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Stromgraben: Stillstand bis zum Frühjahr

Warnemünde Stromgraben: Stillstand bis zum Frühjahr

Chaos an der Brücken-Baustelle bleibt vorerst bestehen / Bahn spricht trotzdem von „Erfolg“

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Bau- und Bretterzäune, Sandsäcke: Die Baustelle Stromgrabenbrücke sieht chaotisch aus, die Bauarbeiter sind fort.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Bretterbarrieren und Bauzäune für Fußgänger, eine provisorische Fahrbahn für Autos und Radfahrer extrem nah am Gleis, Sandsäcke und loser Kies halten die Böschung – seit dem Sommer gleicht die Baustelle „Stromgrabenbrücke“ am Südende des Alten Stroms in Warnemünde einem Provisorium. Doch längst sind die Bauarbeiter fort, und der Bauherr, die Deutsche Bahn AG, hüllte sich wochenlang in tiefes Schweigen. Erst gestern Nachmittag kam heraus: Mindestens bis zum Frühjahr 2017 bleibt die chaotische Hinterlassenschaft bestehen.

Vor genau einem Jahr begannen die Bauarbeiten an der Stromgrabenbrücke. Der Spüldurchlass am Südende des Alten Stroms, 1903 errichtet, musste saniert werden. Die S-Bahn fuhr nur bis zur Werft, Autos verkehrten auf einer Spur zur Mittelmole, per Bauampel geregelt. Von Bahn und Stadt finanziert, verschwanden 3,3 Millionen Euro in der Erde. Seit April fährt die S-Bahn wieder durch. Die Bauampel blieb: Verkehrschaos zur Warnemünder Woche, genervte Anwohner und Urlauber, Beschwerden beim Ortsbeirat. Erst zur Hanse Sail verschwand die Bauampel – und die Bauarbeiter gleich mit. Seitdem herrscht Schweigen.

Die Bahn scheint auf Tauchstation zu sein: Anfragen an die zuständige DB Netz AG und das Projektmanagement der Bahn bleiben ohne Antwort, zuständige Mitarbeiter sind „derzeit leider nicht erreichbar“, selbst die Pressestelle der Bahn weiß am Ende keinen Rat mehr. „Leider bekomme ich keine Antwort aus der zuständigen Abteilung“, beklagt Bahnsprecher Burkhard Ahlert am Telefon.

Die Rostocker Stadtverwaltung reagiert zwei Wochen lang nicht auf Anfragen – und weist dann jede Verantwortung von sich. „Es ist eine Baustelle der Bahn“, sagt der Leiter des Amts für Verkehrsanlagen, Heiko Tiburtius. „Ich werde mich nicht dazu äußern.“ Der zuständige Senator reagiert gar nicht. „Ein Unding“, findet Warnemündes Ortsbeiratschef Alexander Prechtel (CDU). Auch er kritisiert den Zustand an der Baustelle. Mit sehr deutlich Worten. „Es ist die Pflicht der Stadt, von der Bahn zu verlangen, den Zustand erträglich zu gestalten“, fordert Prechtel.

Erst gestern Nachmittag äußert sich der Projektmanager der DB Netz AG, Frank Haberlandt: „Wir sind froh, die Westerweiterung der Stromgrabenbrücke nun vorziehen zu können auf das Frühjahr 2017.“

Klartext: Solange bleiben Sandsäcke, Bau- und Bretterzäune stehen, erst dann wird weitergebaut. Dann soll die Stromgrabenbrücke zehn Meter verbreitert werden, Voraussetzung für die weitere Sanierung des Warnemünder Bahnhofs ab 2018. Haberlandt betrachtet das sogar als „Erfolg“. Denn ursprünglich, sagt er, sollte auch die Stromgrabenbrücke erst in zwei Jahren fertig werden.

Klaus Walter

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