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Seeleute rüsten sich gegen Feuer an Bord

Warnemünde Seeleute rüsten sich gegen Feuer an Bord

Forschungsprojekt Kompass soll Nautikern auf Passagierschiffen Hilfe erleichtern

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Bei dem Testlauf auf der Dresden wurden die „Verletzten“ nach einem Brand zunächst geborgen.

Quelle: Fotos: Michael Schissler

Warnemünde. Mehr Sicherheit für Passagiere und für Seeleute – das war das Ziel, das gestern das Institut für Sicherheitstechnik/Schiffssicherheit mit einer Erprobung seiner neuesten Forschungen verfolgt hat. Dieser Testlauf fand auf dem Traditionsschiff in Schmarl statt. Beteiligt waren daran etwa 50 Statisten, die die Opfer spielten, und 20 Seeleute, die erstmals mit den neuen Ideen und der neuen Technik des Instituts, das als Verein organisiert ist, in Berührung kamen. Die Rahmenhandlung dieses Testtages, der am Abschluss eines dreijährigen Projektes stand, ein Brand auf einem Passagierschiff.

OZ-Bild

Forschungsprojekt Kompass soll Nautikern auf Passagierschiffen Hilfe erleichtern

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„Wir testen hier drei Neuerungen“, erläuterte Dr. Dana Meißner, Leiterin der Forschung im Institut. Einerseits geht es um eine Maßnahmekarte. „Sie soll den Crewmitgliedern, die bei solchen Unfällen keine oder wenig Erfahrung haben, Hinweise geben, wie sie sich verhalten müssen und was zu beachten ist.“ Dabei ging es beispielsweise darum, breite Gänge zu dem gewählten Behandlungsplatz zu finden, Flächen abzusperren und sich gleichzeitig auch nach unverletzten Passagieren umzuschauen, die helfen können. „Auf See ist eine solche Rettungsaktion wesentlich anders als auf dem Land“, erläuterte die Forscherin, denn „Hilfe auf See kann man in der Regel erst nach Stunden erwarten“, bis dahin sei die Crew auf sich gestellt.

Bei diesem gespielten Einsatz auf der Dresden sollten die Seeleute dann auch ein neues, computerbasiertes Software-System nutzen. „Dieses System hilft dabei, die Schwere der Verletzungen zu bestimmen und gibt Hinweise, welche Patienten wie abtransportiert werden müssen. „Einige müssen beispielsweise liegend transportiert werden. „Außerdem ist es möglich, dass der Computer auch gleich die Krankenhäuser bestimmt, in die die Verletzten gebracht werden sollten“, erläuterte zusätzlich Ärztin Nadine Scharfenberg vom Unfallkrankenhaus in Berlin, das bei diesem Projekt ebenso mit dem Warnemünder Institut zusammenarbeitet wie die Universitätsmedizin Greifswald und das Institut für Soziologie an der Freiburger Universität. Weitere Projektpartner sind zwei privatwirtschaftliche Unternehmen.

„Weiter wollen wir ein System zur parallelen Sauerstoffversorgung testen“, erläuterte Dana Meißner, „dabei können acht Patienten gleichzeitig an eine Sauerstoffflasche angeschlossen werden“, sagte sie. „Dabei sei es wichtig, dass alle den gleichen Druck bekommen“, erläuterte die Forscherin. „Wenn das klappt“, sagte Nina Smolarz, Psychologin in dem Forschungsprojekt, „dann könnte das auch für andere Bereiche Anwendung finden.“ Im Vorfeld des Forschungsprojektes habe man sich mit Seeleuten und mit Reedern zusammengesetzt und sie gefragt, welche Gefahren ihnen auf See am meisten Sorgen machten. „Dabei ist dann herausgekommen, dass es vor allem Brände sind, aber auch Infektionskrankheiten“, sagte Dana Meißner, aber auch der Terrorismus sorge die Seefahrt. Bei solcher Gefahrenlage könne es schnell viele Verletzte auf einem Schiff geben – und das ist eben eine besondere Situation, weil Hilfe nicht so schnell zu bekommen sei und die Mannschaften auf sich angewiesen seien.

Mit dem jetzigen Forschungsprojekt versuche man, für solche Situationen auf Fähr- und Kreuzfahrtschiffen Entlastung zu schaffen.

Forschen für die Seefahrt

Das Projekt Kompass ist nur eins von insgesamt drei Projekten an denen das Institut für Sicherheitstechnik/Schiffstechnik mit Sitz in Warnemünde momentan forscht. Die Warnemünder befassen sich auch mit Fragen, welche Anforderungen in der Zukunft an Seeleute gestellt werden. Unter dem Namen Skillfull wird untersucht, wie die Zukunft der Nautiker aussieht und wie ihre Arbeitsbedingungen sein werden, wenn es zum Beispiel selbstfahrende Schiffe gibt. Dabei wird es dann wohl nicht mehr reichen, Nautiker zu sein, sondern die Seeleute müssen dann auch Informatiker sein. Gefördert wird dieses Projekt von der Europäischen Union. Weiter setzen sich die Forscher mit der Frage auseinander, wie man Hafenfeuerwehren unterstützen kann. Dabei geht es darum, beispielsweise den Funkverkehr hinter den Stahlwänden der Schiffe zu sichern und mit intelligenter Kleidung der Feuerwehrleute zu arbeiten, die Funksignale sendet.

Michael Schißler

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