort aber gar nicht fahren dürften – es zum Ärger der Fußgänger aber dennoch tun. Die Rostocker Polizei bemängelt unzureichende Beschilderung.

Einmal die Promenade hinunter zu gehen reicht: In wenigen Minuten sieht man einige Radfahrer, die im Zickzack durch die Menschenmenge fahren. Ein junger Mann auf einem Mountainbike nimmt sogar extra Fahrt auf und scheint echten Spaß an dem menschlichen Parcours zu haben. Dass zwischen dem Hotel „Neptun“ und dem Leuchtturm nur Fußgänger gestattet sind, verraten die blauen Schilder an den Zuwegen, die von der Seestraße auf die Promenade führen. Nur auf dem einen halben Kilometer langen Stück parallel zu den Dünen heißt es für die Radler schieben.

„Ganze Gruppen, Familien mit kleinen und großen Kindern üben sich im Slalomfahren auf der Promenade“, beklagt sich eine Leserin in einem Brief an die Redaktion. „Ein uraltes Problem in Warnemünde.“

Dabei ist es – abgesehen von der Aussicht – nicht nötig, die Promenade zu befahren, denn parallel verläuft die Seestraße und die ist für Radfahrer frei. Auf die Frage, warum er in der Fußgängerzone nicht absteige, sagt ein Radfahrer im Vorbeifahren, er habe kein Schild gesehen. „Und der Weg ist doch breit genug.“

„Die Radfahrer nehmen auch keine Rücksicht“, sagt Rosemarie Glöde (79). Vor einigen Tagen will sie eine „Gruppe von 30 Mann“ gesehen haben, die sogar gerufen hätten, damit die Fußgänger Platz machten. Für sie gibt es nur eine Lösung für das Problem: „Zur Kasse bitten. Anders sind die nicht zu kriegen.“ Kontrollen gebe es aber nicht, sagt sie.

Das bestätigt die Polizei. „Momentan gibt es keine Kontrollen, weil die Beschilderung nicht ausreicht“, teilt Sprecherin Yvonne Hanske mit. Nur an den Zuwegen von der Seestraße stehen Schilder, an den jeweiligen Enden nicht. Wer also schon länger an der Küste entlang radele, könne gar nicht wissen, dass er absteigen müsse, sagt die Sprecherin. „Wenn man etwas reglementieren will, muss auch eine Regelung erkennbar sein.“

Für die Polizei ist ein Schild, das die Promenade als Gehweg ausweist, nicht ausreichend. Laut Sprecherin Hanske müsste schon ein klares Radfahrverbot her. Das Problem mit den Schildern hätte man bereits an die Tourismuszentrale herangetragen. Beate Hlawa von der Warnemünder Tourismuszentrale sagt: „Es wird kurzfristig vom zuständigen Amt eine Prüfung geben.“ Auch die Polizei teilt mit, dass es eine Begehung geben soll.

Dass es an Kontrolle auf der Promenade fehle, sieht Hlawa anders. „Die Sicherheitskräfte kontrollieren täglich die Einhaltung des Fahrradfahrverbots“, sagt sie. Zudem heißt es von der Tourismuszentrale, dass über die Kontrollen hinaus „gezielt Aktionen des Sicherheitspersonals, des Strandvogts und der Polizei“ stattfänden.

Rosemarie Glöde ist mehrmals wöchentlich an der Promenade und sagt: „Das ist schon gefährlich.“ Einige Radfahrer seien aggressiv. Sie auf ihr Fehlverhalten anzusprechen traue sie sich nicht. Aber Musiker, die auf der Promenade spielten, die holten manchmal welche vom Rad, erzählt sie.

Auf dem Gehweg sind Fahrräder nicht erlaubt – mit Ausnahmen

Radfahrer dürfen als Gehweg gekennzeichnete Wege nicht benutzen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 15 Euro. Bei einem Unfall kann sich die Strafe verdoppeln. Eine Gefährung kostet 25 Euro.

Ein weißes Zusatzschild mit „Fahrradfahrer frei“ erlaubt Radfahrern, den Gehweg zu benutzen. Allerdings müssen sie Rücksicht auf die Fußgänger nehmen und dürfen nur in Schrittgeschwindigkeit fahren.

Ein gemeinsamer Weg ist mit einem blauen Schild versehen, auf dem ein Rad und Fußgänger abgebildet sind. Teilt eine Linie das Schild senkrecht, liegen die Wege nebeneinander, sind aber getrennt.

Philip Schülermann

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