Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Gewitter

Navigation:
Tidingsbringer bringt neue Geschichten

Warnemünde Tidingsbringer bringt neue Geschichten

Gemeinschaftswerk vieler Autoren erscheint zum 21. Mal / Karte der Warnow-Mündung von 1569

Voriger Artikel
Markttrubel und offene Läden
Nächster Artikel
Kuratorium berät im Neptun

Der 21. „Tidingsbringer“ ist erschienen: Die Verleger Matthias Redieck und Achim Schade sowie die Männer des Warnemünder Leuchtturmvereins, Klaus Möller, Gerhard Lau, Walter Vogt und Bernhard Autrum, präsentierten das druckfrische Werk gestern im Hotel Hübner. FOTO: KLAUS WALTER

Warnemünde. Der „Tidingsbringer“ bringt Geschichten zur Warnemünder Geschichte – und ist selbst schon ein Teil davon. Zudem noch ein höchst aktueller: Gestern stellten der Warnemünder Leuchtturmverein und der Verlag Redieck & Schade die 21. Ausgabe des Warnemünder Bäderjournals vor. Enthalten sind 44 Beiträge von 37 Autoren – darunter das traditionelle Kalendarium mit den wichtigsten Ereignissen des zu Ende gehenden Jahres und eine ernstzunehmende deutsche Erstveröffentlichung: eine bislang nur in Schottland gedruckte kartografische Darstellung der Warnow-Mündung aus dem Jahr 1569.

OZ-Bild

Gemeinschaftswerk vieler Autoren erscheint zum 21. Mal / Karte der Warnow-Mündung von 1569

Zur Bildergalerie

Die Karte stammt von keinem Geringeren als von Tilemann Stella, der als einer der bedeutendsten Kartografen des 16. Jahrhunderts gilt. Tidingsbringer-Autor Gyula Pápay beschreibt die prächtige Ledermappe, die er in der Bibliothek der Universität Aberdeen fand. Sie enthält nicht nur eine Widmung des Mecklenburger Herzogs Ulrich III. (1527 – 1603), sondern eben auch einen Bericht, den der Kartograf Stella im Jahr 1569 in Güstrow verfasste und in dem er seine Arbeitsmethode beschreibt. Und das ausgerechnet mit einer Skizze („Manuskriptkarte“) der Warnow-Mündung. Demnach sind die letzten knapp 450 Jahre beileibe nicht spurlos an der Warnow, ihrem Verlauf und ihrem Mündungsort an der Ostsee vorbeigegangen.

Der Autor setzt sich aber durchaus kritisch mit dem Werk des alten mecklenburgischen Kartografen auseinander, hinterfragt die Messmethoden, die mitunter das reine Augenmaß waren: „In Kenntnis der damaligen Aufnahmemethodik wurde angenommen, dass die Entfernungen von den tatsächlichen Entfernungen stark abweichen ...“, schreibt Gyula Pápay – und verweist zugleich auf den zweiten Beitrag zur Kartografie der Warnow-Mündung jener Zeit, in dem sich Tidingsbringer-Autor Wolfgang Steusloff mit drei weiteren Kartografen auseinandersetzt.

Knapp 200 Jahre alt sind dagegen die Daten, mit denen sich Tidingsbringer-Autor Horst D. Schulz befasst: die erste Volkszählung in Warnemünde. Im August 1819 lebten exakt 929 Einwohner im Ort. Jeder wurde – Datenschutz hin oder her – namentlich mit Geburtsort und -tag erfasst, und wo und seit wann er in Warnemünde lebte. Schon damals gab es die „Zugezogenen“; etwa Anna Grüdtgard aus dem Haus Am Strom 55, am 26. 6. 1773 in Groß Klein geboren. Zum Zeitpunkt der Zählung war sie 40 Jahre im Ort, aber noch immer ledig.

Der Tidingsbringer bringt Geschichten zum Turnverein, zum Badeleben, zu Hans Albers und zur Fliegerei, zur Seefahrt, zum Bootsbau, zur Kinderarbeit vor 200 Jahren und zum modernen Warnemünde:

Küsten-Rock, Möwenbücherei, Osterfeuer oder Broilerbar. „Es ist noch nie ein Tidingsbringer allein geschrieben worden“, sagt der Initiator der Buchreihe, Leuchturm-Vereins-Vater Gerhard Lau. So werde es auch bleiben. Und Verleger Matthias Redieck meint: „An fehlenden Inhalten oder dem Mangel an Autoren wird diese Buchreiche niemals sterben.“

Buchreihe mit Geschichte

Der Tidingsbringer ist eine Buchreihe zur Geschichte Warnemündes. Herausgeber ist der Föderverein Leuchtturm Warnemünde e.V., Buchpremiere ist Donnerstag, 18 Uhr, im Hotel Hübner. Die Signierstunde findet am Sonnabend ab 10 Uhr in der Buchhandlung Krakow Nachfahren am Kirchenplatz statt.

Der Name der Veröffentlichung geht auf die zwei fest besoldeten Tindingsbringer zurück, die vor 1850 als Nachrichtenübermittler zwischen Warnemünde und Rostock unterwegs waren und Neuigkeiten über die Schiffsbewegungen an die Familien der Kapitäne, an Reeder, Frachtkontore und Senat überbrachten.

Klaus Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nienhagen/Rostock

Zwischen Rostock und dem Umland kracht es: Die Gemeinden sollen sich ihr Wachstum erkaufen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Warnemünde

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Polizei
Jugendlicher Hacker steuert Bildschirme in Elektromarkt

Ein 16-Jähriger hat mithilfe einer Hacker-Anwendung TV-Bildschirme und Radiogeräte in einem Elektromarkt in Lambrechtshagen (Landkreis Rostock) ferngesteuert.