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Segway-„Schwärme“ nerven Fußgänger auf der Promenade

Warnemünde Segway-„Schwärme“ nerven Fußgänger auf der Promenade

Das Warnemünder Freizeitangebot erfreut sich großer Beliebtheit / Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen dürfen die Zweiräder jedoch nicht fahren – eigentlich

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Segway-Fahrer gehören zum alltäglichen Bild auf den Strandpromenaden in Warnemünde und Kühlungsborn.

Quelle: Rolf Barkhorn

Warnemünde. Wie auf einer Slalomstrecke schlängeln sich oft Fahrradfahrer um die Flanierenden auf der Promenade. Haben Kind, Hund und die Erwachsenen den Schreck wohlbehalten überstanden, drückt sie umgehend ein Schwarm Segway-Fahrer an den Rand.

„Fußgängerzonen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren“, spottet der 37-jährige Thomas Wernicke. Der Familienvater aus Rostocks Stadtmitte bestätigt, dass die Segway-Fahrer ruhig und diszipliniert unterwegs seien – anders als manch Radler. „Doch Kinder reagieren oft unberechenbar, und auf der Promenade sollten sie sich eigentlich sicher fühlen.“

Auch die Warnemünderin Erika Schulz (63) hat kein Verständnis für die Segway-Schwärme auf der Promenade. „Dort, wo Platz ist, ist das eine schöne Sache, aber nicht in den ohnehin engen Fußgängerbereichen“, sagt sie. „Jeder Radlfahrer wird auf der Promenade vom Sattel gepfiffen, die Segways sind doch viel gefährlicher“, findet Erika Schulz. Darum dürften sie dort auch nicht sein.

Das Fahren von Segways ist nur dort erlaubt, wo auch Radfahrer unterwegs sein dürfen, bestätigt die Stadtverwaltung. „Auf Bürgersteigen dürfen sie nicht gefahren werden, das gilt dann natürlich auch für die Strandpromenade“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die einzige Ausnahme gelte für mobilitätseingeschränkte Menschen.

Wie viele Segways es in Rostock inzwischen gibt, lasse sich nicht sagen, so Kunze. Die Zweiräder werden nämlich nicht wie ein Kraftfahrzeug zugelassen, sondern müssen nur versichert sein. Ähnlich wie bei den kleinen Motorrollern. „Der Fahrzeugführer eines Segways muss über einen Mofa-Führerschein verfügen“, ergänzt Stadtsprecher Kunze.

Seit 15 Jahren setzt sich das Fahren auf den elektrisch angetriebenen Segways immer mehr durch. Als Freizeitspaß, aber auch zunehmend zur täglichen Beförderung sieht man die rund 8000 Euro teuren Zweiräder im Straßenbild. In Warnemünde kann man Gruppen fast täglich durchs Ostseebad rollen sehen. Entweder befinden sich Elektro-Fahrzeuge an Bord einiger größerer Kreuzfahrtschiffe, Touren mit ihnen können im Rahmen des Landprogramms gebucht werden, oder Interessierte leihen sie sich am Warnemünder Bahnhof aus.

Im Gegensatz zu anderen Zweirädern ist die Geschwindigkeit stabil. Die Fahrzeuge können maximal 20 Kilometer pro Stunde fahren. Das Risiko, sich bei einem Sturz zu verletzen, wird nach einer Studie der Technischen Universität Kaiserslautern geringer als bei Fahrradfahrern eingeschätzt. Crashtests der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigen allerdings auch, dass der Segway bei der getesteten Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde durchaus eine Gefahr für Fußgänger darstellen kann.

Körperhaltung steuert elektrisches Zweirad

Der „Segway Personal Transporter“ wird seit 2001 von Segway Inc. im US-Bundesstaat New Hampshire hergestellt. 2015 kaufte ein chinesisches Unternehmen die Firma. Das Fahrzeug mit elektrischem Antrieb fährt in die Richtung, in die sich der Fahrer lehnt – nach vorne oder hinten. Ein Schwenken der Lenkstange nach rechts oder links bewirkt die Kurvenfahrt. Sobald sich der Fahrer mit der Lenkstange zur Seite neigt, dreht sich das jeweilige Rad langsamer und verursacht so die Kurvenfahrt.

Thomas Sternberg

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