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Stadtwerke bekommen Kohle für Strom

Warnemünde Stadtwerke bekommen Kohle für Strom

Das Unternehmen erhält 13 200 Euro Fördergeld für neue Elektro-Tankstellen / E-Mobilität geht auch im Trabi

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Minister Christian Pegel (r.) mit Elektro-Trabi-Bauer Jörg Hilbert beim Fachsimpeln. Stadtwerke-Vorstand Ute Römer kennt den Wagen schon.

Warnemünde. Wo er auftaucht, stiehlt er jedem die Show: Gestern stand Elektro-Ingenieur Jörg Hilbert mit seinem Elektro-Trabi im Mittelpunkt einer Fördermittelübergabe auf dem Warnemünder Kirchenplatz: Landes- Energieminister Christian Pegel (SPD) war gekommen, um Stadtwerke-Vorstand Ute Römer einen Fördermittelbescheid über 13200 Euro zu übergeben. Steuergeld aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE), mit dem das Land Mecklenburg-Vorpommern die Errichtung von vier weiteren Elektro-Tankstellen im Stadtgebiet von Rostock und in Graal-Müritz unterstützen will.

Die Stadtwerke verstehen sich als Treiber der Energiewende vor Ort.“ Ute Römer, Stadtwerke

Natürlich war Jörg Hilbert nicht per Zufall da. Sein Trabant, ein seltenes Stück aus der Baureihe 500, komplett saniert und umgestellt auf Elektroantrieb, trägt einen Werbeaufdruck der Rostocker Stadtwerke AG. „Wir haben einen Werbevertrag mit ihm abgeschlossen“, erläuterte Ute Römer. „Damit wollen wir zeigen, dass Elektromobilität auch viel mit privater Initiative zu tun hat – und jeder Beitrag zählt dabei.“ Während die Stadtwerke-Chefin dabei vor allem auf die Initiative von Unternehmen, Hotels, Parkplatz- und Parkhausbetreibern anspielt, die viel tun können, um ein leistungsfähiges Elektro-Tankstellen-Netz aufzubauen, ist der Beitrag von Jörg Hilbert schon ein wenig besonders: Während sich die deutsche Automobilindustrie seit fast zwei Jahrzehnten mehr oder weniger quält, ein kostengünstiges Elektroauto für jedermann zur Serienreife zu bringen, hat das bei Hilbert von der Idee bis zur ersten Fahrt auf der Straße gerade einmal vier Jahre gedauert. „Wobei ein komplettes Jahr nur für den Kampf mit den Behörden draufging“, erzählt er. Vor allem TÜV und Dekra hätten ihm das Leben schwer gemacht. Beispiel: Nachdem er wirklich alle der immer wieder neu gemachten Auflagen erfüllt hatte, sollte Hilbert noch einen Not-Abschalter in sein Auto einbauen. Bei jedem anderen Auto genügt dafür der Zündschlüssel. Nachdem er den konstruiert und montiert hatte, wollten die Sicherheits-Ingenieure dann doch noch wieder eine klassische Kfz-Batterie im E-Trabi wissen – für den Betrieb der Warnblinkanlage, falls der Notfallschalter betätigt wird. Auch die baute Hilbert ein. Dann kam das Finanzamt. Normalerweise sind E-Autos steuerfrei. Da sein Trabant aber einmal einen Benzinmotor hatte, ist er jetzt ein „Kfz ohne Motor“. Macht 28 Euro Steuern im Jahr.

Jetzt endlich darf der Trabi fahren – und braucht Elektro-Tankstellen.

Und darum ging es gestern: Mit 30 Prozent – das sind jene 13200 Euro – beteiligt sich das Land an der Errichtung neuer Strom-Zapfsäulen in der Rostocker Langen Straße 28, am Parkplatz Am Strande, in der Gertrudenstraße sowie in Graal-Müritz am Haus des Gastes. „Das ist unser Versorgungsgebiet“, erläuterte Ute Römer.

Strom ist günstiger

Die Bundesregierung hat das Ziel formuliert, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge in Umlauf zu bringen.

Die Stadtwerke Rostock AG unterstützt dieses Ziel und realisiert zu diesem Zweck die Aufstellung von Park- und Ladesäulen, um die Infrastruktur für E-Mobile in der Hansestadt auszubauen.

Elektromobilbesitzer zahlen die ersten zehn Jahre nach der Anschaffung keine Kfz-Steuer. Es fallen deutlich geringere Wartungskosten an. Auf 100 Kilometern Fahrstrecke ist der getankte Strom etwa im Verhältnis 1:2 bis 1:3 günstiger als Diesel oder Benzin.

Klaus Walter

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