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Rettungsaktion vor der Haustür: Urlauber fällt in den Seekanal

Warnemünde Rettungsaktion vor der Haustür: Urlauber fällt in den Seekanal

Mann macht beim Fotografieren am Passagierkai einen Schritt zu viel / Feuerwehr, Seenotretter und Wasserschutzpolizei im Einsatz / Kalender hilft der DGzRS

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Jörg Westphal, Leiter des DGzRS-Informationszentrums, vor dem Warnemünder Seenotkreuzer „Arkona“.

Quelle: Thomas Sternberg

Warnemünde. Zu einem ungewöhnlichen Rettungseinsatz sind Feuerwehr, Seenotretter und Wasserpolizei am Freitagabend gegen 22.30 Uhr gerufen worden. Ein Urlauber aus Deutschland hat so konzentriert das Geschehen auf dem Seekanal fotografiert, dass er am Warnemünder Passagierkai den einen Schritt zu viel gemacht hat. Er landete im Wasser.

„Wasserschutzpolizei, die Seenotretter und die Feuerwehr waren im Einsatz, die Feuerwehr hat den Mann aus dem Wasser geholt“, informiert Michaela Freudenreich von der Landeswasserschutzpolizei.

Obwohl nicht schwer verletzt, kam der Mann ins Südstadtklinikum. „Da es ein klassischer Unfall war, der auch von Zeugen so bestätigt wurde, gibt es keine Ermittlungen“, so Michaela Freudenreich.

An der Rettungsaktion vor der Haustür waren auch die Männer des Warnemünder Seenotrettungskreuzers „Arkona“ beteiligt. Die Männer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind an diesem Wochenende ohnehin im Dauerstress gewesen. „Das war ein turbulentes Wochenende“, bestätigt Jörg Westphal, Leiter des Warnemünder DGzRS-Informationszentrums.

Da musste ein Einhandsegler vor Hiddensee gerettet werden, da es auf seinem Katamaran „Balance“ einen Wassereinbruch gegeben hatte. Dann galt es, den Skipper des Motorbootes „Bonita“ aus dem Wasser zu holen. Weil sein Boot vor Rügen zu sinken drohte, war er in die Rettungsinsel umgestiegen.

Alle diese Einsätze funktionieren nur durch die Finanzierung über Spenden. Darum sind Einzelspenden, das Geld aus den Sammelschiffchen und das aus dem Erlös des DGzRS-Kalenders so wichtig, betont Westphal. „Wir haben jetzt begonnen, den Viermonatskalender unserer Gesellschaft zu verkaufen, es gibt ihn in unserem Informationszentrum am Leuchtturm“, sagt Westphal. Nur wer einen größeren Posten benötige, sollte sich vorher anmelden, so Westphal.

Für ihn ist dieses Jahr ein besonders ereignisreiches. Denn im April war er als freiwilliger Helfer in Griechenland im Einsatz. Vor der Insel Lesbos hat er gemeinsam mit der Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Minden“ flüchtenden Menschen geholfen, den Gefahren der offenen See zu entkommen. „Ist es noch einmal notwendig, ich wäre wieder bereit“, sagt er.

Vor einer Woche war er dabei, als Bundespräsident Joachim Gauck, überraschend mit dem Fahrrad kommend, die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes „Barsch“ in Wustrow besuchte. „Ich leite zwar das Informationszentrum in Warnemünde, gehöre aber gleichzeitig zur freiwilligen DGzRS-Besatzung in Wustrow“, erklärt er, warum er dabei war, als der Schirmherr der DGzRS die Seenotretter privat besuchte.

Am Sonnabend können Interessierte den Seenotrettungskreuzer „Arkona“ an ihrem Liegeplatz am Alten Strom besuchen. Von 14 bis 17 Uhr gibt es im Rahmen des „Stromfestes“ ein open ship. Auch das Informationszentrum am Leuchtturm ist dann geöffnet.

Spenden und freiwillige Helfer sind entscheidend

2091 Einsätze hat es für die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im vergangenen Jahr gegeben. Die Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

210 freiwillige Helfer gibt es in Mecklenburg-Vorpommern.

800 Freiwillige unterstützen bundesweit die Arbeit der DGzRS. Dazu kommen insgesamt 180 Festangestellte, die auf Seenotkreuzern und Rettungsbooten arbeiten.

38,6 Millionen Euro finanzierten 2014 die deutsche Seenotrettung am Ost- und Nordsee.

Thomas Sternberg

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