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Vom Tellerwäscher zum Hoteldirektor

Warnemünde Vom Tellerwäscher zum Hoteldirektor

Alexander „Sascha“ Winter plauderte über Unternehmertum, lange Arbeitstage und Diskussionen in der Familie

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Alexander Winter (l.) im Gespräch mit OZ-Chefredakteur Andreas Ebel.

Quelle: Fotos: Klaus Walter

Warnemünde. „Hoteldirektor ist keine One-Man-Show“, „Warnemünde sollte sich zum Tourismus bekennen“ oder „Man muss Fehler machen, um daraus zu lernen“ – Alexander Winter (45), Geschäftsführer der Rostocker Arcona Hotels & Resorts sowie der DSR Hotel Holding, damit gewissermaßen auch Chef im ersten Haus am Platze, dem Warnemünder Hotel Neptun, plauderte gestern Abend aus dem Nähkästchen. Im Warnemünder Gespräch von OSTSEE-ZEITUNG und Unternehmerverband konnten OZ-Chefredakteur Andreas Ebel und das Publikum im Café Ringelnatz dem Chef von 25 Hotels mit über 2000 Mitarbeitern so manch fachliche, aber auch viele persönliche Fragen stellen.

 

OZ-Bild

Wir kennen Herrn Winter schon lange – ein guter Mix aus fachlichen und persönlichen Informationen.“ Fritz Westendorf, Rostock

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Ich bin Hotelausstat- ter und wollte wissen, wie das Geschäft aus Sicht eines Betreibers aussieht.“ Thomas Schreiber, Rostock

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Wir kennen Herrn Winter schon lange – ein guter Mix aus fachlichen und persönlichen Informationen.“ Fritz Westendorf, Rostock

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Warnemünde sollte sich zum Tourismus bekennen – und seine Infra- struktur danach ausrichten.“ Alexander Winter

Zum Beispiel die nach dem Spitznamen Sascha. „Den habe ich gleich nach der Geburt auf dem Klinikflur bekommen“, erzählte Winter. Freunde der Familie hätten seinem Vater die russische Koseform von Alexander genannt – das sei es dann gewesen. Winter: „Im Alter von 14 Jahren habe ich mal versucht, das zu ändern. Das ging aus, wie das Hornberger Schießen.“ Sascha blieb Sascha, erst in den letzten Jahren habe ihn hin und wieder mal jemand mit Alexander angesprochen.

Es gab aber auch andere Themen, ernstere. Etwa die Bezahlung im Gastgewerbe. „Da haben wir viele Fehler gemacht“, räumte Winter ein. Zwar generierten sich Löhne aus den Einnahmen der Hotels, aber der lange anhaltende Glaube, die Hotelpreise niedrig halten zu müssen, sei falsch gewesen. Viele Fachkräfte seien abgewandert, auch welche, die heute oft fehlten, Mecklenburg-Vorpommern habe sich selbst abgehängt. Und: „Hier muss die gesamte Branche gegensteuern, Anreize schaffen.“

Seine Gruppe steuert gegen und schafft Anreize, hat zum Beispiel mit einem Wohnungsunternehmen als Partner Mitarbeiterwohnungen auf Sylt gebaut. So wie sich die Wohnraummieten in den touristischen Zentren entwickelten, wäre das sicher auch ein Modell für Mecklenburg-Vorpommern.

Winter machte eine steile Karriere. Er war mit 25 Jahren bereits Prokurist im Hamburger Hotel Louis C. Jacobs. Angefangen aber hat es mit den Ferien auf dem Campingplatz auf Sylt: Von dort aus half er zuerst im Hotel von Tante und Onkel die Koffer der Gäste tragen – fürs Taschengeld. Später spülte er Teller, half Zimmer säubern, arbeitete an der Rezeption. Winter: „Ich habe gelernt, worauf Gäste Wert legen.“

Und Warnemünde? „Das Seebad sollte sich zum Tourismus bekennen“, sagte Winter. „Die Infrastruktur muss mitwachsen.“ Parkplätze fehlten, und der Konflikt zwischen den Interessen von Einwohnern und Tourismus müsse gelöst werden. Winter: „Da muss man konstruktiv rangehen: Wir haben ein Problem. Wie können wir es lösen.“

So sah es auch Sonja Beuch im Publikum: „Die Menschen kommen zum Schiffe gucken und sollen ihr Geld hier lassen. Die müssen aber auch parken können“, sagte sie. Das Problem sei, dass hier in Rostock alles viel zu lange diskutiert, viel zu zögerlich gehandelt werde.

Das war wiederum ein weiteres Stichwort für Alexander Winter: Die Maritime Meile im Stadthafen, die gesamte Einbeziehung der Warnowkante in die Tourismuskonzeption der Stadt – alles Dinge, die viel zu zögerlich angegangen würden.

Das Publikum im Ringelnatz erfuhr noch so manches vom praktisch größten Hotelier der Stadt. Auch die ganz persönliche, die er gerade kürzlich mit Ehefrau Christiane diskutierte: Was geht vor im Leben des Unternehmers, Familie oder 2000 Mitarbeiter. „Wenn’s brennt, die Kinder“, sagte Winter. „Man muss die Balance halten.“

Termin: 17. November

Das nächste „Warnemünder Gespräch“ in der Veranstaltungsreihe von Unternehmerverband und OSTSEE-ZEITUNG findet am 17. November statt. Nach Tobias Blömer, Firmenchef „Die Rostocker“, Jörg Eichler, Geschäftsführer A-Rosa-Reederei, Scanhaus-Chef Friedemann Kunz, Baltic-Taucher Eyk-Uwe Pap, Tri-Hotel-Chef Benjamin Weiß, Weinhändler Jan-Hendrik Brincker, Spediteur Stephan Gustke, Grönfingers-Chef Eckhard Heinemann und DSR-Hotelchef Alexander Winter wird der nächste Gast voraussichtlich der Geschäftsführer der Firma Supremesurf, Hans Jensen, sein.

Warnemünder Gespräch: 17. November, 19 Uhr, Café Ringelnatz

Klaus Walter

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