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Strömungen: So gefährlich ist die Mole

Warnemünde Strömungen: So gefährlich ist die Mole

Die 13-Jährige, die am Dienstag an der Warnemünder Westmole verunglückte, starb gestern in der Uniklinik.

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Schilder weisen auf die Gefahren an der Mole hin. Die tödlich verunglückte 13-Jährige soll mit Freundinnen auf Höhe des „Teepotts“ in die stürmische See gegangen sein. Rettungskräfte eilten zu Hilfe.

Quelle: Fotos: Stefan Tretropp

Warnemünde. Der tödliche Badeunfall einer 13-Jährigen wirft die Frage nach der Sicherheit am Warnemünder Strand auf. Zwar warnen Schilder vor der Gefahr an der Mole, doch immer wieder missachten Badegäste das Schwimmverbot an dieser Stelle. „Wir werden das Problem noch einmal im Ortsbeirat thematisieren. Wir wollen alles erdenklich Mögliche tun und veranlassen, um solche Unfälle zu verhindern“, sagt Alexander Prechtel (CDU), Chef des Warnemünder Ortsbeirates. Ein Absperren des Strandabschnitts sei aus seiner Sicht aber keine Option.

Auch die Polizei mahnt eindringlich: „Die Warnschilder stehen dort nicht umsonst und sind dringend zu beachten“, sagt Michaela Freudenreich, Sprecherin der Wasserschutzpolizei. Gleichzeitig hätten sich Besucher an die Weisungen der Rettungsschwimmer zu halten, wenn diese ein Badeverbot aussprechen. „Grundsätzlich sollte sich jeder vorab informieren, ob das Wetter zum Baden geeignet ist“, sagt Freudenreich.

Als die 13-Jährige am Dienstagabend mit zwei Freundinnen (13 und 17) an der Mole schwimmen ging, herrschte stürmische See. Der Wind wehte mit Stärke bis sechs bis sieben. Die ablandige Strömung trieb die Mädchen aufs offene Meer hinaus. Während sich ihre Freundinnen alleine retten konnten, ging die 13-Jährige in den hohen Wellen unter und verlor das Bewusstsein. Ein Surfer rettete das leblose Mädchen an den Strand. Dort reanimierten Ersthelfer die Rostockerin, die zur Behandlung in die Uniklinik kam. Dort ist sie trotz intensiver medizinischer Betreuung auf der Intensivstation am gestrigen Nachmittag verstorben. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 18.30 Uhr waren die Rettungstürme in Warnemünde nicht mehr besetzt.

Zuletzt war im Jahr 2013 ein Elfjähriger ums Leben gekommen, der trotz Badeverbots bei starkem Wellengang mit Freunden an der Mole schwimmen ging. Dabei sei es sogar bei bestem Wetter und ruhiger See zu gefährlich, um dort zu baden, so Freudenreich. Grund sei die Unterströmung. „Bei schlechtem Wetter wird es umso heikler“, sagt die Polizistin.

Selbst Rettungsschwimmer würden dort nur zu zweit und mit Auftriebskörpern bei Notfällen ins Wasser gehen, teilt die zuständige Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit. Als die drei Mädchen am Dienstag gegen 18.45 Uhr badeten, war der Rettungsturm bereits geschlossen – er ist von 9 bis 18 Uhr besetzt. „Zwei unserer Rettungsschwimmer waren aber privat am Strand und halfen bei der Erstversorgung der Mädchen“, sagt DRK-Sprecherin Stefanie Kasch. Immer wieder würden die Rettungsschwimmer die Badegäste auf die Gefahr an der Mole hinweisen, wenn diese dort ins Wasser gingen. „Aber es wird nicht immer hundertprozentig darauf gehört“, sagt Kasch.

Aus Sicht der Tourismuszentrale ist das Baden in der Ostsee sicher – „wenn die einfachen Baderegeln eingehalten werden“. In den Tourist-Informationen und auf den Rettungstürmen lägen Broschüren mit Baderegeln in den Sprachen Deutsch, Englisch und Arabisch aus. Zudem stünden an Strandaufgängen und gefährlichen Bereichen Hinweisschilder, die Verhaltensregeln in übersichtlicher Form beinhalteten.

„Auch sollten Eltern sich immer ihrer Aufsichtspflicht bewusst sein“, teilt die Tourismuszentrale weiter mit.

Die DRK Wasserwacht sei seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner zur Absicherung des Badebetriebes. „Die Rettungsschwimmer sind alle hervorragend ausgebildet und hoch motiviert“, so die Rostocker Tourismuszentrale. Das Thema Aufklärung sei besonders wichtig. Mit der Veranstaltung „Rette sich – wer's kann“ werden Baderegeln Urlaubern und Einheimischen vermittelt.

André Wornowski

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