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Schon wieder bricht die Neptun-Pipeline

Die Zahl der Rohrbrüche Schon wieder bricht die Neptun-Pipeline

Leitung zum Hotel ist wieder einmal geborsten / Fünfter Rohrbruch seit 2010 / Anwohner sind sauer

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Rohrbruch: Straßensperre gestern in der Warnemünder Schillerstraße.

Quelle: Klaus Walter

Die Zahl der Rohrbrüche. Wieder ein Rohrbruch an der „Neptun-Pipeline“: Sonntagabend gegen 20 Uhr kam es in der Warnemünder Schillerstraße zu einem Wasserrohrbruch. Feuerwehr und Eurawasser-Einsatzkräfte waren schnell vor Ort und konnten Schlimmeres verhindern. Übung sollten sie inzwischen haben: Es ist seit 2010 bereits der fünfte Rohrbruch der Wasserleitung, die sich 500 Meter weit durch die beiden Straßen bis zum Hotel Neptun zieht. Zuletzt war das Asbest-Zement-Rohr am 16. August 2015 gebrochen, damals mit fatalen Folgen.

Konkret bestätigen wollte Eurawasser-Sprecherin Gabi Kniffka gestern nicht, dass es sich am Sonntag erneut um das Anfang der 1970er Jahre im Zuge des Hotelbaus verlegte Rohr handelte. „Letztendlich ist das Trinkwassersystem ein Verbundnetz“, sagte sie. Für die Anwohner der beiden Straßenzüge aber ist klar: Es war erneut die Neptun-Pipeline.

Der erste diesjährige Rohrbruch vor dem Haus Schillerstraße 10 d verlief vergleichsweise glimpflich. Das Wasser überflutete die Schillerstraße und floss bis zur Kreuzung Richard-Wagner-Straße. Die Feuerwehr pumpte „aus einigen Kellern und einer Ferienwohnung kleinere Mengen Wasser“ ab. Größere Schäden seien nicht entstanden, wie Polizeihauptkommissarin Regina Junck mitteilte.

Im Hotel Neptun und für rund 200 Einwohner kam es laut Eurawasser zur „Versorgungsunterbrechung“. Für die Anwohner wurde in Höhe Wachtlerstraße eine Zapfstelle für Trinkwasser eingerichtet. Gegen 21 Uhr hatten die Eurawasser-Leute die Lage so weit im Griff, dass der Bautrupp an die Arbeit gehen konnte. „Die ganze Nacht hindurch waren unsere Leute im Einsatz“, berichtete Gabi Kniffka gestern.

„Die Trinkwasserleitung wurde auf drei Metern Länge ausgetauscht und konnte um 4 Uhr wieder in Betrieb genommen werden.“ Die Schillerstraße, gestern zum Teil noch gesperrt, ist seit dem Nachmittag wieder für den Fahrzeugverkehr frei. Heute sollen die restlichen Pflasterarbeiten am Gehweg erfolgen. Gert Kühne (65) aus der Warnemünder Gartenstraße 1a sind die letzten Rohrbrüche noch lebhaft in Erinnerung. Viermal stand das Wasser im Keller seines Hauses, das direkt an die Richard-Wagner-Straße grenzt. „Immer wieder mussten wir zusehen, wie das Wasser aus der Tiefe in die Keller drückte“, erzählt er.

Sein Nachbar in der Wagnerstraße, Rainer Milles (58), machte vergangenes Jahr eine weit intensivere Bekanntschaft mit dem kühlen Nass. Unmittelbar vor seinem Haus brach der Boden unter seinen Füßen zusammen, und er versank in einem vier mal vier Meter großen, zwei Meter tiefen Wasserloch. Als ehemaliger Wasserspringer konnte er sich retten, doch gemeinsam mit Kühne und weiteren Nachbarn machte er die Forderung nach einer generellen Reparatur auf. Eurawasser reagierte – ersetzt wurde zumindest das 80 Meter lange Rohrstück auf dem Grundstück des Kindergartens „Strandmuschel“. „Das Kindeswohl ist in Gefahr“, unterstrich Kita-Leiterin Sylke Fitze damals. Im Oktober, so hat Milles Ende letzter Woche erfahren, sollen die Arbeiten auf seinem Grundstück weitergehen. „Dass es der letzte Rohrbruch der maroden Leitung war, glaubt hier niemand“, sagt er.

Lange Liste der Havarien

in Warnemünde scheint zu steigen. Meldungen über Havarien sind im Zeitungsarchiv seit 2007 mindestens einmal jährlich verzeichnet. „Rohrbruch flutete Gartenstraße“ hieß es etwa am 22. Mai 2007, „130 Haushalte ohne Wasser“ am 10. Juli 2010. Der Rostocker Wasserversorger Eurawasser führt eine exakte Statistik. Danach hat es 1995 noch 455 Havarien im Stadtgebiet gegeben, 2010 waren es bedingt durch die Sanierungsarbeiten mit 195 weniger als die Hälfte, Tendenz sinkend.

Klaus Walter

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