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Verwaltung kann Bürger nicht beruhigen

Warnemünde Verwaltung kann Bürger nicht beruhigen

220 Gäste beim Infoabend zum geplanten Wohngebiet im Diedrichshäger Land

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„„Wir müssen das Landschaftsschutzgebiet Diedrichshäger Land nicht zerstören, wenn wir noch Potenzial haben.“Stephan Porst, Gründer der Bürgerinitiative

Warnemünde. Die Rostocker Stadtverwaltung hat gestern versucht, ihre Entscheidung für eine Änderung der Flächennutzungsplanes im Landschaftsschutzgebiet Diedrichshäger Land vor einem über 220-köpfigen Publikum im Warnemünder Kursaal zu erläutern. Stimmt die Bürgerschaft dem Vorhaben zu, könnten in dem Bereich zwischen Stolteraa und der Solaranlage Einfamilienhäuser entstehen. Gegen dieses Vorhaben engagiert sich eine Bürgerinitiative.

 

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„„Wir wollen die Entwicklung Rostocks ermöglichen. Ich kann als Rostocker Kommunalpoliti– ker niemanden auffordern ins Umland zu ziehen.“Chris Müller, Finanzsenator

Quelle:
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Gegen die Planung von Einfamilienhäusern im Landschaftsschutzgebiet demonstrierten gestern vor dem Warnemünder Kurhaus auch Bettina Ruschau, Ben Benc, Christine Kopplin und Norbert Ehlers (v. l.).

Quelle: Foto: Michael Schissler

Bauen auf 35 Hektar

Die angestrebte Baufläche liegt zwischen Solaranlage und dem Golfplatz Diedrichshagen und umfasst 35 Hektar. Die dortigen Windkraftanlagen werden demontiert. Gebaut werden sollen etwa 140 ostseenahe Einfamilienhäuser, die – so die Stadt – für ihre Entwicklung wichtig sei.

Eines wusste Finanzsenator Chris Müller gleich zu Beginn der Informationsveranstaltung: „Wir werden das Thema nicht abschließend behandeln können.“ Zudem versprach er: „Was Sie hier sagen nehmen wir mit, und machen es publik.“ Viel Neues wurde es allerdings nicht.

Müller ging auf die Lage der Stadt ein. Man brauche angesichts der Entwicklung der Stadt 400 Hektar Wohnbauflächen und 120 Hektar für Gewerbegebiete. „Dafür gibt es keine großräumige Lösung.“

Solcherlei Überlegungen hörten sich die Warnemünder und die Diedrichshäger zwar an, sie interessierte sich allerdings mehr für die Hintergründe. „Von wem hat die Ostsee-Golf-Resort-Entwicklungsgesellschaft die Fläche in Diedrichshagen gekauft“, fragte zum Beispiel Jens Heinrich, der errechnet hatte, dass der Quadratmeter Bauland derzeit 295 Euro kostet.

Heinrich sah dabei die Gefahr, „dass da vor allem Auto mit Nummern aus M, B und HH parken werden“.

Dem hielt Chris Müller entgegen, dass die Flächen gemeinsam mit der städtischen Wiro vermarktet würden. „Wir werden die Grundstücke wohl nicht deutlich über 200 Euro verkaufen“, warf er ein. Nachdem Müller darauf hingewiesen hatte, dass ein ostseenahes Wohngebiet für die Stadt erforderlich sei, um die Abwanderung zu stoppen, hielt Peter Winkler von Mohrenfels dem entgegen, dass man mit dem Umlandgemeinde zusammenarbeiten solle, aber: „Es wird hier eine Konkurrenzsituation aufgebaut.“ Er meinte weiter, weil die Bebauung das Problem für die Stadt nur vorübergehend löse, „kann man kein Landschaftsschutzgebiet opfern“. So sah das auch Ortsbeiratschef Alexander Prechtel: „Wir müssen uns fragen, ob wir eine heilige Kuh – das Landschaftsschutzgebiet – schlachten für 140 Bauplätze.“

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass in den vergangen Jahren in Warnemünde 745 Wohnungen entstanden seien. Angesichts der Einwohnerzahl von rund 8000 sei das in Rostock viel.

Zum Abschluss sagte dann Finanzsenator Müller: „Wir akzeptieren ihren Unmut, aber entscheiden muss die Bürgerschaft.“ Unterdessen hat sich die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Landschaftsschutzgebietes Diedrichshäger Land auf eine breitere Basis gestellt und damit begonnen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln.

„Das müssen nach meinen Informationen in Rostock 4000 gültige Unterschriften sein“, sagte gestern Stephan Porst, Sprecher der Initiative. „Es ist also besser, wenn wir 5000 haben, falls einige nicht lesbar oder ungültig sind“, so Porst, der den Protest angeschoben hatte. Die Bürgerinitiative war in der vergangenen Woche abermals zusammengetreten, nachdem es schon ein erstes Treffen im Warnemünder Hof gegeben hatte. „Wir haben etwas mehr Leute aktivieren können als bei ersten Treffen“, sagt Porst.

Mit der jetzigen Unterschriftensammlung wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative auch einen vorzeitigen Beschluss der Bürgerschaft, vorbeugen.

Michael Schißler

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