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Twitter verrät Standorte bei Hanse Sail

Rostock-Warnemünde Twitter verrät Standorte bei Hanse Sail

Beim 13. Geoforum in Warnemünde hat die Uni Rostock vorgestellt, wie die Twitternutzung zur Erhebung von Geodaten genutzt werden kann. Mit den Daten lassen sich beispielsweise Menschenbewegungen feststellen. Die Ergebnisse sollen eines Tages für die Planung von Großveranstaltungen verwendet werden.

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Geoinformatik ist eine Schlüsseltechnologie.Tobias Lerche Verein Geoforum

Rostock-Warnemünde. Stadtplanung, der Bau von Straßen und Häusern oder selbst eine Bürgerbeteiligung sind ohne zuverlässige Geodaten kaum mehr möglich. In Rostock beschäftigt sich GeoMV intensiv mit dem Thema. Bereits zum 13. Mal lud der Verein zu einem Fachkongress mit 120 Teilnehmern in den Technologiepark Warnemünde ein.

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Beim 13. Geoforum in Warnemünde hat die Uni Rostock vorgestellt, wie die Twitternutzung zur Erhebung von Geodaten genutzt werden kann. Mit den Daten lassen sich beispielsweise Menschenbewegungen feststellen. Die Ergebnisse sollen eines Tages für die Planung von Großveranstaltungen verwendet werden.

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„95 Prozent aller Nachrichten haben einen Ortsbezug. Ohne vernünftige Geodaten funktioniert keine Planung“, sagt Mitorganisator Tobias Lerche. Digitale Produkte haben die klassischen Landkarten längst ersetzt. Der Umgang damit sei deshalb eine Schlüsseltechnologie, erklärt Lerche. So bieten dreidimensionale Stadtmodelle heute die Möglichkeit, Bauvorhaben zu visualisieren und auf Faktoren wie Emissionen durch Staub und Schall oder eine Nutzung von Solarenergie zu überprüfen. „Je präziser die Planung desto besser wird das Ergebnis.“

Der Einsatz von Geodaten klingt zunächst etwas abstrakt, hat aber auch ganz praktische Auswirkungen. Für die Planungen der Verwaltung bekomme die interaktive Beteiligung der Bürger eine immer größere Bedeutung. Bei größeren Bauvorhaben wie auf der Mittelmole in Warnemünde oder am Werftdreieck in der Innenstadt sei diese ohne Onlineportale kaum mehr zu organisieren, so Lerche. Die Herausforderung sei es, möglichst früh zu den Bürgern zu gehen. „Rostock steht dabei im Bundesvergleich recht gut da.“ Ein weiteres Beispiel für eine Aktivität der Stadt ist das Portal „Klar Schiff“, wo die Rostocker auf Missstände wie illegale Müllhaufen oder Probleme im Straßenverkehr hinweisen können.

Zunehmend spielten die sozialen Netzwerke bei der Erfassung von Daten eine Rolle, berichtet Tobias Lerche. Intensiv mit dem Thema Hanse Sail auf Twitter beschäftigt sich aktuell eine Arbeitsgruppe um Professor Ralf Bill am Lehrstuhl für Geodäsie und Geoinformatik der Universität Rostock. Anhand von Meldungen über den Kurznachrichtendienst wurde 2016 ermittelt, wo sich gerade die meisten Leute aufhielten. „Je mehr Menschen die sozialen Medien nutzen, desto präziser sind die Daten“, so Professor Ralf Bill. Das gesammelte Material könnten die Organisatoren von solchen Großveranstaltungen für ihre zukünftigen Planungen nutzen, nennt Bills Mitarbeiter Ferdinand Vettermann eine mögliche Anwendung. Die Daten in Echtzeit könnten auch eingesetzt werden, um schnell auf Ereignisse reagieren zu können. Der ursprüngliche Ansatz der Forschung war es, bei Hochwasserlagen, über Twitter zu identifizieren, wo Hilfe gebraucht werde. Noch allerdings sei das ganze nur ein Forschungsprojekt. „Die Hanse Sail ist ein Testlauf“, sagt Professor Ralf Bill. Die Daten ließen sich bei Twitter frei einsammeln.

Wie Geodaten aber auch im Privaten genutzt werden können, beschreibt Christer Lorenz von der Firma Esri. So ließe sich beispielsweise das Open Data-Portal Rostocks nutzen, das zahlreiche Informationen von Standorten der Müller bis zum Straßennetz bereitstellt. „Damit kann man sich eine eigene App bauen“, beschreibt Lorenz ein Angebot seines Unternehmens. Beispielsweise könne sich so jeder Rostocker das Radwegenetz der Stadt als App auf dem eigenen Smartphone oder Tablet installieren. „Jeder kann die Daten frei nutzen“, sagt Christer Lorenz.

Bedarf an Geodaten steigt stetig

Die Mitglieder des Vereins GeoMV kommen aus unterschiedlichen Bereichen wie dem Dienstleistungssektor, der Industrie, der öffentlichen Verwaltung, Verbänden sowie aus Hochschulen. Vorrangiges Ziel und Interesse des Vereins ist es nach eigenen Angaben, im Bereich der Geoinformationswirtschaft Angebot, Zugänglichkeit, Qualität und Verwendbarkeit von Geodaten und -informationen sowie Dienstleistungen zu verbessern. „Damit solle dem wachsenden Bedarf an Geodaten für alle Planungen und Entscheidungen in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie den hohen Anforderungen der Gesellschaft an Datenumfang Rechnung getragen werden“, heißt es auf der Internetseite des Vereins.

Thomas Niebuhr

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