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„Tante Paula“ gab den Fliegern Kredit

Warnemünde „Tante Paula“ gab den Fliegern Kredit

Neue Sonderausstellung „Einzug der Technik in Warnemünde“ widmet sich auch der Luftfahrt im Seebad

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Museumsleiterin Kathrin Möller mit dem Gästebuch der Fliegerkneipe „Tante Paula“.

Quelle: Klaus Walter

Warnemünde. Wahrhaft lebendige Geschichte erzählt das Gästebuch der Warnemünder Fliegergaststätte „Tante Paula“, einst im Haus Am Strom 101 beheimatet, heute ein italienisches Restaurant. Das Gästebuch, Leihgabe des Historischen Firmenarchivs der Deutschen Lufthansa, wird eine wichtige Rolle in der neuen Sonderausstellung des Heimatmuseums zum „Einzug der Technik in Warnemünde“ spielen. Museumsleiterin Dr. Kathrin Möller blätterte zwei Wochen vor Ausstellungsbeginn die 437 Seiten des Buchs durch und fand bemerkenswerte Einträge berühmter und weniger bekannter Gäste.

OZ-Bild

Neue Sonderausstellung „Einzug der Technik in Warnemünde“ widmet sich auch der Luftfahrt im Seebad

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Sonderausstellung: „Einzug der Technik in Warnemünde“, ab 30. Juni zu sehen im Heimatmuseum Warnemünde, Alexandrinenstraße 31. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Luftfahrt spielt eine wichtige Rolle in der Ausstellung.“

Dr. Kathrin Möller,

Museumsleiterin

So viel ist klar: Wirtin Paula Waack muss eine lebenslustige, robuste, besser noch handfeste Frau, auf jeden Fall aber geschäftstüchtige Wirtin und dennoch liebenswerte und großzügige Gastgeberin gewesen sein: Sie hatte Vertrauen in ihre Gäste und gab auch mal Kredit. Das belegt eine Postkarte mit ihrem Porträt, der Ansicht ihrer Gaststube „Tante Paula“ und diesem Spruch: „Un hewt ji ook ,ganz ut Verseihn’ dat Geld tau Hus vergäten, bi Tante Paula giwt dat doch tau drinken und tau äten.“ – Welcher Wirt würde heute diesen Satz auf seine Werbung drucken?

„Im ,Tidingsbringer’ von 1996 hat Autor Volker Koos das Gästebuch erwähnt“, erzählt die Museumsleiterin Kathrin Möller. „Ich habe einfach das Lufthansa-Archiv angeschrieben.“ Der Leihvertrag ist besiegelt – im Gegenzug erhielt das Archiv ein Foto von Paula Waack, deren Warnemünder Fliegerkneipe mehrfach in der Geschichte der Luftfahrt eine Rolle spielt.

Die Luftfahrt wiederum spielt eine wichtige Rolle in der neuen Sonderausstellung des Heimatmuseums zum Einzug der Technik zwischen 1830 und 1930 in Warnemünde. Die Schau, noch im Aufbau, geht vielen Fragen nach: Wann legte der erste Dampfer an? Wann gab es das erste Kino? Seit wann gibt es Elektrizität im Seebad?

„Breiten Raum wird aber die Luftfahrtgeschichte einnehmen“, sagt Kathrin Möller. Heinkel-Flugzeugwerke, Flugplatz, Deutsche Fliegerschule, Aerosport Fliegerschule und Lufthansa gab es in Warnemünde.

Flugzeugbauer, Piloten und viele von der Fliegerei faszinierte Menschen waren die Gäste der Fliegergaststätte. Im Gästebuch findet sich beispielsweise eine Federzeichnung des Flugbootes „Dornier Wal“

im Flug über der Ostsee – gezeichnet im Februar 1927.

Vom April 1927 stammt ein Eintrag des Piloten und Fluglehrers Robert Förster, der wiederum 1932 als Double des Schauspielers Hans Albers im Film „F. P. 1 antwortet nicht“ vor der Kamera agierte. Und natürlich machte auch Hans Albers keinen Bogen um die Fliegerkneipe, als er zu den Dreharbeiten in Warnemünde weilte. Albers verewigte sich am 21. September 1932 mit Zeilen aus seinem Lied „Flieger, grüß mir die Sonne“ in Tante Paulas Gästebuch: „Piloten ist nichts verboten – Ihr Leben ist ein Schweben ...“

Auch der Schauspieler Peter Lorre gehörte zu Tante Paulas Gästen. Lorre, bekannt und berühmt geworden unter anderem in der Hauptrolle des Fritz-Lang-Films „Eine Stadt sucht einen Mörder“ von 1931, verabschiedete sich Ende 1933 endgültig aus Deutschland ins Exil mit diesem Satz: „Für zwei Mörder wie Hitler und mich ist in Deutschland kein Platz.“

Klaus Walter

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