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Vollmatrose bewahrt Disco-Tradition

Warnemünde Vollmatrose bewahrt Disco-Tradition

Das heutige DaCapo im Hotel Neptun war die erste Disco der DDR / Michael Schiffner sichert ihre Zukunft

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Bisweilen steht Michael Schiffner noch selbst am Mikrofon in seiner Discothek DaCapo.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. Nach der Wende schossen die Discotheken aus dem Boden und waren ebenso in den Städten wie in den Dörfern zu finden. Damals galt: Je größer, desto besser. Viele von ihnen gibt es nicht mehr – aber eine hat überlebt: das DaCapo im Hotel Neptun in Warnemünde.

Dort führt Michael Schiffner seine Laufbahn als „Schallplattenunterhalter“ fort, die er im Jahre 1978 angefangen hat und die ihn auch in die Discothek des Hotels Neptun – „die erste Disco in der DDR“

– gebracht hat.

Im Alter von 14 Jahren war Schiffner aus Zittau nach Rostock gekommen und hatte sich zunächst zum Vollmatrosen ausbilden lassen, stellte allerdings schnell fest, „dass mir das Rostkloppen nicht ganz so gut gefallen hat“. Die Musik lag ihm näher, und so zog Schiffner dann nicht „nur mit dem Anhänger über Land und machte Musik“, sondern war auch in der Neptun-Disco im Einsatz, die noch bis ins Jahr 1997 vom Hotel betrieben und dann „für ein Jahr geschlossen wurde“, wie sich Michael Schiffner erinnert.

„1998 habe ich sie dann gepachtet“, sagt Schiffner, „und im nächsten Jahr bin ich 20 Jahre im Geschäft“ – und das mit einem ziemlichen Erfolg. Denn der Chef hat es gern etwas exquisiter: 80 Plätze bietet er in den Kellerräumen des Hotels Neptun an und erinnert mit seinem Service an die Urzeiten der Discothek: „Es wird bei mir noch an den Tischen bedient.“

Bei den Gästen kommt das an: „Die sind im Alter von 20 Jahren aufwärts, und alle fühlen sich wohl.“ Vor allem die Älteren schätzen diese Atmosphäre. Und geht einmal etwas zu Boden, dann ist das im DaCapo auch kein Problem: „Dann kommt eben der Spüler.“

Sein Anspruch hat einen Grund. „Ich muss einen Standard haben wie das Hotel, das DaCapo und das Hotel müssen eine Einheit bilden“, sagt Schiffner, „der Gast muss das hier wertschätzen.“ Deswegen war auch nie eine große Discothek Michael Schiffners Traum, die kleine übersichtliche Discothek ist ihm ans Herz gewachsen – sie ermöglicht es ihm, „das hier vernünftig zu machen“. Das gilt bei ihm auch für das Handwerkliche.

„Als das Hotel im Jahr 2007 umgebaut wurde, habe ich noch einmal investiert“, erzählt Schiffner: „Ich habe die Innenarchitektur selbst entworfen und auch die Tische selbst gebaut“, damit hat das DaCapo sein jetziges Profil gewonnen – und führt damit eine lange Discotradition in Warnemünde weiter.

Schiffner, der anfangs selbst oft für die Musik sorgte und heute zahlreiche freiberufliche Discjockeys beschäftigt, weiß, was jeden Abend auf ihn und seine Kollegen wartet: „Eine neue Herausforderung, die Leute in Stimmung zu bringen“.

Das ist in einer kleinen Discothek anders: „Wenn du 1000 Leute in einer Disco hast, tanzt immer einer“, sagt Schiffner. Bei ihm verlangt eine solche Situation Erfahrung und das Gespür für die richtige Musik. Deswegen: „Wir kommen immer über den Winter“, zumal das DaCapo auch für Feiern zu mieten ist. Und wenn die Urlauber fort sind, kommen die Warnemünder und die Rostocker.

Für sie allerdings wünscht sich Schiffner eine Verkehrsverbindung zu seiner Discothek am Strand – schließlich war sie erste in der DDR.

Michael Schißler

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